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2010/12/15

[Konzerte] Jimmy Eat World - 19.02.2008 - Support: Sparkadia - Academy/Birmingham

Sold out. Das stand in großen Lettern über dem Eingang der Carling Academy in Birmingham geschrieben. Auch wenn das neue Album „Chase This Light“ von der Anhängerschaft mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde, schien das der Euphorie keinen Abbruch zu tun. Denn natürlich hat die Band mit „Clarity“ und „Bleed American“ zwei Longplayer für die Ewigkeit aufgenommen, von deren Erfolg sie auch heute noch profitieren. Als Support fungierte eine Band namens Sparkadia aus Australien. Nicht wirklich der Special Guest auf dem man gewartet hat. Ziemlich austauschbar und beliebige Gitarrenmusik, die nicht weiter im Gedächtnis hängen bleiben wird.

Jimmy Eat World betraten dann um Punkt Neun unter begeisterndem Jubel die Bühne und legten gleich mit „Big Casino“ los. Der Opener von „Chase This Light“ ist live noch eine Spur besser als die Albumversion. Denn es gibt keine zugemischten Effekte und keine Backgroundchöre. Es klingt natürlicher. Und genau das ist es, was dem neuen Album gefehlt hat. Natürlichkeit. Live machen sie das jedoch allemal wieder wett. Get Up, Get Up...

Das wunderbare „Sweetness“ wird gleich danach verfeuert und sorgt natürlich für Gänsehaut als Jim Adkins mit einem „Sing It Back…“ den Saal zum Mitsingen auffordert und ihm eine Wand von dreitausend Zuhörern ein „Oooooh“ zurückwirft. Die Setlist zieht sich durch die ganze Schaffensphase der Band. Aber leider wird die geniale „Static Prevails“ vollkommen außer Acht gelassen, obwohl diese doch so herrliche Rohdiamanten beherbergt. „Episode IV“ oder „Thinking That´s All“ gehören einfach dazu um auch die Fans der ersten Stunde zu befriedigen. Aber irgendwann gibt es einfach nun mal zu viele Tracks zur Auswahl, um alle Anwesenden zu befriedigen. Traurig, aber wahr.Die Band spielte sich jedoch wie immer wortkarg aber voller Euphorie und Enthusiasmus durch ihr Set. Die spielen ihre Songs nicht einfach runter. Sie zelebrieren sie. In Perfektion. Mit dem epischen und ebenso genialen „23“ und „Pain“ wurde das reguläre Set beendet. Der obligatorische Zugabenblock ließ dann auch nicht lange auf sich warten und wurde mit der neuen Version von „Your House“ begonnen. Diese Neuinterpretation ist ein Hauptgewinn und lässt viele im Saal dahinschmelzen. Zwei Konzertbesucher, die vor mir standen schüttelten ob der vorgetragenen Darbietung nur ungläubig den Kopf und lächelten. Ist das nicht was jede Band bei einem Besucher erreichen will? Das traurige „Hear You Me“ und der beste Songs des neuen Albums „Dizzy“ versetzten das Publikum nochmals in Verzückung bevor "The Middle" einen schönen endgültigen Schlusspunkt setzte.

Natürlich wurden Perlen wie „Lucky Denver Mint“ und „A Praise Chorus“ vermisst und auch die kurze Spielzeit ließ den ein oder anderen Kritik üben. Aber die dargebotene Perfektion, Enthusiasmus und Spielfreude kompensieren alles. Und wieder ein Abend an dem sie mehrere tausend Menschen glücklich nachhause gehen lassen.

[Konzerte] Jimmy Eat World - 14.02.2008 - Support: Sparkadia - Schlachthof/Wiesbaden

Keine andere Band ist so beliebt in unserer Redaktion wie Jimmy Eat World. Nicht endend wollende Lobeshymnen auf Jim Adkins und seine Jungs. Dies eben auch völlig zu Recht. Gefühlvoller kann man die Welt nicht verspeisen. Daß das Konzert im Wiesbadener Schlachthof dann eben noch auf den unsäglichen Valentinstag fallen sollte, schreibe ich weniger großen Gefühlen, denn dem Zufall zu. Wieselflink füllt sich die Halle mit einem überwiegend weiblichen und recht jungen Publikum. Scheint eine Konzertkarte für eben jene Band doch ein gelungenes Valentinsgeschenk zu sein. Wie dem auch sei.

Sparkadia. Was nach der neuesten trendy Kreditkarte aus dem örtlichen Kreditinstitut klingt, ist lediglich der Name der Vorgruppe an diesem geschätzten Konzertabend. Die Band aus Sydney liefert mit ihren zwar eher durchschnittlichen bzw. wenig überraschenden Pop-Rock dennoch eine solide Show ab und schafft es das Publikum anzufeuern. Mir bleibt jedoch außer der nett aussehenden Gitarristin nichts Erwähnenswertes im Gedächtnis.

Nun die obligatorische Umbaupause. Und endlich geht es mit dem wohl besten Song los, den das für JEW-Standards eher mässigen Album „Chase this lights“ zu bieten hat. „Big Casino“ ist einfach der Knaller. Es folgen Hits wie „Praise Chorus“, „Lucky Denver Mint“, „Futures“, „Work“, “Bleed American“ und „Blister“ um nur einige der besseren zu nennen. Licht und Nebel werden effektvoll eingesetzt. Alles in allem ist die Show die perfekte Mischung zwischen ganz großen Gefühlen und tanzbarer Rockmusik. Also genau die Mixtur die Jimmy Eat World so symphatisch macht. Mit „Pain“ verlässt die Band schließlich die Bühne. Kurze Zeit später gibt es mit „Your house“ und „Hear you me“ zwei unbeschreiblich schöne Zugaben. „The Middle“ beschließt das Set endgültig.

Klar endet auch dieser Konzertbericht wieder mit einer Lobeshymne auf JEW, dennoch gibt es einen kleinen Wermutstropfen, so haben die vielen Songs vom neuen Album alte Hits aus dem Programm gedrängt. Unterm Strich bleiben aber noch genug Perlen übrig um einen gelungenes Konzert zu attestieren.