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2010/12/15

[Platten] The Secret - Luce

ImageThe Secret formiert sich zu einem Teil aus der den mehr oder minder bekannten From The Dying Sky, wobei man die musikalische Vergangenheit weit hinter sich gelassen hat. Mit Luce ist ihnen ein Album gelungen, dass es schafft aus der Flut der vielen, wenn auch guten, Metalcore Veröffentlichungen herauszustechen. 

Auch wenn Labelinfos bisweilen nicht sonderlich verlässlich sind, so finde ich doch diese recht passend: influenced by a wide range of bands that range from MESHUGGAH to MOGWAI, THE SECRET's music combines elements of hardcore, noise, metal, and post rock to create a dark, heavy yet dynamic sound topped by the noir and cryptic atmospheres of the lyrics.

Ich selbst würde die Musik von The Secret irgendwo zwischen Isis und Norma Jean ansiedeln. Die Grundstimmung ist düster, es gibt schleppende, epische Parts die dann wiederum in deftigen Mosh/Chaosparts münden. Diese beiden Extrene werden in den ersten beiden Songs quasi Vorgestellt (diese sind auch etwas kürzer, die anderen Lieder sind mit 5-7Min Spielzeit schon etwas länger). Die Platte beginnt relativ ruhig und sphärisch, während der zweite Song die Band gleich von ihrer brutalsten Seite zeigt.
Die darauf folgenden Songs vermischen diese Elemente und das Ergebnis ist eine spannend und abwechslungsreich klingende Mixtur. 

Da sich die Lieder weitab gängiger Strukturen wie Verse/Chorus/Verse/Chorus bewegen, und mehr eine Aneinanderreihung verschiedenster Parts ist fällt es mir schwer einzelne Lieder besonders hervorzuheben. Eventuell liegt das auch an dem teils instrumentalen Charakter den die Stücke besitzen, da die geschrieenen Vocals im Mix sehr weit hinten sitzen ( was wohl beabsichtigt war, denn ansonsten ist die Produktion tadellos), und es auf der gesamten Platte nur ein einzige wirklich gesungen Hookline gibt (zu finden in pretty girls make graves). Man muss diese Platte wohl eher als Gesamtwerk sehen, sonst wirken die songs wie beliebig zusammengewürfelte Fetzen.

Ich bin wirklich beeindruckt von dieser Platte, da die band wirklich gelungen unterschiedlichste Stile zu einem facettenreichen Ganzen zusammenfügt. Weshalb man sich der Platte ebenfalls schwer entziehen kann: sie hat einfach groove. Egal wie chaotisch und/oder noisy manche passagen sein mögen, sie haben einfach den groove um fieseste moshpits anzuheizen.

Tolle CD, wer mal reinhören möchte findet auf der homepage der Jungs zwei songs zum reinschnuppern.

www.weknowthesecret.com

Misery Signals - Of Malice And The Magnum Heart

ImageMisery Signals haben eine interessante und bisweilen auch tragische Entstehungsgeschichte aufzuweisen. Gitarist Ryan und Bassist Kyle spielten bis zur Auflösung im Sommer 2002 bei 7 Angels 7 Plagues.

Auf Tour durch Kanada spielte man mehrer Konzerte mit Compromise.
Eben jene Compromise erlitten einen schweren Schicksalsschlag, bei einem Autounfall kamen mehrere Bandmitglieder ums Leben. Für Ryan und Kyle war es auch nach dem 7A7P Split außer Frage weiterhin Musik zu machen, so fragte man Jesse, den früheren Shouter von Compromise, um man nicht zusammen etwas machen wollte. Trotz der der Distanz (Jesse wohnt in Edmonton/ Canada; Ryan und Kyle in Madison/ Wisconsin) kommt der kreative Prozess in Gang. Zur Komplettierung stoßen noch Stuart an zweiter Gitarre hinzu, der früher auch bei Compromise gespielt hat, und Ryans Bruder Branden an den Drums.

Eröffenet wird das Album vom „ A Victim, A Target“, ein Opener der der durch die geschickt eingesetzten Keyboards (hier hatte wohl Devin Townsend, der für die gesamte, exzellente Produktion verantwortlich ist, seine Finger mit im Spiel) zu orchestralen Größe anschwillt. Angesichts der Qualität und der Intensität (ich würde manche Songs fast als emo bezeichnen wäre der begriff nicht mit so vielen anderen Assoziationen behaftet) der nachfolgenden Lieder nicht in Superlative zu verfallen, fällt mir verdammt schwer, trotzdem wage ich mich mal an eine nüchterne Beschreibung von dem was man erwarten kann.

Misery Signals spielen auf „Of Malice and the Magnum Heart” emotional geladenen Metalcore, ohne Klischees und bedacht auf gängige Trends. Die eingestreuten melodischen Leadgitarren haben eher eine post hardcore Note, weniger skandinavisch geprägt, was ich als angenehm abwechslungsreich empfinde. Die Riffs selbst halten locker den genretypischen Härtegrad, mal treibend, dann wieder rhythmisch stampfend, teilweise etwas vertrackter, kommen sie aber dennoch immer alle auf den Punkt. Parallelen zu 7A7P sind durchaus festzustellen, so streuen z.B. auch Misery Signals den ein oder anderen ruhigeren atmosphärischen Part ein. Drummer Branden brilliert mit einfallsreichen und verdammt schnellem Double Bass spiel. All dies bildet das musikalische Fundament, auf das sich dann die Vocals stützen. Ich muss sträflicherweise zugeben, dass Lyrics für mich meistens eine sekundäre Rolle spielen. Die Symbiose die sich allerdings hier aus Musik und Text ergibt finde ich äußerst bezeichnend für das Gesamtbild, die Stimmung und Intensität die erzeugt werden beeindrucken bei jedem Hören der CD. Die Lyrics sind klar und einfach aufgebaut, aber nicht platt. Emotional, aber nicht weinerlich (ich bin sehr beeindruckt wie Jesse den Tod seiner Freunde in „The Year Summer Ended in June“ aufarbeitet. Mit Hardcore Attitude ohne dabei unnötig prollig zu wirken (z.B. in „On Account of an Absence“).

Misery Signals haben hier für mich wirklich ein kleines Meisterwerk hingelegt. Die Stücke sind durchgehend hochwertig, kombinieren Härte mit leichten Melodien, weshalb es nicht so schnell langweilig wird. Auch hat es die Band geschafft, eine ganz eigene Note zu finden. Wär 7A7P mag, für den ist Misery Signals Pflichtprogramm. Aber auch Freunde von Bands wie z.B. Scars of Tomorrow sollten mal reinhören, z.B. auf der website, die einen player mit mehreren Tracks beinhaltet.

www.miserysignals.net

[Platten] Maroon - Endorsed By Hate

ImageJedes Mal wenn ich jemand aus meinem Freundeskreis frage, ob er oder sie Maroon kenne, werde ich erst mal komsich angeschaut. „Die findest du gut!? Die, mit dem Lied…..This love…lalalala“. „Nein. Nicht die. Nicht Maroon 5. Ich meine Maroon, nur Maroon.“ 

Nach einem meiner Meinung nach ziemlich überflüssigen Intro geht die Cd mit „The Worlds Havoc“ gleich in die Vollen. Vielen dürfte der Song bereits vom letzten Green Hell Sampler bekannt sein und er gibt wirklich einen guten Eindruck, was man vom kompletten Album erwarten kann. Moderner Metalcore. Auf den Punkt gebrachtes Riffing, mal rasend schnell dann wieder langsam und mit dem Groove, der jeden Moshpit vollends zur Explosion bringen kann; hin und wieder mal durch Melodien ergänzt, die auch von der ein oder anderen schwedischen Death Metal Band sein könnten. 

Einen Preis für die innovativste Bands des Jahres werden Maroon damit wohl nicht gewinnen, aber auf „Endorsed by Hate“ gibt’s es dennoch genügend Brechersongs, die für jeden Fan des Genres eine Bereicherung sein werden. Rein Instrumental gesehen bewegen sich Maroon zwischen Bleeding Through ( fällt besonders in „Without a Face“ auf wenn das Keyboard einsetzt), neueren Hatebreed und einer Prise Caliban.
Dazu kommen größtenteils apokalyptische Lyrics, die von einer Stimme vorgetragen werden, die mich an die seligen endthisday erinnern, was mir sehr gut gefällt.

Die erste Hälfte des Albums ist ein geniales Riffgewitter inclusive feinster Double Bass Einlagen, dass mich regelmäßig zu diversen Mosheinlagen in den heimischen vier Wänden inspiriert. Dazu trägt auch die Produktion bei. Aufgenommen wurde im Antfarm Studio in Dänemark, wo ja auch Heaven Shall Burn tätig waren. Man kann also einen 1A Sound erwarten.

Die zweite Hälfte dann, hm. Vielleicht liegt es an der Ermüdung durch die oben erwähnten Tanzeinlagen, aber irgendwie rufen die Songs nicht die gleiche Wirkung hervor. Das Songwriting besitzt nicht mehr den Druck und dir Riffs nicht unbedingt den Drive den man aus der ersten Halbzeit gewohnt war. Vielleicht ist das aber auch nur meine subjektive Wahrnehmung.

Nichtsdestotrotz liefern Maroon mit „Endorsed by Hate“ ein solides Album ab, das mich vielleicht nicht komplett begeistern kann, aber durchaus verdammt starke Songs wie „The Worlds Havoc“ oder „Without a Face“ beinhaltet, denen ich mich nicht entziehen kann.


www.maroonhate.com

[Platten] Jairus - No Need To Change The Mapmaker

ImageDank Internet hat man heute Zugang zu mehr Musik als je zuvor, jedoch klaffen Quantität und Qualität weit auseinander. Man findet Tausende von Bands, die ihr Handwerk gut beherschen, aber nur ganz selten entdeckt man welche, die das Prädikat „besonders“ verdient haben. Jairus gehören zu diesen raren Perlen. 

The Need To Change The Mapmaker ist eine Cd, die Fans von poison the well, deftones, at the drive in oder auch dredg gleichermaßen begeistern kann, was deutlich macht, mit was für einem vielschichtigem Werk man es hier zu tun hat.
Cd rein und auf play gedrückt.

Nach ein paar Takten Intro hämmert man gleich mit Double Bass und Geschrei a la Hopesfall auf den Hörer ein, wechselt dann in einen ruhigeren Part, der auch von mars volta sein könnte, um dann in einem aufwühlenden und melodischen Chorus zu enden. Wow, eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die sich über das gesamte Album fortsetzen soll. Obwohl die Parts innerhalb der Lieder sich stark unterscheiden, wirken die Übergänge sehr organisch und nie erzwungen.

Jeder Song kann für sich überzeugen, ein Highlight ist aber auf jeden Fall „and caligula blushed“, welches auch auf der Website der Band kostenlos heruntergeladen werden kann.

Das Lied wechselt zwischen ruhigen, cleanen Akkordfolgen und einfallsreichen heavy riffing. Jairus klingen dabei stets schräg, aber nie dissonant. Sind rhythmisch lebendig, aber nicht unbedingt eingängig groovy. Der dezente Einsatz von Samples und anderen digitalen Tonquellen gibt weiterhin klangliche Tiefe und Atmosphäre. Auch in ihren ruhigern Momenten verliert das Album nicht an Spannung sondern bleibt höchst bewegend. Besonders packend wenn es dann doch noch zum Asbruch kommt, wie z.B. in „abandons the exterior look“. Der Schreigesang fügt sich im Hintergrund der Musik dazu und wirkt dabei wie ein eigenes Instrument.

Insgesamt bietet die Cd 10 Tracks bei einer Spielzeit von 40 Minuten. Ein Lob verdient auch die Produktion, fett, mit vielen Details und Nuancen.

Jairus in Worte zu fassen ist nicht ganz einfach, da hilft auch das zahlreich hier betriebene Namedropping nicht wirklich. Ob Jairus innovativ sind, oder nicht, darüber mögen sich andere streiten. Hörenswert sind sie auf alle Fäll