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2010/12/15

[Konzerte] Boysetsfire - 11.05.2007 - Support: Dear Tonight - Schlachthof/Wiesbaden

Nun war es also soweit. Die zweite Abschiedstournee von Boysetsfire rollte durch Europa. Die Band konnte sich letztendlich doch nicht mit dem Gedanken anfreunden ohne Josh Latshaw das Kapitel Boysetsfire zu  schließen. Dieser war bei der ersten Abschiedstournee durch einen schweren Unfall verhindert.

Die Ankündigung der zweiten Abschiedstournee sorgte natürlich für Verzücken bei der Anhängerschaft und schon bei der Ankunft war festzustellen: Der Schlachthof Wiesbaden ist ausverkauft. Aber das verwunderte nicht, da mit Boysetsfire schließlich nicht irgendwer für immer die Bühne verließ.Viele wollten dem Quintett aus Delaware noch einmal die letzte Ehre erweisen und sich mit ihrer Anwesenheit für viele toller Liederchen bedanken. 

Die Vorband namens Dear Tonight erlebte ich nur aus dem Augenwinkel, weshalb ich mir ein Urteil nicht erlauben kann. Gerüchte lassen jedoch den Schluss zu, dass der Auftritt nicht so toll gewesen sein kann. Nach einer kleineren Umbaupause kamen dann die Hauptakteure auf die Bühne. Wehmütig umjubelt, da natürlich jeder wusste, dass es sich um den letzten Besuch von Boysetsfire in Deutschland handelte. 

Mit „Release The Dogs“ wurde das muntere Treiben eröffnet und in der Halle gab es kein Halten mehr. Der Schlachthof verwandelte sich in einen kleinen Hexenkessel, was der Band auch sichtlich gefiel. Vor allem Josh Latshaw bedankte sich sehr oft für die Anwesenheit und Unterstützung der vielen Fans. Ihm war anzumerken, dass er nach seinem schweren Unfall froh war wieder auf der Bühne zu stehen. 

Das Konzert entwickelte sich zu einem Greatest Hits-Auftritt welches alle Schaffensphasen der Band wiederspiegelte. Der charistmatische Frontmann Nathan Gray weiß wie er mit seiner enorm druckvollen Stimme das Publikum für sich vereinnahmen kann. Hardcore für die Masse vom Feinsten. Ob „Requiem“ oder „My Life In The Knife Trade“ – die Band hatte einen perfekten Abend erwischt und ließ der Abschiedslethargie keine Chance.

Mit „Rookie“ und dem Übersong „After The Eulogy“ wurde das Konzert ohne Zugaben beendet. Nie mehr werden tausende einer grandiosen Live- Band ein krachendes „Rise“ entgegenschreien. Aber sie haben es sich selbst ausgesucht, leider…

2010/12/14

[Konzerte] Boysetsfire - 06.06.2005 - Support: Flyswatter - Batschkapp/Frankfurt

Unverhofft kommt oft, unverhöffter noch viel öfter.So sass ich am Abend des 6. Juni ganz unbedarft vor meinem PC, ne ordentliche Pampe zwecks Haare (Evil-Black) färben, auf der Birne und versuchte brillenlos ankommende ICQ-Nachrichten zu beantworten. Da meldete sich der Herr Fürtig (seines Zeichen Webmaster eines jungen Onlinemagazins) und fragte mich, ob ich nicht Bock hätte in 10 Minuten zu Boysetsfire zu fahren.

Da bei mir noch leichter Brainfuck vom Wochenende (Rock am Ring) vorherrschte, hatte ich mich eigentlich auf einen geruhsamen Abend gefreut. Nix da, nein sagen war in dem Fall unmöglich, obwohl ich von der Band eigentlich garnix kannte und auch auf dem 2003er RAR nicht unbedingt angetan war.

Kurze Zeit später befand ich mich neben drei Nidderauern und der Anna Prokein im Auto Richtung Frankfurt. Zeitgleich mit unserem erscheinen legte die Vorgruppe Flyswatter los, die ich bereits auf einer Visionsparty eben auch hier in der Batschkapp gesehen und für cool befunden hatte. Die Batsche selbst war gut gefüllt und es trieben sich einige bekannte Gesichter rum, ein bisschen Namedropping gefällig?

Andi von "Elfmorgen" drückte sich verschüchtert an der Bar rum, ne Horde Bekannter aus Bischem und auch der Flo von "Two day Romance" genossen das Treiben von der Klotür aus!
Wie auch immer, "Flyswatter" legt sich richtig ins Zeug und lieferte nen richtig guten Auftritt ab, nur das dämliche Bassrumgeschwinge hätte nicht unbedingt sein müssen. Das Publikum, erst noch zögernd, geht immer mehr ab und gegen Ende hin werden die Münchner Jungs auf der Bühne gebührend abgefeiert.

Dann wird es "Ruhe vor dem Sturm mässig" kurz still und dann betreten Boysetsfire die Bühne und legen mit dem einzigen Lied, dass ich von denen kenne los. "RIIIIIIIIISEEE". Alder, die Kapp wackelte und drohte überzuschwappen. Überall flogen Körper und die überwiegende Mehrheit der vorderen Reihen gingen hammermässig ab. Ich hielt mich lieber, wie immer, etwas zurück und verzog mich auf nen Beobachterposten. Hin und wieder löst sich mal ein verschwitzter Körper aus der amorphen Körpermasse, total zerzaust und durchgeschwitzt, um mal schnell Wasser nachzutanken und dann wieder im Knäuel zu verschwinden. Plötzlich bekommt links neben mir jemand einen epileptischen Anfall und fällt immer wieder hin. Vier Typen schnappen sich den Kerl und schwupps is er weg.

Die Band scheint die Energie des Publikums aufzusaugen und geht auch ziemlich gut auf der Bühne ab, kurze, wortkarge Ansagen sorgen für kleine Verschnaufpausen. Nach anderthalb Stunden ist das Treiben auch vorbei.

Tut mir leid, ich kenn die Band halt nicht, da gibt es auch nicht so viel zu erzählen. Hm, höchstens das es ein sehr geiles Konzert einer sehr geilen Band war. Nur der Gitarrist, der aussieht wie ein vierzigjähriger Hausmeister viel Lachschlagermässig inmitten seiner vielleicht 24-25jährigen Bandkollegen auf. Für dass das Konzert für mich so kurzfristig und unvorbereitet kam, war es der Hammer. Nur meine Haare sehen jetzt etwas strange aus, richtig schwarz sind se nämlich nur teilweise geworden.