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2010/12/15

[Platten] Blink 182 - Greatest Hits

ImageAus. Schluss. Vorbei. Die wohl berühmteste Pop-Punk-Combo der Welt ist nicht mehr. Schon Anfang 2005 sprach Travis Barker von einer Pause. Mehr und mehr kristallisierte sich jedoch heraus, dass es sich um keine gewöhnliche Pause handelte, sondern um das Ende der Band. 

Was fühlt jetzt der Musikliebhaber? Trauer oder Freude? Schwer zu beantworten. Trauer, weil es keine Pop-Punk-Konsens-Hymnen wie „All The Small Things“ mehr geben wird. Freude, weil so bescheuerte nichtssagende Albumtitel wie „Take Off Your Pants And Your Jacket“ der Vergangenheit angehören werden.

Aber mal ganz ehrlich: Hatten wir alle Blink 182 nicht immer ein bißchen gern oder sogar mehr als das? Vor allem nach ihrem selbstbetitelten letzten Longplayer, der wirklich überraschte und mit musikalischen Feinheiten aufwartete, die man von einer Band wie Blink 182 so gar nicht erwarten konnte. Besser konnten sie nicht mehr werden. Und auf dem Zenith seines Könnens und Schaffens aufzuhören haben viele Künstler verpasst. Blink 182 nicht. Sie finden den richtigen Zeitpunkt einen Schlussstrich zu ziehen.

Bevor Blink 182 jedoch gänzlich der Vergangenheit angehören werden, bringen sie mit ihren Greatest Hits ein Werk heraus, dass sämtliche Stationen ihrer Karriere beleuchtet. Es enthält alle Singleauskopplungen, den “Meet The Barkers”-Titelsong “Another Girl, Another Planet”, das bisher in Deutschland unveröffentlichte “Not Now” und eine Liveversion von “Aliens Exist”. Wer die Platte einmal ganz durchhört, wird überrascht sein von der Entwicklung der Band. Es ist eine Art Chronik des Schaffens von Blink 182.

Von den Anfängen mit dem punkigen ungeschliffenen „Carousel“, hin zu „Dammit“, welches die Richtung anzeigte die Blink einmal einschlagen würden, nämlich melodischer Pop-Punk für alle. Weiter zu den Fun-Punk Hits „All The Small Things“ und „What´s My Age Again von “Enema Of The State”. Die Reise wird fortgesetzt bei “Take Off Your Pants And your Jacket”, wo uns “Stay Together For The Kids”, “Rock Show” und “First Date” erfreuen. Die musikalische Chronik des Schaffens endet mit“Always” vom selbstbetitelten Album.

Viel neues bietet die Greatest Hits merklich nicht. Aber als Zusammenfassung der Schaffensperiode von Blink 182 macht sich die Greatest Hits im Plattenregal doch ganz gut.

www.blink182.de

2010/12/14

[Konzerte] Blink 182 - 11.12.2004 - Support: Sugarcult/Kinison - Messehalle West/Münster

Von den Einen als vorpupertäre Hosenscheisser verschrien, von Anderen (zumeist von pupertären Hosenscheissern) abgöttisch als die beste Band des Universums verehrt. Blink 182, eine Band an der sich die Geister scheiden.

Die es jedoch mittels einem ganzen Sack voll Bubblegum-Ohrwurm-Songs hinbekommen hat, eine ganze Generation von Jugendlichen auf die "richtige" Schiene, die Vorstufe zu ernsthafter Gitarrenmusik zu lenken, bedachten Deutschland immerhin mit sage und schreibe einem Auftritt, und zwar Münster, nahe der holländischen Grenze. Wir liessen uns da nicht lange Lumpen und besuchten das Konzert der drei lustigen Gesellen in der Messehalle Mitte im Hoheitsgebiet der Münsteraner.

Trotz winterlichen Temperaturen ist der Vorplatz der Messehalle ziemlich gut besucht, alle wollen rein und nehmen keinerlei Rücksicht auf den Nebenmann da wird mit der Zahnspange gekratzt und falsche Piercings fallen gleich reihenweise aus aufgerissenen Mündern. 

Hätte alles nicht sein müssen, doch die örtliche Security nimmt es mit den Sicherheitskontrollen sehr genau, kontrolliert alles und jeden bis aufs Blut und riskiert somit das einige potentielle Konzertbesucher einfach plattgedrückt werden.
In der Halle fällt vor allem der etwas ungünstige Bühnenaufbau, entlang der Querseite der Halle, auf. Um 19 Uhr 30 (der Beginn war laut Eintrittskarte für 20 Uhr vorgesehen) betreten Kinision die Bühne und legen im Vergleich zu den Bands, die im späteren Verlauf des Abends spielen werden, ernsthafte Ansätze von guter Musik an den Tag. Der quietschige Sänger erstickt jedoch jeglisches Verlangen danach, sich intensiver mit dieser Formation beschäftigen zu wollen.

Als zweites geben sich Sugarcult die Ehre und langsam kommt etwas Schwung in den lahmen Haufen, der sich Publikum nennt. "Stuck in America" eröffnet das doch sehr eintönige Set und schafft es das "Audience" bei der Stange zu halten. Eine weitere Band auf meiner "Muss ich nicht mehr sehen"-Liste.

Nach einer halben Ewigkeit rülpst der Hauptact ins Mikro und die Masse springt. Mit "Feeling this" und "Easy Target" wird ein solider Grundstein für einen gelungenen Abend für "Funpunk deluxe" abgeliefert. Hits wie "Mutt", "All the small things", "Whats my age again", "Anthem Part 2", "The Rock Show", "Stockholm Syndrom" gibts am Fliessband, nur dummerweise ist der Sound dermassen schlecht, dass man schon eingefleischter Liederkenner sein muss, um der Show folgen zu können. Songtechnisch liegt der Schwerpunkt auf den letzten drei Studioalben, alles was davor kam, wird auf "M&M's" und "Dammit" reduziert, nicht unbedingt ein Beinbruch.

Die drei Buben auf der Bühne scheinen ebenfalls Bock auf das Konzert zu haben und reissen mehr oder weniger lustige Witze "His name is Shithead" und beweisen das an Ihnen nicht nur auf Songtextebene ein Poet verloren gegangen ist "I fucked your mother". Davon mal abgesehen, sind die drei, besonders Bassist Mark Hoppus, ganz symphatische Kerle, wenn auch die Micky Mouse Stimme von Tom DeLonge mehr an den Nerven zerrt, als der Lärm von ner Grossbaustelle um Mitternacht.

Lustig mit anzusehen ist die Tatsache, dass bei "härteren" Lieder und vermehrten Hüpfaufkommen eine Art Massenflucht in den ersten Reihen zu verzeichnen ist. Keiner will rumgeschubst werden. Das bei ruhigen Liedern Handys als Feuerzeugersatz dienen, fällt dann eher in die Abteilung "Bizarr".


Um 23 Uhr ist der Spuk, nach einigen Soli der einzelnen Musiker, zu Ende und die Halle beginnt sich zu leeren, die kleinen Punkers werden von ihren Eltern in die Autos verfrachtet, zurück bleibt eine verwaiste Bühne und die Frage ob man das dargebotene gut oder schlecht finden soll, denn von technischer Seite her war das Konzert unter aller Sau. Aber irgendwie sind se ja symphatisch und machen Stimmung. Wie schon gesagt, an der Band scheiden sich die Geister.