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2010/12/15

[Konzerte] The Subways - 30.05.2008 - Support: The Codes/The Screening - Venue/Leicester

Hättet ihr dazu Lust? Trennung von der Verlobten und dann den ganzen Tag, die ganze Woche, eigentlich die ganze Zeit mit ihr verbringen. Die Meisten werden diese Frage mit einem klaren Nein beantworten. Ziemlich normal. Nicht so bei Billy Lunn und der hübschen Charlotte Cooper. Verlobt, getrennt und alles in Ordnung. Nach außen hin auf jeden Fall. Aber was solls? Es geht schließlich um die Musik und nicht um den neuesten Stoff aus der Klatschpresse. Die Venue zu Leicester war nicht sonderlich gefüllt. Dies könnte einerseits an den sommerlichen Temperaturen an diesem Abend gelegen haben oder daran, dass die Subways nach drei Jahren ohne neues Album etwas in Vergessenheit geraten sind. Obwohl das schwer zu glauben ist. Denn schließlich war die Band mit diversen Tracks in mehreren Werbekampagnen vertreten, was ihnen eine gesonderte Aufmerksamkeit brachte und die Haltbarkeitszeit der Songs merklich verlängerte.

Nun nach drei Jahren hat die Band also ein neues Album im Gepäck dessen Veröffentlichung unmittelbar bevorsteht. „All Or Nothing“ heißt der Silberling und hat mit der Download-Single „Girls and Boys“ schon eine erste Duftnote hinterlassen. Man konnte nur hoffen mehr neues Material in der Setlist zu finden. Und das war glücklicherweise der Fall. Mit einem großen Subways-Banner im Hintergrund betrat das Trio die Bühne und legten ungehemmt los wie die Feuerwehr. Charlotte Cooper turnt gar nicht mädchenhaft mit ihrem Bass umher und muss aufpassen, dass sie damit nicht ihrem Ex-Verlobten Billy Lunn ins Gesicht schlug. Billy Lunn selbst entledigt sich nach kurzer Zeit zur Freude des weiblichen Publikums seines Shirts, was bei den schweißtreibenden Temperaturen in der Halle auch nur konsequent erschien.

Definitiv geben die Drei alles um zu gefallen.Mit den allseits bekannten und beliebten Klassikern wie „Rock n’Roll Queen“ und „Oh Yeah“ bekommt man auch das müdeste Bierzelt zum tanzen. Generell waren die Tracks von „Young For Eternity“ eine sichere Bank. Aber wie reagierte das Publikum auf das vorgetragene neue Liedgut? Zurückhaltender natürlich weil unbekannt. Aber das Potential ist vorhanden um „Young For Eternity“ nahe zu kommen. Der Sound ist etwas härter und rauer, was deutlich bei „Girls And Boys“ herauskommt. Die neue Single „Alright“ ist eher dem typischen Subways-Sound zuzuordnen.

Während dem Konzert entschuldigte sich Billy Lunn, dass die Anhängerschaft so lange auf ein neues Album warten musste und er sich daher freue, dass die Menschen zu den Konzerten kommen. Höhepunkt des Abends ist die Gänsehautversion von „ I Want To Hear What You’ve Got To Say“ während der Zugabe als der Saal die Anfangszeilen des Songs ganz alleine gröhlt. Zum Schluss kommt noch das obligatorische in die Massen springen von Mr. Lunn, was etwas zu geplant und gezwungen daherkommt. Aber was macht man nicht alles um den Kids zu gefallen...

[Konzerte] Blood Red Shoes - 29.01.2008 - Support: The Screening/Make Model - Charlotte/Leicester

Was für eine Freude keimte da in mir auf als ich darüber informiert wurde, dass Blood Red Shoes in Leicester auftreten würden. Denn diese Band wird zu recht als das nächste große Ding gehandelt und es wird nur eine Frage der Zeit sein bis sie die Carling Academys des Landes füllen. Also schnell nochmal im kleinen Rahmen begutachten bevor alles zu groß wird. Als Support fungierten, wie bei fast jedem Konzert im Charlotte, The Screening. Aber sie heben sich einfach nicht vom Durchschnitt ab mit ihrem Alles-Gleich-Rock. Deswegen wurde diese Band diesmal auch vorsätzlich ausgelassen. Den zweiten Support-Slot füllten an diesem Abend Make Model aus Schottland. Frischer, fröhlicher und sonniger Indie-Pop, der nur auf die richtige Jahreszeit wartet. Abwechselnd männlich-weiblicher Gesang und schöne Melodien ließen den Applaus zum Ende über das Normale was einem Support normalerweise gebührt hinausgehen.

Die Bühne des Charlotte ist äußerst winzig, was bei Blood Red Shoes jedoch kein Problem darstellt. Denn zu zweit braucht man nicht viel Platz. Hier wird auf alles Überflüssige verzichtet. Schlagzeug und Gitarre. Muss langen. Umso weniger Platz war jedoch im Zuschauerraum. Ohne richtiges Album und mit nur ein paar veröffentlichten Singles packen Laura Mary Carter und Steve Ansell es jedoch Hunderte Zuhörer ins Charlotte zu locken.

Natürlich ist der Vergleich zu den White Stripes allein durch die Konstellation nahe liegend. Aber ohne übertreiben zu wollen, muss man sich eingestehen dass die Blood Red Shoes in dieser frühen Anfangsphase ihrer Karriere vielleicht schon viel weiter sind als die White Stripes es zu diesem Zeitpunkt waren. Vor allem die äußerst hübsche Gitarristin Laura Mary Carter überrascht mit ihrem äußerst druckvollen, scharfen und einprägsamen Gesang. Als Beispiel sei hier nur „That Doesn´t Matter Much“ genannt bei dem sie ihrem Duettpartner immer wieder ein krachiges „Yeah, Yeah, Yeah“ im Refrain um die Ohren haut. Da könnte man sich glatt verlieben. Und Steve Ansell verausgabt sich an seinen Drums und bekommt es trotz seiner wilden Einlagen immer hin den richtigen Ton zu treffen. Beeindruckend. Und genauso beeindruckend die Darbietung von potentiellen Tanzflächenfüllern wie „Getting Boring by The Sea“, „You Bring Me Down“ oder „I Wish I Was Someone Better“.

In dieser Band steckt ein enormes Potential. Wenn dieses komplett ausgeschöpft wird müssen sich die White Stripes warm anziehen. Und besser aussehen tun sie auch noch.