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2010/12/16

[Platten] Danko Jones - Sleep Is The Enemy

ImageSchon interessant, wozu manche Musiker trotz immensen Arbeitsdrucks so fähig sind. Da nehme man sich doch nur einmal das Beispiel Danko Jones zur Brust: Der Herr tourt eine halbe Ewigkeit mit seiner gleichnamigen Kapelle rund um den Globus, moderiert nebenbei noch seine eigene Radioshow und bringt dann ganz lässig noch ein neues Album unter dem Namen "Sleep is the enemy" auf den Markt.
Und gerade dieses Album zeigt, wie gut Mr.Jones unter Druck funktioniert: 11 Tracks voller Sex-Appeal und Flow - Gehts noch? Jau, geht noch!

Das vierte Output von Danko Jones beginnt so, wie das dritte aufgehört hat: Mit kernigen Riffs, denen man einen gewissen AC/DC-Einfluss nicht absprechen kann: Gekonnt eingesetzte Drums und die unverkennliche Stimme von Danko. Wer sich dem widersetzen kann, muss einen an der Waffel haben. In den 34 Minuten kommt man gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Der Opener "Sticky situation" überzeugt mit hohem Kopfnickerfaktor und der üblichen souligen Rockstimme des Mr.Jones. "Don´t fall in love" besticht mit dem gewissen Charme und einem durchaus interssanten Text. Der ehemalige Angestellte eines Sex-Shops weiß einfach immer noch, wie es geht! "When will I see you" kommt etwas gemäßigter, wenn nicht sogar etwas poppig daher - passt jedoch immer noch herrlich ins Programm. Bei "Invisible" fällt dem aufmerksamen Hörer auf, daß sich Danko ein wenig Verstärkung ins Arschwackler-Boot geholt hat. 

Und tatsächlich: Die Kyuss-Legende John Garcia singt ein paar Zeilen mit und leistet somit seinen Teil der Unterstützung. Nicht daß es nötig gewesen wäre, aber schick isses allemal! Den absoluten Knaller hat man sich jedoch dieses Mal für den Schluss aufgehoben: Mit einem deftigen "Hey!" reißt Danko bei "Sleep is the enemy" jeden Zuhörer aus den Träumen und nach wenigen Sekunden ist man in der Aufrechten. Genialer Track und sicherlich ein heißer Anwärter auf den Titel "Tanzflächenkiller 2006"!

So Mr.Jones! Falls sie sich in Zukunft mal auf diese Seite verirren sollten und ein Deutsch-Englisch Übersetzungsbruch parat haben sollten, so lassen sie sich eines gesagt sein: "Ihr Album ist dreckig, sexy und ich will mehr davon!Und zwar bald! So, Ende der Durchsage, jetzt dürfen sie wieder auf die Bühne klettern und gepflegt Gas geben! Wir sehen uns in Wiesbaden."
Tracklist: 

2010/12/15

[Konzerte] Eastpak Antidote Tour - 21.11.2006 - Schlachthof/Wiesbaden

Langsam wurde es auch mal wieder Zeit, daß im Rahmen einer Eastpack-Tour im Schlachthof zu Wiesbaden wieder kräftig abgerockt werden konnte. Das Line-Up des Abends konnte sich auf jeden Fall sehen lassen und so wurde schon im Vorfeld eine Karte ergattert und die hessische Hauptstadt gestürmt.
Als gegen 19 Uhr die erste Band des Abends eröffnete war noch nicht wirklich viel los in der Halle. Die meisten der Zuschauer hielten sich im hinteren Teil der Halle auf, um sich noch ein wenig mit Flüssigbrot in Stimmung zu bringen und somit hatten es Beduin Soundclash nicht wirklich leicht die Menge in Stimmung zu bringen. Da ich mich zu dieser Zeit auch krampfhaft um das Interview mit Gogol Bordello bemühte kann ich zu der Bühnenshow und einem Großteil der Musik nicht wirklich viel sagen. Es wurde schicker Reggae geboten, der größtenteils an The Clash erinnerte und nach jedem Lied gab es auch ordentlich Applaus von Seiten des Publikums. 

Pünktlich zum Disco Ensemble fand ich mich dann auch in der Halle ein und vor der Bühne war bereits recht ordentlich was los. Zwar war Bewegung im Publikum fast Fehlanzeige, jedoch rockten die 4 Jungs auf der Bühne ordentlich los. Die Finnen spielten größtenteils Lieder von ihrem aktuellen Album "First aid kit" - darunter 'We might fall apart','This is my head exploding' und 'Human Cannonball'. Recht solider Auftritt der jungen Nordlichter und dem Publikum schien es  größtenteils auch gefallen zu haben - jedenfall gab es ordentlich Applaus.
Als nächstes kam dann um viertel vor 10 der erste große Name des Abends auf die Bühne: Gogol Bordello legten los und spalteten das Publikum: Während ein großer Teil der Anwesenden nur entsetzt auf die Bühne schaute und dem geselligen Treiben nicht wirklich viel abgewinnen konnte, ging vor der Bühne zum ersten Mal des Abends wie in einem Hexenkessel zur Sache: Kollektiver Gedankenverlust, wie man es von der Band nicht anders gewohnt ist. Gezockt wurden 'Not a crime', 'Immigrant Punk', 'Start wearing purple', 'Baro Foro', '60 Revolutions', 'Dogs were barking', 'Sally', 'Think locally, fuck globally', 'Mishto' und 'Punk Rock Parranda'. Insgesamt ein sehr solider Auftritt und nach ein paar Zugaben war dann schluss mit lustig. Viele hatten jetzt schon ihre kompletten Kräfte für den gesamten Abend verpulvert und traten gebeutelt den Weg in den hinteren Teil der Halle an. Generell war zu beobachten, daß die Halle nicht wirklich stark besucht war. Trotz des schicken Programmes, welches man an diesem Abend geboten bekam, war es vielen wohl mit knapp 26 Euro schier zu teuer. 

Nach ziemlich kurzer Umbaupause enterte dann der Headliner des Abends die Bretter: Mr. Danko Jones kam mit seinen 2 Kollegen auf die Bühne und legte direkt mit 'Sticky situation' los. War Danko hinter der Bühne noch total schüchtern, legte er nun einen Wandel um 180 Grad an den Tag. Voller Energie und mit heraushängender Zuge gab er der Menge was sie wollte: 'Sticky situation', 'Baby hates me', 'Forget my name', 'Sugar chocolate', 'First date', 'Play the blues', 'Hotdamn woman', 'Invisible', 'She´s drugs', 'Take it all off', 'Sleep is the enemy' uvm. Nach gut einer Stunde ging es in die Pause und nach 'Rock shit hot', 'Samuel sin' und 'White cadillac' verabschiedete man sich gegen kurz vor 12 vom Publikum, welches die Band frenetisch abfeierte - ganz zu schweigen von Mr. Jones himself. Zwischendurch kam dann auch mal der Vater des Bassisten auf die Bühne, der scheinbar seinen Wohnsitz in Wiesbaden hat und leicht überrascht über den großen Szeneapplaus war, der ihm entgegenschlug.

Insgesamt ein absolut genialer Abend mit einem Haufen geiler Bands. Nicht zuletzt Danko Jones haben gezeigt, daß man nach vielen Jahren im Geschäft immer noch 100 Prozent Vollgas geben kann und nicht zwangsweise müde werden muss. Dürfte also jeder auf seine Kosten gekommen sein!