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2010/12/17

[Platten] Blinding Zoe - Enigmatic Trips

ImageBlinding Zoe. Klar, die kennen wir doch noch. Drei Karlsruher Jungs, die 2007 eine EP rausgehauen haben, die qualitativ nicht von schlechten Eltern, innovativ aber eher das schwarze Schaf der Familia war. Nun wagen sich die Buben an einen Tonträger in Albumlänge. Enigmatic Trips.

Heavy geben sie sich. Tiefe Gitarren im Opener Samsara und dem folgenden Warlord. Eine Härte, die schnell verschwindet, Wenn Sänger Mark mit seinem extrem melodischen Gesang einsetzt. Wieder drängen sich Silverchair und ihr Frogstomp als Referenz auf. Schlechte Musik klingt anders.

Leider krankt das Songwriting der Band. Gehen die beiden angesprochenen Songs noch mehr oder weniger straight nach vorne, sind Songs wie Sandglass oder Numbed blutleere Nummern, die auf biegen und brechen nicht hängen bleiben wollen.

Im großen und ganzen bleiben die Songs beliebig untereinander austauschbar. Zu gleichförmig gestalten sich die Gesangsstrukturen. Da kann der Bass zu Beginn von Cycle noch so böse wummern, die Gitarren noch so böse klingen. Eine Minute geht der Song gut, dann rutscht er im Refrain in die allgemeine Trantütigkeit ab, um sich glücklicherweise gegen Ende hin zu dem Besten Stück auf der Feder Blinding Zoe's zu entwickeln.

Irgendwie ärgerlich, das den Jungs das Gespür für Eingängigkeit fehlt. Deshalb leider nur Mittelmaß.
www.blindingzoe.de

VÖ: 07.09.2009 auf FinestNoise/Radar

2010/12/16

[Platten] Blinding Zoe - dto.

ImageBlinding Zoe kommen aus Karlsruhe, Blinding Zoe rocken was das Zeug hält. Sagen zumindest Blinding Zoe. Schauen wir doch mal.
"Anger", "Energy", "Result", "Hope", "Dispair" und ein im Kontext dämlich wirkendes "Bonus Track" stehen als Fußnote an den Songtiteln.

Alles Attribute, die auf die Musik der drei Jungs auf ihrer gleichnamigen EP zutreffen. Die Gitarren kommen druckvoll, Sänger Mark Neusatz beherrscht sein Handwerk und generell sind die Songs abwechslungsreich aufgebaut. 

Dummerweise schielt die Band extrem zu großen Vorbildern. "Nothing but pitiful" erinnert an die guten Phasen eines Daniel Johns, "Back to stay" trudelt zwischen den "Deftones" und "Staind" und das lange "Drift" erinnert durch Songstruktur, Gesang und Spielzeit an die übermächtigen "Tool". Viele Namen, bei denen sich die Baden - Württemberger Band selbst auf die Schulter klopfen kann, denn gegenüber den Idolen fällt "Blinding Zoe" nur bedingt ab.

So macht die große Stärke auch die größte Schwäche der Platte aus, denn wenn ich die "Deftones" hören will, dann krame ich "White Pony" aus dem Regal. Der Beipackzettel lügt einem dann etwas von "persönlichem Stil" vor. Dream on. 

Schade eigentlich, denn in einem Punkt haben sie wirklich recht, die Band rockt tatsächlich. Sehr geehrte "Blinding Zoe", solltet ihr ein Album planen, dann habt den Mut auch mal eigene Ideen in eure Musik einfließen zu lassen. Bis dahin macht ihr eben nur verdammt gute Musik, die ich in der Form jedoch schon mehr als einmal gehört habe und die dadurch schnell an Reiz verliert.

VÖ: 12.11.2007 unter FinestNoise/Radar