2011/02/07

[Platten] Long Distance Calling - Long Distance Calling

Long Distance Calling. Was sich anhört wie ein erweiterter Modest Mouse Titel ist in Wirklichkeit eine Post-Rock Band aus deutschen Landen. Eine Band, die mittlerweile seit fünf Jahren am sprichwörtlichen Ruder ist und 2011 mit ihrem selbstbetitelten Werk bereits ihr drittes Album raushaut.

Freunden gepflegter Langstreckenmusik der Marke Pelican oder Explosions In The Sky dürfte die Münster-Dortmund-Berlin Connection schon länger bekannt sein. Wer Post-Rock kennt und mag, darf jetzt aufhören zu lesen und auf das Erscheinungsdatum (18.Februar 2011) hinfiebern.

Für alle anderen beginnt jetzt wieder der Drahtseilakt Musik passend zu beschreiben.

Fangen wir einfach mal mit den Fakten an. Sieben Songs, die sich in eine knappe Stunde aufteilen. Ergibt, richtig gerechnet, knapp 8 Minuten pro Song. Songmonster eats Aufmerksamkeit. Ein oftmals beobachtetes Phänomen. Bei den Jungs von Long Distance Calling aber einfach nicht zutreffend.

Legen wir den Opener einfach mal auf den benzolischen Seziertisch. Into The Black Wide Open lässt sich mit sphärischen Rauschen und anschleichendem Schlagzeug fast zwei Minuten Zeit bevor man überhaupt den ersten Gitarrenakkord zu hören bekommt. Getragene Riffs, spacige Effekte und ein böse brummelnder Bass untermalen cleane Gitarren, die durch Halleffekte Tiefe erzeugen. Pelican oder aber Russian Circles standen bei diesem Album definitiv Pate. Bands, die kein Wert auf Klavier oder Glockenspiele legen, sondern einfach reine, ausufernde Gitarrenmusik abliefern.

Anders als bei benannten, vermeintlichen Vorbildern, haben wir es nicht mit einem rein musikalischen Album zu tun, bei Middleville darf auch mal John Bush (ex-Anthrax) ans Mikrofon.

All in all bleibt ein Album, das man ohne Probleme als Soundtrack für ein Schlachtenepos zweckentfremden könnte. Ein moderne Oper. Ein eigenes Klanguniversum. Ein konzeptloses Konzeptalbum. Na ihr wisst schon, was ganz Großes eben. 

www.longdistancecalling.de

VÖ: 18.02.2011 auf Superball Music


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