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2010/12/15

[Konzerte] Götz Widmann - 25.01.2007 - Suuport: Widmanns Azubi - Batschkapp/Frankfurt

Auf seiner diesjähringen Deutschlandtour legte Götz Widmann auch einen Zwischenstopp in der Frankfurter Batschkappp ein, die unlängst ihren 30. Geburtstag feierte.

Gegen 21 Uhr betrat Widmann die Bühne um das Publikum zu begrüßen und ein etwas ungewöhnliches Vorprogramm anzukündigen. Widmanns Azubi sollte die proppevolle Batsche für eine halbe Stunde mit eigenen Songs unterhalten. Götz bat das Publikum um Rücksicht auf seinen Schützling, der noch so gut wie keine Bühnenerfahrung hatte. Während seiner Ausbildung ist dieser wohl auf den "Liedermaching"-Geschmack gekommen. Allerdings bestand das Gitarrenspiel von "KrissCologne " leider nur aus 3 Akkorden und auch textlich war das für meinen Geschmack alles andere als zufriedenstellend. Die Songs handelten größtenteils von irgendwelchem Liebeskummer-Geschnulze; nur bei einem Lied mochte ich einen wirklich tiefgründigen Sinn erkennen. Ob das die Zukunft der deutschen Liedermacher-Szene ist, darf bezweifelt werden. Trotz alledem erntete er (in Anbetracht seines Mutes durchaus berechtigten) Applaus und auch das ein oder andere Gekreische weiblicher Zuschauer war ihm gewidmet.

Als Götz dann zur eigenen Darbietung die Bühne betrat, legte er mit "Politiker beim Ficken" gleich richtig los und das Publikum war sichtlich begeistert. Widmann rief das Publikum auf, nicht wie auf seinen Konzerten oft üblich, dauernd die Titel ihrer Lieblingssongs zu schreien; er wisse schon, welche Lieder gespielt werden müssten. Dieses Versprechen wurde auch prompt erfüllt: Klassiker wie "Eduard der Haschischhund", "Hank starb an einer Überdosis Hasch", "Scheiss auf deine Ex", "Ich schäme mich beim Wichsen" sind einrfach Pflicht in seinem Programm. Wer schon mal auf einem Götz Widmann Konzert war, weiss, dass Widmann nicht einfach nur ein Liedermacher ist. Er ist Musiker, Philosoph, Kabarettist und politischer Aktivist in einem. So ist es auch nichts außergewöhnliches, wenn er erstmal eine minutenlange "Ansage" vor dem nächsten Lied macht. Aktuelle Ereignisse, wie etwa den Orkan Kyrill versteht er geschickt in sein Programm einzubauen ("Homo Sapiens"). Bei "Jesus und Stoiber" zeigten sich satirische Seitenhiebe auf die politische Situation in Deutschland. Neben weiteren bekannten Songs ("Der Vater hat nen Kater", "Die Zaubersteuer", "Zöllner vom Vollzug abhalten auf der A4", "Chronik meines Alkoholismus") packte Götz auch einige wirklich alte Joint Venture-Songs aus der Liedermacher-Kiste, für die er nach eigenen Angaben selbst hat üben müssen.
Nach einer halbstündigen Pause ging es weiter mit Titeln wie "Holland" oder "Die zwei Trauben". 

Selbstverständlich gab es auch Zugaben, die insgesamt noch einmal gut eine halbe Stunde dauerten. Götz machte das ganze sichtlich Spaß, man hatte fast das Gefühl, er wollte gar nicht aufhören. Mit den letzten beiden Songs "Landkommunenhippie" und "Ich mag es, wenn sie lacht" verabschiedete er sich dann nach über zweieinhalb Stunden vom Publikum. Wiedereinmal hat der Liedermacher aus Bonn auf ganzer Linie überzeugen können. Mehr Live-Eindrücke gibt es übrigens auch auf seiner DVD, die vor kurzem erschienen ist. Ansonsten sollte man sich ruhig einmal selbst auf eines Konzerte begeben, es lohnt sich!

[Konzerte] Götz Widmann - 19.01.2007 - Support: Lesung des Bassisten - Vortex/Siegen

Einmal im Jahr braucht man das eigentlich: Götz Widmann - live on stage. Der Liedermacher aus Bonn (Ex Joint-Venture) macht das Gott sei Dank auch möglich, da er - fleißig wie ein Bienchen - durchgehend am Touren ist und die ganze Republik mit seiner Lebensphilosophie bereist. Da das auf dem 'Traffic Jam - Festival' angekündigte Konzert in Hanau scheinbar doch nicht stattfinden sollte, machte man sich schließlich auf nach Siegen, um sich dort einen Freitagabend im Vortex mit Musik zu Gemüte zu führen.
Gegen 9 Uhr sollte dann der quasi als "Support" fungierende Bassist Widmanns eine kleine Lesung halten, und pünktlich wie die Maurer betrat er die Bretter des kleinen Clubs. 

Die Geschichte, die einem vorgetragen wurde handelte vom täglichen WG-Leben - 'etwas' überspitzt dargestellt, aber teilweise doch ziemlich realitätsnah. Da das Dargebotene scheinbar jedoch nicht auf großen Anklang zu stoßen schien, war bereits nach 15 Minuten schluss und Götz Widmann betrat eine viertel Stunde früher als angesetzt die Bühne, um für den Rest des Abends das Zepter in die Hand zu nehmen.
Image Und schon befand man sich mitten in einem fast zweistündigen Konzert voller alter und neuer Hits. Das Publikum stellte sich als sehr textsicher heraus und so wurden fast alle Lieder (besonders die der live-CD 'Drogen') lautstark mitgesungen. Natürlich befanden sich auch neue Werke vom aktuellen Silberling 'Habt euch lieb' unter den deargebotenen, welche nebenbei noch von dem bereits erwähnten Bassisten begleitet wurden. 'Politiker beim ficken', 'Zöllner vom Vollzug abhalten auf der A4', 'Badmülleimer', 'Chronik meines Alkoholismuss', 'Ich schäme mich beim Wichsen', 'Eduard, der Haschischhund', 'Der Esel' (allein vom Publikum gesungen), 'Die zwei Trauben' und noch viele weitere Knaller wurden unter das Volk gebracht. Nach ungefähr 50 Minuten wurde dann eine kleine Pause eingelegt - gerade noch rechtzeitig, denn so langsam wurde es in der ausverkauften Bude mehr als stickig. Weiter ging es im Galopp und natürlich durften auch die obligatorischen Ansagen und Entstehungsgeschichten zu den jeweiligen Liedern nicht fehlen, wobei wieder einmal die hervorragenden Entertainerqualitäten des Herrn Widmann durchschimmerten. 

Mehrere Male ließ sich der Meister zum Schluss noch wieder auf die Bühne bitten um weitere Zugaben zu spielen. Gegen viertel vor 11 war dann schließlich Schluss und obwohl man sich nicht großartig in dem engen Schuppen bewegt hatte, war man doch ziemlich geschwitzt. Im Anschluss konnte man sich noch auf einen kleinen Plausch mit Götz einlassen und seine Eindrücke vom Konzert loswerden.

Einmal sollte sich eigentlich jeder mal ein Konzert des Liedermachers aus dem Westen der Republik ansehen. Für 10 Euro ist das definitiv drin und auch Zuschauer, die nicht gerade dem Hasch- oder Alkoholkonsum verfallen sind werden ihren Spaß an der Sache haben. Garantiert!