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2011/04/14

[Platten] Felix Wickman - Whatever Her Sins EP

Da ist er ja wieder. Dem Wickman sein Felix aus Stockholm. Zurück mit einer längst veröffentlichten 6 - Track - EP namens "Whatever her sins". Und ähnlich wie auf dem Vorgänger "Dry Hands" macht es einem der Gute nicht leicht musikalische Schubladen zu öffnen und ihn in eben diese reinzustecken.

Der Opener "Photogenique" eröffnet mit trockener Westerngitarre, fordert den Protgonisten zum lustigen Gesangsstelldichein auf und verzwirbelt die eingeschlichene Marschtrommel in eine garstige Trip-Hop-Pumpe der Marke Portishead, um dann schließlich von Störgeräuschen abgewürgt zu werden. Genauso verschachtelt wie der letzte Satz ist eben auch besagter Song.

Da muten die Elektro-Folkmixturen der folgenden Songs schon fast koventionell an. Wenn sie es denn wären. Die wabernde Melodie und der stark in den Vordergrund gerückte Gesang von "Moonlight Decisions" erinnert stark an ein vergessenes Stück der Doors. In "Steal my car" wird es romantisch und das Intro von "Lions" ruft Erinnerungen an ein in rote Farbe getauchtes Album der Queens Of The Stone Age, um dann in nervöses Chaos auszuufern.

Wie beschreibt man aber die Musik für diejenigen, die Felix Wickman nicht kennen? Wo sind die rettenden Strohhalme in Form von Vergleichen und Referenzen? Wenn man will/muss, dann vergleicht man ihn mit Muse als die sich noch nicht zu schade waren Experimente zu wagen. Mit einem geistig klaren Tom Waits, der Post-Rock für sich interpretiert.

Alles nur die halbe Wahrheit. Klar. Fakt ist, "Whatever her sins" besteht aus 25 Minuten toller Musik.

http://www.felixwickman.com/

VÖ: 18.02.2011 auf Waggle - Daggle Records

2010/12/17

[Platten] Felix Wickman - Dry Hands EP

ImageDie schwedische Indieband Toffe På Bas dürfte den wenigsten Musikhörern in hiesigen Breitengraden ein Begriff sein. Umso weniger logischer Weise auch deren Mitglied Felix Wickman. Dass zur Zeit immer mehr Musiker aus Bands sich auch Solo als Singer/Songwriter versuchen, ist ja nichts neues. Spontan fallen einem da Chuck Ragan (Hot water music), Joey Cape (Lagwagon) oder Tom Mess (Madstateworld) ein. Herr Wickmann betritt in diesem Bereich nun ebenfalls Neuland, geht das Projekt aber ein wenig anders an als seine Vorgänger.
Während die oben genannten Künstler sich größtenteils noch stark von Folk haben beeinflussen lassen, schlägt Felix Wickman eher in eine ruhige, melancholische und stark atmosphärisch geprägte Kerbe. Die Atmosphäre erinnert dabei zeitweise ein wenig an alte Sigur Rós und Ólafur Arnalds – die isländische Kerbe also, die auch hierzulande in den letzten Jahren immer mehr Beiklang gefunden hat.

In den 6 Liedern (wenn man vom 30-sekündigen Intro absieht), die es insgesamt auf immerhin fast 26 Minuten bringen, zieht der Schwede gekonnt alle Register und bringt beispielsweise bei „Windows and mirrors“ auch den ein oder anderen jazzlastigen Part mit ein.Das folgende „Dead ends“ gehört mit seinem treibenden Beat und seinen Akkorden doch eher zu den schnelleren und gleichzeitig auch zu einem der besten Stücke der EP.

Im Grunde genommen fällt es mir aber eher schwer die gewonnenen Eindrücke zu deuten und in Worte zu fassen. Stimmlich lässt sich der Gute schwer einordnen, da er in diesem Bereich irre facettenreich daherkommt und musikalisch kann generell einfach nichts ausgesetzt werden. Wirklich einwandfrei  erschaffene Musik, die man ohne großes Zögern beim Abhängen im Grünen oder bei regnerischem Wetter in den eigenen vier Wänden aufscheppen kann.

Wer jetzt Blut geleckt hat kann getrost einmal auf der Myspace-Seite von Felix Wickman
vorbeischauen und sich einen eigenen ersten Eindruck verschaffen. Die komplette Produktpalette der EP kann man sich dann übrigens ab dem 01. Mai zu Gemüte führen: Da wird das gute Stück via Waggle-Daggle als Online-Only-Release in den virtuellen Regalen wie Itunes oder im Store von Waggle-Daggle zu finden sein. Dann gibts auf Dry Hands  zusätzlich den sehr zu empfehlenden Bonustrack „Mauro the Clown“ noch obendrauf. Auschecken!


http://www.myspace.com/felixwickman

VÖ am 01.05.2009 über Waggle-Daggle Records