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2010/12/17

[Platten] Boris Gott - Nordstadt

ImagePortraits über den tristen, grauen Alltag in Dortmund regierten sein Album "Bukowski-Land". Im Jahr 2009 kommt Boris Gott mit seiner Nordstadt EP daher. Wenn man ihm glauben darf, dann ist das Ruhrgebiet in den letzten 2 Jahren auch nicht schöner geworden.
www.borisgott.de

VÖ: Oktober 2008 auf Nordmarkt Records / Radar


Gott singt von Nutten und Junkies, von Hartz IV Empfängern, die ihren letzten Cent an der Trinkhalle in Korn investieren. Er schreibt Lieder über das was er täglich in der Dortmunder Nordstadt zu sehen bekommt. Deutscher Strukturwandel in Reinkultur.

 Er prangert in ironischer Weise an, lässt aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass er "seine" Stadt nach wie vor liebt. Egal wie groß die Kluft zwischen Arm und Reich sein mag, egal wie hart das Leben zwischen Dönerbude und Fixerstation ist. Boris Gott, Songwriter für und vor allem aus dem Volk.

Symphatisch und gleichzeitig realistisch versucht er einem Südstadtmädchen zu verklickern, das "Klassenunterschiede" nicht nur auf Konten, sondern auch in den Köpfen existieren. Der Sänger nimmt uns mit auf eine durchsoffene Nacht und zeigt uns das wahre Gesicht seines Viertels.

Was auf dem Album noch teilweise mit Liebesliedern durchsetzt war, reduziert sich auf der Nordstadt EP auf reine Sozialkritik. Eine fünffache Packung eines intelligenten Beobachters und Songwriters. Sehr gut.

2010/12/16

[Platten] Boris Gott - Bukowski Land

ImageDer Dortmunder Liedermacher Boris Gott präsentiert sein Album "Bukowski Land" und der Name ist Programm. 

Locker und beschwingt die Melodien, dazu im krassen Gegensatz ironische und enttäuschte Texte über gescheiterte Existenzen, Hartz IV und zerstörten Illusionen. So lässt sich die Musik von Meister Gott kurz und prägnant erklären. Songwriter und Popmusiker ist er und fängt die Atmosphäre der Dortmunder Nordstadt treffend ein, und wenn man mal kurz nachdenkt, dann projeziert der gute Mann es auch auf den Riederwald (das Frankfurter Viertel in dem der Verfasser dieser Zeilen lebt) oder jede x-beliebige Siedlung im schönen Teutonien. 

Morgens um neun tummeln sich graue Gestalten vor der örtlichen Trinkhalle. "Gib mir Schnaps und Kokain, das Leben stinkt ich brauch Parfum". Er wettert sympathisch gegen den Ikea-Wahnsinn, scheisst dort ins Bällebad, sinniert über das "Mädel of my dreams" oder über eine mögliche Rockstarkarriere in Aserbaidschan. 

Lieder, die andere Menschen auf ihren Gitarren nachspielen können , sollen es sein. Eine Art neue Volksmusik. In jedem Bewusstsein, mit hohem Wiedererkennungswert. Catchy und kritisch. Eine unter Umständen tödliche Dosis fürs System.

Auf alle Fälle der Soundtrack für die Leute von der Strasse, Leser von Welsh oder aber eben Bukowski. Gut gemacht.

VÖ: 19.10.2007 auf Langstrumpf Records/Cargo