Posts mit dem Label Long Distance Calling werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Long Distance Calling werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2011/06/10

[Konzerte] Long Distance Calling - 09.05.2011 - Support: Nihling - Das Bett/Frankfurt

 Long Distance Calling haben gerufen. Wir kommen. Und zwar am 09.Mai in den fernen Bett-Club des Frankfurter Gallus. Ein Pflichttermin für jeden der das neue, selbstbetitelte Album der Münsteraner kennt.

Hm, ne. Ein Pflichttermin für jeden der auf Instrumentalrock mit ordentlich Schmackes steht. Schon allein die Neugier ob die Wucht des Albums auf eine Bühne übertragbar ist, verleitet mich dem Gig der fünf Jungs beizuwohnen.

Als Vorgruppe fungieren die Hamburger von Nihling. Ein fünfköpfige, sehr, sehr jung aussehende Truppe, die ebenfalls auf Postrockpfaden wandelt. Drei Gitarristen, eine sirenengleiche Sängerin und einen wütenden und keifenden Sänger. Nihiling ziehen alle Register. Wie man es vom Genre gewohnt ist ufern auch hier die Songs extremst aus. Laut, leise, wütend, sanft. Oceansize grinst aus allen Poren. Tolle Mischung. Dem Publikum gefällts und dankt es dem Fünfer mit lautem Applaus und anschließendem Sturm auf den Merchandising-Stand.

Augen auf Leute, von denen hören wir in Zukunft sicherlich noch mehr. Ein Support der sich sehen und hören lassen kann.

Nach kurzer Umbaupause betreten schließlich Long Distance Calling die Bühne und brettern mit "Into the Black Wide Open" ordentlich los. Der Laden ist gefühlt ausverkauftt und platzt aus allen Nähten. Und ja, die Präsenz und die Atmosphäre des Albums übertragen sich auch live. Den Mischern ist überdies noch ein glasklarer Sound gelungen, was im Angesicht der vielschichtigen Musik und den getrageneren Parts von fast zwingender Notwendigkeit ist. Geschütteltes Haar an jeder Ecke. Die Band scheint ziemlich überrascht, aber genauso erfreut über die Reaktion seines Publikums zu sein. Fettes Grinsen auf den Gesichtern der Musiker.

So ballern sich die Jungs durch einen gesunden Querschnitt ihrer drei Veröffentlichungen und hinterlassen einen positiven, verschwitzten Eindruck. Zwei Bands, die beweisen, dass es dem deutschen Musik-Underground ziemlich gut geht. Eine tolle und beruhigende Feststellung.

Achso, das nachfolgende Video (www.knueppelknecht.de) zeigt Nihling auf der Bühne des Bett.


[Alle Fotos: Florian Grünert]

2011/02/07

[Platten] Long Distance Calling - Long Distance Calling

Long Distance Calling. Was sich anhört wie ein erweiterter Modest Mouse Titel ist in Wirklichkeit eine Post-Rock Band aus deutschen Landen. Eine Band, die mittlerweile seit fünf Jahren am sprichwörtlichen Ruder ist und 2011 mit ihrem selbstbetitelten Werk bereits ihr drittes Album raushaut.

Freunden gepflegter Langstreckenmusik der Marke Pelican oder Explosions In The Sky dürfte die Münster-Dortmund-Berlin Connection schon länger bekannt sein. Wer Post-Rock kennt und mag, darf jetzt aufhören zu lesen und auf das Erscheinungsdatum (18.Februar 2011) hinfiebern.

Für alle anderen beginnt jetzt wieder der Drahtseilakt Musik passend zu beschreiben.

Fangen wir einfach mal mit den Fakten an. Sieben Songs, die sich in eine knappe Stunde aufteilen. Ergibt, richtig gerechnet, knapp 8 Minuten pro Song. Songmonster eats Aufmerksamkeit. Ein oftmals beobachtetes Phänomen. Bei den Jungs von Long Distance Calling aber einfach nicht zutreffend.

Legen wir den Opener einfach mal auf den benzolischen Seziertisch. Into The Black Wide Open lässt sich mit sphärischen Rauschen und anschleichendem Schlagzeug fast zwei Minuten Zeit bevor man überhaupt den ersten Gitarrenakkord zu hören bekommt. Getragene Riffs, spacige Effekte und ein böse brummelnder Bass untermalen cleane Gitarren, die durch Halleffekte Tiefe erzeugen. Pelican oder aber Russian Circles standen bei diesem Album definitiv Pate. Bands, die kein Wert auf Klavier oder Glockenspiele legen, sondern einfach reine, ausufernde Gitarrenmusik abliefern.

Anders als bei benannten, vermeintlichen Vorbildern, haben wir es nicht mit einem rein musikalischen Album zu tun, bei Middleville darf auch mal John Bush (ex-Anthrax) ans Mikrofon.

All in all bleibt ein Album, das man ohne Probleme als Soundtrack für ein Schlachtenepos zweckentfremden könnte. Ein moderne Oper. Ein eigenes Klanguniversum. Ein konzeptloses Konzeptalbum. Na ihr wisst schon, was ganz Großes eben. 

www.longdistancecalling.de

VÖ: 18.02.2011 auf Superball Music