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2010/12/15

[Konzerte] Ritual - 14.11.2009 - Support: Escalation/Annotation/Deny Everything/Tackleberry - AK44 - Gießen

Samstagabende sind im Gießener AK eigentlich immer eine relativ runde Angelegenheit. Entweder locken Elektroparties oder ausufernde Konzerte das Publikum aus Mittelhessen und darüber hinaus an. Und in der Regel dauert es lang. So lang, dass bei Konzerten der letzte Ton schon einmal erst um halb 4 Uhr morgens gespielt wird. Der letzte Samstag mit Ritual, Tackleberry und zig andere Bands stand jedoch ganz im Zeichen sonntaglicher Frühaufsteher.

Um 19 Uhr war Einlass. Da viele Bands auf der Liste standen auch eigentlich eine ganz gute Überlegung. Wir kamen jedoch erst um 21 Uhr an und verpassten somit gerade die letzten Akkorde von Escalation. Naja, somit war Annotation die erste Band für uns an diesem Abend und für eine knappe halbe Stunde gabs von den Jungs sehr ordentlichen Hardcore aus Westfalen auf die Ohren. Waren zwar schon einige Leute da, aber vor die Bühne traute sich noch keiner so wirklich. Kräfte schonen? Verständlich.

Im Anschluss dann der erste bekannte Name auf bzw. vor den Brettern: Deny Everything aus Köln. Ganz großer Hardcorepunk mit etwas mehr Bewegung und Textsicherheit seitens des Publikums. Knapp 30 Minuten gabs auch für die Domstädter, die zeitweise in positiver Art und Weise an die Shook Ones aus Amiland erinnerten. 

Image Spätestens bei Tackleberry waren dann alle wach. Die Nordlichter gingen dermaßen ab, dass es eine wahre Freude war ihnen zuzuschauen. Amüsante Ansagen von Sänger „Hammer“ und über die Musik muss man im Grunde auch keine Worte mehr verlieren. Schicker Hardcore-Punk, der an dem Abend den Nerv vieler getroffen zu haben schien. Können echt gerne wieder kommen und wurden auch dementsprechend abgefeiert.

Interessant war auch zu hören, dass die meisten Bands an diesem Abend bereits zuvor schon einmal  im AK gespielt zu haben schienen. Alle konnten da jedoch nur eine Handvoll Leute vor die Bühne locken und umso schöner, dass das Gesamtpaket dieses Mal für ein volles Haus sorgte.

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Für den krönenden Abschluss sorgten dann gegen viertel vor 12 Ritual aus Recklinghausen. Mit der aktuellen Scheibe Beneath aging flesh and bone am Start ging es auch gleich mit dem Überbrett „Nation of flies“ los. Vor der Bühne für AK-Verhältnisse massig Bewegung, ordentlicher Kampf ums Mikro und nach einem Lied schon wieder Schluss. Gitarre hinüber, eine Band konnte aushelfen und so ging es flott weiter im Programm. So ziemlich das komplette Album heruntergespielt und zwischenzeitlich noch einige Stücken der Wolves-EP eingestreut: Sehr, sehr geiler Auftritt und für viele auch zu Recht die Band des Abends.

Abschließend also ein rundum gelungener Abend mit viel Musik und Ohrenpfeifen. Solche Bandpakete für ein Wochenende zu buchen, scheint stets zu laufen und auf das Nächste darf man bereits gespannt sein.

[Konzerte] Vitamin X - 06.02.2009 - Support: AYS/Union Town/The Real Danger/Deny Everything - Cafe Nova/Essen

Für Hardcoreshows musste ich bis jetzt eigentlich noch nie in Richtung NRW ausweichen. Das meiste gab es vor der Haustür zu bewundern, so eigentlich auch bei Vitamin X. Die machten vor kurzem Halt im beschaulichen Gießen und brachten dort das Ak44 zum Kochen. Da ich aber zeitlich verhindert war, fiel dieser Termin für mich ins Wasser. Also ab zum nächsten Wochenendtermin nach Essen, um da wenigstens mal einen gescheiten Liveeindruck zu bekommen.

Image Leicht zu finden war das Café Nova in Essen bei weitem nicht. Knapp 3, 5 Stunden Fahrtzeit bei 200 km sprechen da eigentlich für sich. In der wahren „Schönheit“ des Ruhrpotts versunken wies uns schließlich eine freundliche, alteingesessene und fachkundige Tankstellenchefin den restlichen Weg zum Nova. Gesagt, getan. Gefunden, geparkt. 

Draußen, wie drinnen war schon einiges los und nachdem wir Deny Everything verpasst hatten waren jetzt The Real Danger dabei die Menge schon ein wenig in Stimmung zu bringen. Klappte auch ganz gut. Einige Kids erwiesen sich als durchaus textsicher und machten den Niederländern ordentlich Dampf unterm Hut. Melodischer Punk/Hardcore, ein doch recht akzeptabler Sound und zudem ein schickes Descendents-Cover. Genehmigt.

Kleine Worte zum Café Nova an dieser Stelle: Sehr schicker Laden mit ziemlich niedrigen Getränkepreisen und einem ansässigen veganen Essensstand. Die Tatsache jedoch, dass im Nova nach Lust und Laune gequalmt werden darf, machte den Aufenthalt im Laufe des Abends zunehmend unerträglich.
Als nächstes waren Union Town an der Reihe. Die passten auf den ersten Blick musikalisch nicht wirklich in das Programm des Abends, machten ihre Sache aber durchaus gut. Musikalisch erinnerte es zeitweise ein wenig an The (international) noise conspiracy, aber spätestens bei einem gelungenen Hüsker Dü – Cover war auch vorne wieder ordentlich Bewegung im Spiel und Singalongs standen auf der Tagesordnung. Solider Eindruck der Niederländer.

Im Anschluss machte sich der – in meinen Augen – klare Sieger des Abends startklar. Against your Society starteten ihr 30-minütiges Set und rissen das komplette Nova in Grund und Boden. Selten so etwas überzeugendes erlebt. Ohne Erwartungen hingegangen und aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen. Vor der Bühne seitens der Zuschauer kollektiver Totalausfall und auf der Bühne ein keifender und schreiender Sänger, der an seine körperliche und mentale Höchstgrenze ging. Nebenbei noch ein Black Flag – Cover („Fix me“) zum Besten gegeben und nach einer halben Stunde alles in Trümmern zurückgelassen. Höchstnote. Die gebe ich dem 2008 erschienenen Longplayer der Band übrigens auch. Abchecken!

Vitamin X hatten im Anschluss schweren Stand. Viele hatten nach AYS das Weite gesucht und das Nova trieb einem aufgrund des stehenden Zigarettenrauchs die Tränen förmlich in die Augen.  Die Band schien es nicht weiter zu stören und so gab es 30 Minuten lang einen Hit nach dem Anderen auf die Ohren. Vor der Bühne eingermaßen viel Bewegung und die obligatorische und zugleich legendäre aufblasbare Luftmatratze erfüllte ihren Partyzweck aufs Neue. Hier eine Wall of death, da mal ein paar Circle-Pits: Solide Spaßshow der Holländer, die mit „Bad Trip“ ihren stimmungstechnischen Höhepunkt erreichte. Nach „See thru their lies“ war schließlich finito und eine kurze Zwischenpause an der frischen Luft später konnte zufrieden der Heimweg angetreten werden.