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2010/12/18

[Interviews] Terror

Terror sind ja nun spätestens seit dem Release ihres aktuellen Albums "Always The Hard Way" und der DVD "The Living Proof" eine feste Instanz im Hardcoregeschäft. Grund genug, sich Frontmann und Sänger Scott Vogel mal zur Brust zu nehmen und ihn ordentlich zu löchern.
Bei der diesjährigen Persistence Tour, die am 30.11 im Wiesbadener Schlachthof ihren Anfang nahm, bot sich mir die perfekte Gelegenheit, genau dies zu tun. Scott erschien pünktlich und äußerst gut gelaunt zum vereinbarten Termin, und nahm sich ganz gelassen die Zeit mit mir über sich selbst, Terror, Hardcore im Allgemeinen und die Zukunft zu plaudern.

2010/12/16

[Platten] Blind Guardian - A Twist In The Myth

ImageVier Jahre ist es nun her, seit die Power Metal-Kombo aus Krefeld ihr letztes Studioalbum "A Night At The Opera" veröffentlichte und damit bei den Fans sehr gespaltene Reaktionen hervorrief. Nachdem man schon Anfang des Jahres 2006 die Single "Fly" auf den Markt warf, folgte jetzt im Herbst mit "A Twist In The Myth" das dazugehörige Album, das in kommerzieller Hinsicht (Platz 4 in den deutschen Album-Charts, "Fly" in Japan auf Platz 1 der Single-Charts) bereits überzeugen konnte und wie der Vorgänger musikalisch neue Wege beschreitet.

In der Zwischenzeit hat sich auch in der Stammbesetzung der Band etwas getan. Blind Guardian-Mitbegründer und Drummer Thomas Stauch verließ aufgrund von musikalischen Differenzen schon 2005 die Band und widmet sich seitdem voll und ganz seinem Projekt "Savage Circus". Mit Frederik Ehmke hat Blind Guardian zwar einen würdigen, keinesfalls aber gleichwertigen Nachfolger für ihm gefunden.
Produziert wurde "A Twist In The Myth" übrigens von keinem geringeren als Charlie Bauerfeind, der schon für Bands wie Hammerfall oder Motörhead arbeitete.

Mit "This Will Never End" und "Otherland" stehen zunächst zwei großartige, recht schnelle und von der Stimmung her trüb-melancholische Stücke auf dem Programm. Dies wandelt sich bei "Turn The Page" schlagartig - das sorgt für Abwechslung. Den Hype um "Fly" kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen. Sowohl textlich als auch technisch ist das Stück meines Erachtens bestenfalls unteres Mittelmaß von dem, was Blind Guardian zu bieten hat.

"Another Stranger Me" ist ein weiteres Highlight, wobei man hier schon fast einen Gesangs-Overkill bekommt. Wo wir gerade beim Thema Gesang sind: Ganz so überproduziert wie manches Mal in der Vegangenheit ist selbiger nicht mehr, allerdings braucht man auch bei "A Twist In The Myth" einige Hände, um alle Gesangsspuren abzuzählen.

Auf dem Album findet man mit "Carry The Blessed Home" und "Skalds And Shadows" auch zwei Balladen. Besonders letztere ist zweifelsohne ein Hammer! Wunderschöne Instrumentierung, untermalt mit Chorgesang - und dennoch kommt Hansis Stimme hier voll zur Geltung. Weiter geknüppelt wird hingegen bei "Lionheart" und "The Edge", auch wenn diese Songs nicht an das Niveau der ersten Hälfte der Platte herankommen. "The Edge" erinnert an die "Imaginations From The Other Side"-Ära und dürfte somit manchen Alt-Metaler sehr erfreuen. Die letzten beiden Titel sind nichts besonderes, runden das Album aber passend ab.

Fazit: Blind Guardian liefern mit "A Twist In The Myth" ein solides Stück Musik ab. Von technisch-musikalischer Seite gibt es wie zu erwarten nichts zu kritisieren. Textlich sind manche Songs wie "Fly", "Lionheart" oder "Dead Sound Of Misery" zwar etwas dünn, aber zusammenfasend kann man sagen, dass Blind Guardian sich seit "A Night At The Opera" doch ein gutes Stück weiterentwickelt haben und nach wie vor überzeugen können. Selbstverständlich werden sie sich von mancher Seite (wie nach den letzten Veröffentlichungen auch) anhören müssen, man orientiere sich immer mehr am Mainstream, aber dies wird die Truppe um Hansi Kürsch hoffentlich nicht davon abhalten, weiterhin qualitativ hochwertigen Metal zu produzieren.

2010/12/15

[Konzerte] Götz Widmann - 19.01.2007 - Support: Lesung des Bassisten - Vortex/Siegen

Einmal im Jahr braucht man das eigentlich: Götz Widmann - live on stage. Der Liedermacher aus Bonn (Ex Joint-Venture) macht das Gott sei Dank auch möglich, da er - fleißig wie ein Bienchen - durchgehend am Touren ist und die ganze Republik mit seiner Lebensphilosophie bereist. Da das auf dem 'Traffic Jam - Festival' angekündigte Konzert in Hanau scheinbar doch nicht stattfinden sollte, machte man sich schließlich auf nach Siegen, um sich dort einen Freitagabend im Vortex mit Musik zu Gemüte zu führen.
Gegen 9 Uhr sollte dann der quasi als "Support" fungierende Bassist Widmanns eine kleine Lesung halten, und pünktlich wie die Maurer betrat er die Bretter des kleinen Clubs. 

Die Geschichte, die einem vorgetragen wurde handelte vom täglichen WG-Leben - 'etwas' überspitzt dargestellt, aber teilweise doch ziemlich realitätsnah. Da das Dargebotene scheinbar jedoch nicht auf großen Anklang zu stoßen schien, war bereits nach 15 Minuten schluss und Götz Widmann betrat eine viertel Stunde früher als angesetzt die Bühne, um für den Rest des Abends das Zepter in die Hand zu nehmen.
Image Und schon befand man sich mitten in einem fast zweistündigen Konzert voller alter und neuer Hits. Das Publikum stellte sich als sehr textsicher heraus und so wurden fast alle Lieder (besonders die der live-CD 'Drogen') lautstark mitgesungen. Natürlich befanden sich auch neue Werke vom aktuellen Silberling 'Habt euch lieb' unter den deargebotenen, welche nebenbei noch von dem bereits erwähnten Bassisten begleitet wurden. 'Politiker beim ficken', 'Zöllner vom Vollzug abhalten auf der A4', 'Badmülleimer', 'Chronik meines Alkoholismuss', 'Ich schäme mich beim Wichsen', 'Eduard, der Haschischhund', 'Der Esel' (allein vom Publikum gesungen), 'Die zwei Trauben' und noch viele weitere Knaller wurden unter das Volk gebracht. Nach ungefähr 50 Minuten wurde dann eine kleine Pause eingelegt - gerade noch rechtzeitig, denn so langsam wurde es in der ausverkauften Bude mehr als stickig. Weiter ging es im Galopp und natürlich durften auch die obligatorischen Ansagen und Entstehungsgeschichten zu den jeweiligen Liedern nicht fehlen, wobei wieder einmal die hervorragenden Entertainerqualitäten des Herrn Widmann durchschimmerten. 

Mehrere Male ließ sich der Meister zum Schluss noch wieder auf die Bühne bitten um weitere Zugaben zu spielen. Gegen viertel vor 11 war dann schließlich Schluss und obwohl man sich nicht großartig in dem engen Schuppen bewegt hatte, war man doch ziemlich geschwitzt. Im Anschluss konnte man sich noch auf einen kleinen Plausch mit Götz einlassen und seine Eindrücke vom Konzert loswerden.

Einmal sollte sich eigentlich jeder mal ein Konzert des Liedermachers aus dem Westen der Republik ansehen. Für 10 Euro ist das definitiv drin und auch Zuschauer, die nicht gerade dem Hasch- oder Alkoholkonsum verfallen sind werden ihren Spaß an der Sache haben. Garantiert!

2010/12/14

[Konzerte] Blind Guardian - 11.09.2006 - Support: Astral Doors - Stadthalle/Langen

Nach einigen Jahren Abstinenz war es im Herbst diesen Jahres wieder soweit: Blind Guardian tourten durch Deutschland und machen wie schon 2002 Station in Langen. Entsprechend gut gefüllt war die für ein solches Event doch recht beschauliche Stadthalle.

Als Vorband eröffneten die Schweden von "Astral Doors" den Abend und boten soliden Metal, der das Publikum schon mal in Stimmung brachte. Schon jetzt war die Halle proppevoll, spätestens am Ende der Vorband war kein vorankommen mehr möglich. Es drängte sich bei mir mehr und mehr die Frage auf, ob das wirklich eine geeignete Location für ein solches Konzert ist, zumal die Halle auch nicht gerade gemütlich wirkt. Der Stimmung der Fans sollte das an diesem Abend jedoch keinen Abbruch tun, auch wenn sich noch weitere organisatorische Schwächen offenbaren sollten. So sind etwa 2 Theken für geschätze 800 durstige Gäste einfach zu wenig.

Spätestens als die Jungs um Hansi Kürsch dann schließlich die Bühne betraten und mit "Into the Storm" ihren Auftritt begannen, waren diese Unzulänglichkeiten vollends vergessen. Weitere Klassiker wie "Born in a Mourning Hall", "Nightfall" oder "Time Stands Still" heizten ordentlich ein. Bei "Valhalla" wollten die Refrain-Gesänge des Publikums auch noch Minuten nach Ende des Songs kein Ende nehmen, wovon Hansi trotz jahrelanger Bühnenerfahrung sichtlich beeindruckt war.

Vom neuen Album, das ja zum Teil heftige Kritik einheimste, wurden "Fly" und "Another Stranger Me" zum besten gegeben, wobei insbesondere letzteres live meines Erachtens absolut überzeugen konnte.
Traditionsgemäß beendet wurde der Auftritt mit "Mirror Mirror". Die Krefelder gaben noch einmal alles, und nach fast 2 Stunden verabschiedete man sich unter tosendem Beifall mit ausgiebigen Verbeugungen vom Publikum.