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2011/03/23

[Neuigkeiten] Frühling im Sinkkasten Arts Club

Der April ist eigentlich keine Konstante. Regen, Schnee, Sonne. Da ist alles möglich. Eine Konstante im April ist jedoch das außergewöhnlich gute Programm des Sinkkasten Arts Club in Frankfurt/Main. Angesagter englischer Indie-Rock, Lo-Fi-Garage aus Portland, isländischer Folk und russischer New-Wave. Da sollte doch für jeden etwas dabei sein. Tickets gibt es hier.

03.04.2011 - The ABC Club (UK)



12.04.2011 - Motorama (RUS)



15.04.2011 - The Thermals (USA)



20.04.2011 - Rökurro (ISL)

2010/12/20

[Neuigkeiten] Everything Thermals - The Thermals mit "Personal Life" endlich auf deutschen Bühnen

Die No-Fi-Helden aus Portland beehren zum Glück endlich mal wieder deutsche Bühnen. Hingehen und mitreißen lassen:

04.04. Köln - Gebäude 9
12.04. München - Hansa 39
13.04. Wien - Flex
14.04. Nürnberg - K4
15.04. Frankfurt - Sinkkasten
16.04. Dresden - Beatpol
17.04. Berlin - Lido
19.04. Hamburg - Knust 


2010/12/16

[Platten] The Thermals - The Body, The Blood, The Machine

ImageEs gibt wenige Bands, die einmalig und unverwechselbar sind. The Thermals gehören jedoch dazu. Ihr Sound ist ihre Visitenkarte. Eingängige melodiöse Indiemusik mit einer Brise Pop und Punk. Schon ihre beiden Vorgängeralben „More Parts Per Million“ und „Fuckin A“ begeisterten Fans und Kritiker. Denn diese waren unkompliziert, direkt, prägnant und einprägend. 

Meisterwerke, die nicht mal eine halbe Stunde Spielzeit hatten und auf denen kaum ein Song die Dreiminutenmarke knackte, fabrizierten die Thermals damals.

The Body, The Blood, The Machine ist also Streich Nr. 3 der Thermals. Und es ist ein Konzeptalbum geworden. Ein Konzeptalbum von den Thermals? Richtig gehört. Das Album umreißt das Szenario, dass christliche Fundamentalisten in den USA ein Faschistenregime errichtet haben. Gar nicht mal so abwegig, oder? Sie haben sich definitiv weiterentwickelt. Das Album knackt die berühmte halbe Stunde und die meisten Tracks sind länger als drei Minuten. Aber können die überhaupt die Spannung in einem Song solange aufrechterhalten? Denn bisher verfolgten sie schließlich ohne wenn und aber das Motto „In der Kürze liegt die Würze“. Aber don´t worry. Die Taktikumstellung hat reibungslos funktioniert.

The Thermals sind spielerischer geworden, fahren auch mal musikalische Umwege, nehmen hier und da auch mal das Tempo raus und klingen glatter. Aber das stellt nur eine logische Konsequenz einer aufwändigeren Produktion dar. Eine Produktion wie bei „More Parts Per Million“ die nur 60 Dollar kostete und daher ihren besonderen Garagencharme hatte, wird es wohl nicht mehr geben. Der Lo-Fi Sound vergangener Tage ist jedoch nicht weg. Ein bißchen davon steckt in jedem Song. Sie haben ihre Wurzeln, welche auch ihr Erfolgsrezept darstellen, nicht vergessen. Das beste Beispiel für die Beibehaltung alter Tugenden ist der Opener „Here´s Your Future“. Der hätte auch auf jedes andere Album der Thermals gepasst. Schrammelnde Gitarren, ein wenig Garagengefühl und kurz und gut.

„Power Doesn´t Run For Nothing“ beleuchtet dann die Weiterentwicklung der Band. Sage und schreibe 5 Minuten und 14 Sekunden Thermals-Action haben wir hier. Beachtenswert hier vor allem der längere instrumentale Teil der den Schluss einleitet. So was hätte es früher nicht gegeben. Aber genauso wie früher ist die Dichte der Spezies Ohrwurm auf „The Body, The Blood, The Machine“ angesiedelt. „A Pillar Of Salt“ zum Beispiel stellt Ansprüche auf den Song des Jahres. Auch der unwiderstehliche Chorus ist nicht mehr zu vergessen. In derselben Liga spielen das gediegenere „Test Pattern“ und ein Feger wie „An Ear For Baby“. Ach, eigentlich der ganze Rest der Platte ist vom selben Kaliber.

Man wird sich in diese Platte nicht beim ersten Hören verlieben, da sie für ein Thermals-Album zu komplex ist und auch die Erwartungshaltung eine andere gewesen ist. Aber wenn der Hörer „The Body, The Blood, The Machine“ genug Zeit gibt wird er alle Feinheiten und Delikatessen entdecken und sich in sie verlieben. Mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit. Everything´s Thermal!

www.thethermals.com

2010/12/15

[Platten] The Thermals - More Parts Per Million

ImageDie Thermals sind eine dreiköpfige Band aus Portland, Oregon. Mit ihrem Debütalbum “More Parts Per Million” gelingt ihnen ein Debüt nach Maß. Sänger, Songwriter und Gitarrist Hutch Harris nahm das Album im Frühling 2002 in kurzer Zeit auf einem Kassettenrekorder auf (!!!), wobei sich die Kosten für die Aufnahme des Albums auf 60 Dollar beliefen. 

Und gerade diese Tatsache macht dieses Album zu etwas ganz besonderem. Der NO-FI Sound, das rohe und ungeschliffene, lässt hier eine Band mit großer Zukunft erkennen.

Gleich der erste Song des Albums “It´s Trivia” lässt keine Fragen mehr offen. Musik ohne Kompromisse, ohne Umwege. Aber nun die berühmte Frage, die auch Werner Hansch und Gerd Rubenbauer immer wieder stellen: Kann dieses Anfangstempo gehalten werden oder bricht die Mannschaft um Hutch Harris ein? Aber auch “Brace and Break” und “No Culture Icons” sind Volltreffer. Vor allem “No Culture Icons” ist ein Lied der Superlative, quasi der Superstar der Platte. Wie ein Beckham in Madrid oder ein Kahn in München. Eine Melodie die im Ohr hängen bleibt und ein Refrain zum Mitsingen. Stadionatmosphäre. Aber es bleibt keine Zeit zum Luft holen. “Goddamn the Light”, “Out of the Old and Thin” und “I Know the Pattern" rocken sich noch mal die Seele aus dem Leib.

Krachende Gitarren und Melodien mit einer Brise Pop. Sub Pop eben. Jetzt ist Halbzeit. Selten eine so gute erste Halbzeit gehört. Es wurde nur gestürmt. Nichts mit hinten reinstellen und erst mal abwarten. So, den Schweiß abgewischt und weiter geht’s. Mit "Time to Lose" wird etwas langsamer losgelegt. Aber das bleibt auch die Ausnahme. Der erste Pfostenschuss. Aber danach wird wieder gestürmt. Über "My Little Machine" und "Overgrown, Overblown" zu "A Passing Feeling" und "Back To Gray". Die Massen sind begeistert. Sie wollen mehr. In der Nachspielzeit wird mit "Born Dead" und "An Endless Supply" der Kantersieg perfekt gemacht.

Das Spiel ist aus. Die Thermals gehen als Sieger vom Platz. Jetzt brauch aber auch ich erstmal eine kurze Pause zum Schweiß abwischen. Das Debüt der Thermals sind 28 knackige Minuten mit dreizehn Songs, die nur so vor Kraft strotzen und danach schreien die Tanzflächen zu erobern. Respekt.
Highlights: It´s Trivia, No Culture Icons, Goddamn the Light, Born Dead

www.thethermals.com/

[Konzerte] The Thermals - 10.12.2006 - Support: Fehlanzeige - Cookys/Frankfurt

"Auf ein Wiedersehen in bestimmt größeren Clubs". Das war der letzte Satz meines Reviews vom Auftritt der Thermals im Jahre 2004 im Frankfurter Cookys. Da sollte ich mich getäuscht haben. 
Denn etwas mehr als zwei Jahre später stehen die Thermals schon wieder auf der eigentlich viel zu kleinen Bühne des eher konzertungeeigneten Cookys. Aber es war eigentlich zu erwarten, dass sich alles zum Größeren hin entwickelt. Denn mit „More Parts Per Million“ und „Fuckin A“ gab es zwei großartige Alben, die überall mit Lobhuldigungen gepriesen wurden. Und die Thermals entwickelten sich definitiv zur Nummer Eins in ihrem Segment. Die Könige des Lo-Fi.

Einerseits kann man wirklich froh sein, dass die Thermals auch während dieser Tour wieder in den kleinsten Clubs spielen, denn dafür ist deren Musik gemacht. Andererseits handelt es sich bei den Thermals aber um eine Band, denen ich den Durchbruch so gönne wie keiner anderen Band. Aber wollen sie das überhaupt? Denn Anfang 2006 lehnten sie eine 50.000 Dollar Offerte von General Motors ab. Diese wollten den Song „It´s Trivia“ für einen Werbespot des Geländewagens Hummer verwenden. Die Band lehnte das Angebot jedoch umgehend ab, da General Motors Verbindungen zum Militär pflegt und wegen umweltschädlicher Autos nicht gerade zum positiven Weltklima beiträgt. Die Thermals bleiben sich also treu. Ruhm und Popularität wollen sie bestimmt. Aber nicht um jeden Preis. 

Die Thermals erspielen sich ihre Anhängergemeinde lieber durch energiegeladene Konzerte als durch gut bezahlte Werbespots. Wie auch schon vor zwei Jahren ersparte man sich eine Vorband. Als das Cookys wohlgefüllt war, kamen Hutch Harris, Kathy Foster, Lorin Coleman und ein Zusatzgitarrist ohne viel Tamm-Tamm auf die Bühne. Losgelegt wurde gleich mit „Our Trip“ und danach ließ sich gleich erschließen welch vorzüglicher Konzertabend bevorstehen würde. Sänger Hutch Harris verausgabt sich am Mikrofon und an seiner Gitarre mit einer unglaublichen sympathischen Gestik in denen er die Tragweite seiner Songs geradezu beschwören will. Kathy Foster bedient ihren Bass und lässt ihre Löckchen auf und ab fliegen. Lorin Coleman an den Drums agiert unauffällig aber doch gewaltig an den Drums. Und der Zusatzgitarrist ohne Namen gibt eine musikalische Unterstützung, die die Klangwelt der Thermals noch um eine Dimension erweitert.

Das Wort Pause kennt die Band nicht. Und auch ein Freund von längeren Ansagen zwischen den Songs ist Herr Harris nicht. Aber sie sind schließlich auch nicht gekommen um mit dem Publikum Konversation zu betreiben. Die wollen einfach nur spielen. Einfach auf den Punkt kommen. Und den treffen sie genau.
Nach „Our Trip“ folgt eine wunderbare Mischung aus „More Parts Per Million“, „Fuckin A“ und „The Body, The Blood, The Machine“. Wäre diese Mischung ein Kuchen würde er köstlich schmecken. Vor allem die neuen verspielteren Songs wie „Power Doesn´t Run For Nothing“ und „An Ear For Baby“ brachten die nötige Abwechslung zu den Zweiminütern. Mit der Zeit wurde auch das Publikum thermal und die kleine Fläche vor der Bühne verwandelte sich in eine Hüpfburg für junge, erwachsene Menschen. Und da musste sogar Herr Harris mal lächeln, dem es anscheinend gefiel, dass er gerade eine kleine Masse an Menschen, die seine Lieder sangen, unter seiner Kontrolle hatte.

Mit dem oben schon erwähnten „Power Doesn´t Run For Nothing“ und „Back To Gray“ endete das reguläre Konzert. Die Band ging dann kurz in den improvisierten Backstageraum, inhalierte an der einen oder anderen Zigarette und kam für die obligatorischen Zugaben wieder. Mit „God And Country“, „It´s Trivia“ und „Top Of The Earth“ setzten die Thermals dem Konzert die Krone auf. Durch die Forderungen des sehr motivierten Publikums weiterzuspielen sah sich Hutch Harris veranlasst nochmal auf die Bühne zu kommen um mit einem “That´s all we got“ das Konzert für beendet zu erklären. Der einzige Wermutstropfen war jedoch, dass das geliebte „Everything Thermals“ ausgeklammert wurde.

Aber auch das schönste und energiegeladenste Konzert muss einmal zu Ende gehen. Die Band ließ jedoch nur glückliche Konzertbesucher zurück. Vielleicht erzählen diese ihren Freunden wie grandios dieses Konzert war, so dass das nächste Mal ein etwas größerer Club angesteuert werden kann. Zu gönnen wäre es ihnen. Aber bis dahin: The Thermals go right to your head/The Thermals have sex in your bed/Everything in circles/Yeah, everything Thermals…

2010/12/14

[Konzerte] The Thermals - 09.08.2004 - Support: Fehlanzeige - Cookys/Frankfurt

Nachdem ich von den Thermals ungefähr eine Handvoll Lieder kannte und las dass sie ein Stell-Dich-Ein in der Stadt am Main geben würden, beschloss ich dem doch mal beizuwohnen. Nach längerem Warten vor dem Eingang des Cookys bei sommerlicher Abendhitze, ging es dann ein paar Treppen hinab in den Club. Auf den ersten Blick für Konzerte nicht ganz so gut geeignet, da die Bühne nicht wirklich groß ist und sogar die Monitore vor die Bühne auf Beckskästen gestellt werden mussten.

Also alles recht improvisiert. Aber ist ja auch irgendwie sympathisch. Rechts neben der Bühne war eine kleine Sitzecke, was den Backstageraum darstellen sollte. Dort hielt sich die Band die ganze Zeit vor dem Konzert auf und waren offen für jegliche Art von Gesprächen mit ihren Fans. Hinter der Tanzfläche waren drei größere Stufen, von denen man einen perfekten Blick auf die kleine Bühne hatte. Das Cookys war vor dem Konzert gut gefüllt, meines Erachtens nach sogar ausverkauft. Ohne viel Gerede legten die Thermals dann auch schon mit "It´s Trivia" los. Und Zeit zum Luft holen blieb kaum. Sie spielten ihre beiden Alben "More Parts per Million" und "Fuckin A" fast komplett durch ohne irgendwelche Ansagen zwischendurch. Teilweise merkte man kaum, dass ein neues Lied begann. 

Hutch Harris, der Leadsänger, schwitze sich alle Poren trocken, Jordon Hudson an den Drums kloppte wie ein Verrückter auf sein Schlagzeug und Kathy Foster am Bass spielte das Set konsequent runter. Bei Songs wie "Our Trip" oder "This is How We Know" konnte wohl keiner mehr seine Beine still halten. Als Zugabe gab es dann noch "No Culture Icons" welches von den Leuten vor der Bühne am meisten abgefeiert wurde. Nach knapp einer Stunde war dann Schluss. Aber was will man mehr? Auf ein Wiedersehen in bestimmt größeren Clubs.