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| Photo by Zach Lind |
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2011/06/25
[Konzerte] Jimmy Eat World - 19.06.2011 - Support: Fehlanzeige - Batschkapp/Frankfurt
2011/06/13
2010/12/16
[Platten] Jimmy Eat World - Chase This Light
Das Geheimrezept liegt darin, dass Jimmy Eat World in ihrer bisherigen Diskographie ausschließlich Perfektion ablieferten. Im beständigen Zeitraum von drei Jahren wurde der Beziehung durch ein weiteres Album neues Leben eingehaucht. Von Langeweile keine Spur. Aber wie ist das mit dem neuen Werk „Chase This Light“? Ist es ein nächster Beziehungshöhepunkt oder werden erste Risse offensichtlich?
„Chase This Light“ überrascht. Es ist nicht das Album geworden, das alle erwartet hatten. Es hat nicht die Rohheit von „Static Prevails“. Es hat nicht den Tiefgang von „Clarity“. Es besitzt nicht die perfekten Popsongs wie Bleed American. Es ist nicht die perfekte Mischung aus allen Vorgängeralben wie „Futures“. Es gibt Veränderungen.
Wer an seiner Freundin Natürlichkeit liebt, wird überrascht sein wenn sie eines Tages auf einmal mit einer dicken Schicht Make-Up vor einem steht. Irgendwie befremdlich, ungewohnt und gewöhnungsbedürftig. Genau dasselbe passiert mit „Chase This Light“. Da wird an den Reglern gedreht, Effekte werden eingesetzt und an vielen überflüssigen Stellen werden Aaaahs und Oooohs in den Hintergrund gespielt. Manchmal ist weniger einfach mehr. Wo bleibt die Ursprünglichkeit und Natürlichkeit? Wie sagt doch ein Sprichtwort: Natürlichkeit ist ein kostbares Gut, tausche es nie ein. Doch das ist leider ein wenig geschehen.
„Chase This Light“ ist stimmungstechnisch fröhlicher ausgefallen als seine Vorgänger. Die Grundstimmung ist deutlich positiver. Doch leider geht dadurch auch etwas an Tiefgang verloren. Es fehlt an einer Hymne wie „23“ oder „Goodbye Sky Harbour“. Lieder zum darin versinken und zum stundenlang nachdenken.
Das hört sich alles schlimm an, aber das Album ist dennoch nicht schlecht. Es ist sogar gut. Aber von Jimmy Eat World muss man perfektes erwarten. Gut ist in diesem Fall nicht gut genug. Aber nichts desto trotz steckt noch genug Jimmy Eat World in der Scheibe um sie ins Herz zu schließen. Gründe gefällig? Catchy Refrains, die einem den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf wollen wie bei „Big Casino“ oder „Always Be“. Textzeilen wie „I have a ringing in my head/And no one to help me answer it/Even with you close enough to kiss” in “Let It Happen”. Gefühlsregungen bei “Dizzy”. Dancing-Songs wie “Here It Goes”. Das ist alles Jimmy Eat World. So wie man sie liebt. Sie zaubern einem auch wieder mit dieser Platte ein Lächeln ins Gesicht oder eine Träne ins Auge. Und nur das zählt.
Der nächste Beziehungshöhepunkt ist zwar ausgeblieben, aber es reicht ohne weiteres aus der Beziehung genug neues Leben einzuhauchen, um sie bis zum nächsten Album aufrecht zu erhalten. Trennung also ausgeschlossen. Bis das der Tod uns scheidet.
VÖ: 12.09.2007
2010/12/15
[Platten] Jimmy Eat World - Stay On My Side Tonight
„No Sensitivity“, „Softer“, „Roller Queen“ – allesamt große Songs die auf EP´s erschienen sind und zu dem Besten zählen was die vier Normalos jemals zustande gebracht haben.
Also liegt die Messlatte für „Stay On My Side Tonight“ ziemlich hoch. “Disintegration“, “Over”, “Closer”, “Half-Right (Heatmiser Cover)”, “Drugs or Me (Styrofoam Remix)”. Perfekte kleine Welten haben sie da wieder gebaut. Also alles beim Alten.
„Disintegration“ – 7 Minuten und 44 Sekunden. Ein Lied wie ein Buch. Einleitung – Hauptteil – Schluss. Inklusive Spannungskurve und Höhepunkt. Mehr muss dazu nicht gesagt werden. „Over“, eine unbetitelte Futures-Demo aus den Trombino-Sessions, wird lauter. „Closer“ war schon vielen vorher als „Lying Dressed“ bekannt und geisterte als Demo durch die Weiten des Internets. Die Demo war schon exzellent, aber die fertige Version des Songs schlägt diese nochmal um Längen. „Half-Right“ ist ein Heatmiser-Cover. Und auch das Covern beherrschen sie wie die wenigsten, denn sie geben trotzdem jedem Song ihre eigene Note und ihren Stil, ohne das es aufgesetzt wirkt. Der Remix von „Drugs Or Me“ ist anfangs stark gewöhnungsbedürftig und man wird beim ersten Hören zweifeln, ob es sich wirklich um Jimmy Eat World handelt. Da sind sie wohl in den Experimentierkasten gefallen. Verzerrte Stimmen und feine Beats im Hintergrund. Hörbar auch außerhalb des Rockspektrums. Aber auch dieser Remix wächst mit jedem Hören.
Sie bleiben sich treu. Denn das, was sie angehen, machen sie richtig. Fünf Songs – Fünf Treffer.
www.jimmyeatworld.com
Also liegt die Messlatte für „Stay On My Side Tonight“ ziemlich hoch. “Disintegration“, “Over”, “Closer”, “Half-Right (Heatmiser Cover)”, “Drugs or Me (Styrofoam Remix)”. Perfekte kleine Welten haben sie da wieder gebaut. Also alles beim Alten.
„Disintegration“ – 7 Minuten und 44 Sekunden. Ein Lied wie ein Buch. Einleitung – Hauptteil – Schluss. Inklusive Spannungskurve und Höhepunkt. Mehr muss dazu nicht gesagt werden. „Over“, eine unbetitelte Futures-Demo aus den Trombino-Sessions, wird lauter. „Closer“ war schon vielen vorher als „Lying Dressed“ bekannt und geisterte als Demo durch die Weiten des Internets. Die Demo war schon exzellent, aber die fertige Version des Songs schlägt diese nochmal um Längen. „Half-Right“ ist ein Heatmiser-Cover. Und auch das Covern beherrschen sie wie die wenigsten, denn sie geben trotzdem jedem Song ihre eigene Note und ihren Stil, ohne das es aufgesetzt wirkt. Der Remix von „Drugs Or Me“ ist anfangs stark gewöhnungsbedürftig und man wird beim ersten Hören zweifeln, ob es sich wirklich um Jimmy Eat World handelt. Da sind sie wohl in den Experimentierkasten gefallen. Verzerrte Stimmen und feine Beats im Hintergrund. Hörbar auch außerhalb des Rockspektrums. Aber auch dieser Remix wächst mit jedem Hören.
Sie bleiben sich treu. Denn das, was sie angehen, machen sie richtig. Fünf Songs – Fünf Treffer.
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[Platten] Jimmy Eat World - Clarity
„Clarity“ kommt 1999 unter Capitol Records auf den amerikanischen Markt. Die Band aus Meza, Arizona spielen Konzerte vor ausverkauften Häusern und erspielen sich eine große Fangemeinde. Aber völlig unverständlich kommt die Platte aufgrund der schlechten Politik von Capitol Records in Europa nicht auf den Markt. Es passiert genau dasselbe wie mit dem Vorgängeralbum „Static Prevails“, das man in Europa zu dieser Zeit ebenfalls vergeblich in den Regalen der Plattenläden sucht.
1999 kommt dann der Split von Capitol Records, da sich die Band bewusst wurde, dass es besser wäre getrennte Wege zu gehen. Jimmy Eat World kauften von der Plattenfirma ihre eigenen Alben auf und organisierten ihre fünfwöchige erste Europatour selbst. Dort wurde dann Emimusic, die für den europäischen Vertrieb von Capitol Records zuständig sind, auf die labellose Band aufmerksam und dachten sich, dass sich eine Veröffentlichung auch in Europa lohnen könnte. Und sie dachten richtig.
1999 kommt dann der Split von Capitol Records, da sich die Band bewusst wurde, dass es besser wäre getrennte Wege zu gehen. Jimmy Eat World kauften von der Plattenfirma ihre eigenen Alben auf und organisierten ihre fünfwöchige erste Europatour selbst. Dort wurde dann Emimusic, die für den europäischen Vertrieb von Capitol Records zuständig sind, auf die labellose Band aufmerksam und dachten sich, dass sich eine Veröffentlichung auch in Europa lohnen könnte. Und sie dachten richtig.
Mit dem ersten Track der Platte lassen Jimmy Eat World gleich ihr ganzes Können aufblitzen. Geniale 4 Minuten und 20 Sekunden. „Table for Glasses“ lässt gleich das zu Tage kommen was die Band auszeichnet. Gesang, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt und harmonische, einprägsame Melodien, die einem das große Grinsen ins Gesicht zaubern. „Lucky Denver Mint“ ist extrem tanzbar und mitsingbar. Ein Juwel. Der Song war schon auf der vor dem Album erschienenen EP enthalten und ließ erahnen, welch restliches Potential das Album haben würde.
Mit „Your New Aesthetic“ und „Believe in What You Want“ folgen zwei weitere Tracks, denen man das typische Jimmy Eat World Etikett aufdrücken kann. Wird dieses Album auch noch mal schwächeln? Die nächsten Songs geben eine präzise Antwort: Nein. Es fehlen einem eigentlich die Worte um diese Lieder zu beschreiben. Kann man das Emo nennen? Mit einordnen von Musik in Schubladen tut man sich seit jeher schwer. Aber hier ist die Emotionalität die in diesen Songs steckt unüberhörbar. Hier sage ich ja zum Schubladendenken. Das ist Emo pur. So schlimm dieses Wort auch ist.
Mit „Your New Aesthetic“ und „Believe in What You Want“ folgen zwei weitere Tracks, denen man das typische Jimmy Eat World Etikett aufdrücken kann. Wird dieses Album auch noch mal schwächeln? Die nächsten Songs geben eine präzise Antwort: Nein. Es fehlen einem eigentlich die Worte um diese Lieder zu beschreiben. Kann man das Emo nennen? Mit einordnen von Musik in Schubladen tut man sich seit jeher schwer. Aber hier ist die Emotionalität die in diesen Songs steckt unüberhörbar. Hier sage ich ja zum Schubladendenken. Das ist Emo pur. So schlimm dieses Wort auch ist.
Von „A Sunday“, das besonders gefällt, über „Crush“, „12.23.1995“ und „Ten“ geht es zu zwei weiteren Jimmy Eat World-Köstlichkeiten. “Just watch the fireworks“und „For me this is heaven“. „Here you can be anything” stellt Jim Adkins in „Just Watch the Fireworks“ fest. Und es ist wirklich so. Fröhlich, traurig, nachdenklich. Man kann alles sein. Die Band überlässt es dem Hörer die Songs zu interpretieren. Je nach Gemütslage sind die Songs anders aufzunehmen. Es scheint so als ob sich für jede erdenkliche Situation des Lebens ein Lied auf dieser Platte befindet. Ein Lebenssoundtrack.
Nach diesen beiden etwas melancholischen Stücken folgt „Blister“. Einer der vielen Höhepunkte dieses Albums und auch bei Konzerten immer wieder ein Genuss wenn tausende Kehlen fragen: „How long would it take me to walk across the United States all alone“?. Eines der besten Lieder die Jimmy Eat World jemals veröffentlichten, kein Zweifel. „Clarity“ und das über 16 Minuten lange, leider irgendwann endende, „Goodbye Sky Harbour“ sind der würdige Abschluss eines Albums, das seines Gleichen sucht. Ohne Übertreibung ein Meisterwerk, dass auch noch in Jahren zu dem Besten gehören wird, was dieses Genre jemals zu hören bekommen hat…
Nach diesen beiden etwas melancholischen Stücken folgt „Blister“. Einer der vielen Höhepunkte dieses Albums und auch bei Konzerten immer wieder ein Genuss wenn tausende Kehlen fragen: „How long would it take me to walk across the United States all alone“?. Eines der besten Lieder die Jimmy Eat World jemals veröffentlichten, kein Zweifel. „Clarity“ und das über 16 Minuten lange, leider irgendwann endende, „Goodbye Sky Harbour“ sind der würdige Abschluss eines Albums, das seines Gleichen sucht. Ohne Übertreibung ein Meisterwerk, dass auch noch in Jahren zu dem Besten gehören wird, was dieses Genre jemals zu hören bekommen hat…
www.jimmyeatworld.com
[Konzerte] Jimmy Eat World - 27.02.2008 - Support: Styrofoam - Olympia Theatre/Dublin
Liebe auf den ersten Blick gibt es noch. Nachdem ich das Olympia in Dublin irgendwann auf einem Foto im Internet erspähte war mir klar, dass ich dort einmal in meinem Leben auf einem Konzert gewesen sein muss. Umso erfreuter war ich natürlich, als ich auf dem angekündigten Tourplan von Jimmy Eat World sah, dass Dublin mit dem Olympia berücksichtigt wurde. Eine der besten Bands der Welt in eine der vielleicht besten Venues auf Erden. Unschlagbare Kombination. Und dank Billigfliegern auch realisierbar.
Von außen ist das Olympia Theatre so unscheinbar wie es nur sein könnte. Aber wenn man durch die vielen kleinen Gänge über roten Teppich in den großen Saal eintritt, will man gar nicht mehr hinaus. Links und rechts des Saals erstrecken sich auf zwei Etagen Stehlogen und über den Köpfen der Menschen, die vor der Bühne stehen, erheben sich nochmals zwei Tribünen. Das Olympia entstammt dem 19. Jahrhundert und ist mit reichlich goldenen Ornamenten verziert, was dem ansonsten roten Saal ein exklusives Dasein beschert. Der riesige Kronleuchter und die kleinen Wohnzimmerlämpchen an den Seiten geben ihr übriges hinzu. Eine der besten vertikalen Konzerthallen, die es auf dieser Welt gibt. Sicher.
Als Vorband wurden Styrofoam angeheuert, welche mir bislang nur durch den äußerst misslungenen Remix für „Drugs or Me“ bekannt waren. Die belgische Gruppe stellte ihr bald erscheinendes Album vor, auf dem auch ein Track enthalten ist, dem Jim Adkins die Stimme leiht. Alles in allem Pop mit Elektroeinschlägen der in Ordnung geht. Nicht mehr und nicht weniger. Jimmy Eat World betraten kurz darauf die Bühne um mit „Big Casino“ einen gebührenden Opener abzuliefern. Was dann folgte unterschied sich in den wesentlichen Punkten nicht von der Setlist der vorherigen Konzerte der Tour. Das wunderbare sing-a-long „Sweetness“, das epische „23“, Clarity-Klassiker wie „Blister“ und „For Me This Is Heaven“. Alles wie gewohnt perfekte Darbietungen. Aber was den wahren Unterschied ausmachte war das irische Publikum. Das feiert sich selbst und die Band. Als Beobachter kommt man sich teilweise vor wie im Fussballstadion. Da werden Sprechchöre angestimmt und Nationalflaggen auf die Bühnen geworfen. Die Iren ticken anders. Positiv anders.
Von dieser beeindruckenden Ausnahmestimmung ließ sich auch die Band mitreißen. Selbst überrascht von dem Enthusiasmus der Dubliner Bürger ließ die Band sogar das Publikum einen Song auswählen. Jim Adkins stellte „Goodbye Sky Harbour“, „Authority Song“ und „No Sensitivity“ zur Auswahl, wobei „Authority Song“ am lautesten gefordert und demzufolge auch gespielt wurde. Auch mit „Get It Faster“ wurde von der Standardsetlist abgewichen. Der Zugabenblock enthielt die neue Version von „Your House“, „Hear You Me“, „Dizzy“ und natürlich „The Middle“. Zum Schluss wollte die Band eigentlich gar nicht mehr von der Bühne. Aber alles was schön ist muss auch mal zu Ende gehen. 1300 euphorisierte Iren und ein Deutscher verließen dann kurz vor Mitternacht den Saal. Glücklich.
Von außen ist das Olympia Theatre so unscheinbar wie es nur sein könnte. Aber wenn man durch die vielen kleinen Gänge über roten Teppich in den großen Saal eintritt, will man gar nicht mehr hinaus. Links und rechts des Saals erstrecken sich auf zwei Etagen Stehlogen und über den Köpfen der Menschen, die vor der Bühne stehen, erheben sich nochmals zwei Tribünen. Das Olympia entstammt dem 19. Jahrhundert und ist mit reichlich goldenen Ornamenten verziert, was dem ansonsten roten Saal ein exklusives Dasein beschert. Der riesige Kronleuchter und die kleinen Wohnzimmerlämpchen an den Seiten geben ihr übriges hinzu. Eine der besten vertikalen Konzerthallen, die es auf dieser Welt gibt. Sicher.
Als Vorband wurden Styrofoam angeheuert, welche mir bislang nur durch den äußerst misslungenen Remix für „Drugs or Me“ bekannt waren. Die belgische Gruppe stellte ihr bald erscheinendes Album vor, auf dem auch ein Track enthalten ist, dem Jim Adkins die Stimme leiht. Alles in allem Pop mit Elektroeinschlägen der in Ordnung geht. Nicht mehr und nicht weniger. Jimmy Eat World betraten kurz darauf die Bühne um mit „Big Casino“ einen gebührenden Opener abzuliefern. Was dann folgte unterschied sich in den wesentlichen Punkten nicht von der Setlist der vorherigen Konzerte der Tour. Das wunderbare sing-a-long „Sweetness“, das epische „23“, Clarity-Klassiker wie „Blister“ und „For Me This Is Heaven“. Alles wie gewohnt perfekte Darbietungen. Aber was den wahren Unterschied ausmachte war das irische Publikum. Das feiert sich selbst und die Band. Als Beobachter kommt man sich teilweise vor wie im Fussballstadion. Da werden Sprechchöre angestimmt und Nationalflaggen auf die Bühnen geworfen. Die Iren ticken anders. Positiv anders.
Von dieser beeindruckenden Ausnahmestimmung ließ sich auch die Band mitreißen. Selbst überrascht von dem Enthusiasmus der Dubliner Bürger ließ die Band sogar das Publikum einen Song auswählen. Jim Adkins stellte „Goodbye Sky Harbour“, „Authority Song“ und „No Sensitivity“ zur Auswahl, wobei „Authority Song“ am lautesten gefordert und demzufolge auch gespielt wurde. Auch mit „Get It Faster“ wurde von der Standardsetlist abgewichen. Der Zugabenblock enthielt die neue Version von „Your House“, „Hear You Me“, „Dizzy“ und natürlich „The Middle“. Zum Schluss wollte die Band eigentlich gar nicht mehr von der Bühne. Aber alles was schön ist muss auch mal zu Ende gehen. 1300 euphorisierte Iren und ein Deutscher verließen dann kurz vor Mitternacht den Saal. Glücklich.
[Konzerte] Jimmy Eat World - 19.02.2008 - Support: Sparkadia - Academy/Birmingham
Sold out. Das stand in großen Lettern über dem Eingang der Carling Academy in Birmingham geschrieben. Auch wenn das neue Album „Chase This Light“ von der Anhängerschaft mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde, schien das der Euphorie keinen Abbruch zu tun. Denn natürlich hat die Band mit „Clarity“ und „Bleed American“ zwei Longplayer für die Ewigkeit aufgenommen, von deren Erfolg sie auch heute noch profitieren. Als Support fungierte eine Band namens Sparkadia aus Australien. Nicht wirklich der Special Guest auf dem man gewartet hat. Ziemlich austauschbar und beliebige Gitarrenmusik, die nicht weiter im Gedächtnis hängen bleiben wird.
Jimmy Eat World betraten dann um Punkt Neun unter begeisterndem Jubel die Bühne und legten gleich mit „Big Casino“ los. Der Opener von „Chase This Light“ ist live noch eine Spur besser als die Albumversion. Denn es gibt keine zugemischten Effekte und keine Backgroundchöre. Es klingt natürlicher. Und genau das ist es, was dem neuen Album gefehlt hat. Natürlichkeit. Live machen sie das jedoch allemal wieder wett. Get Up, Get Up...
Das wunderbare „Sweetness“ wird gleich danach verfeuert und sorgt natürlich für Gänsehaut als Jim Adkins mit einem „Sing It Back…“ den Saal zum Mitsingen auffordert und ihm eine Wand von dreitausend Zuhörern ein „Oooooh“ zurückwirft. Die Setlist zieht sich durch die ganze Schaffensphase der Band. Aber leider wird die geniale „Static Prevails“ vollkommen außer Acht gelassen, obwohl diese doch so herrliche Rohdiamanten beherbergt. „Episode IV“ oder „Thinking That´s All“ gehören einfach dazu um auch die Fans der ersten Stunde zu befriedigen. Aber irgendwann gibt es einfach nun mal zu viele Tracks zur Auswahl, um alle Anwesenden zu befriedigen. Traurig, aber wahr.Die Band spielte sich jedoch wie immer wortkarg aber voller Euphorie und Enthusiasmus durch ihr Set. Die spielen ihre Songs nicht einfach runter. Sie zelebrieren sie. In Perfektion. Mit dem epischen und ebenso genialen „23“ und „Pain“ wurde das reguläre Set beendet. Der obligatorische Zugabenblock ließ dann auch nicht lange auf sich warten und wurde mit der neuen Version von „Your House“ begonnen. Diese Neuinterpretation ist ein Hauptgewinn und lässt viele im Saal dahinschmelzen. Zwei Konzertbesucher, die vor mir standen schüttelten ob der vorgetragenen Darbietung nur ungläubig den Kopf und lächelten. Ist das nicht was jede Band bei einem Besucher erreichen will? Das traurige „Hear You Me“ und der beste Songs des neuen Albums „Dizzy“ versetzten das Publikum nochmals in Verzückung bevor "The Middle" einen schönen endgültigen Schlusspunkt setzte.
Natürlich wurden Perlen wie „Lucky Denver Mint“ und „A Praise Chorus“ vermisst und auch die kurze Spielzeit ließ den ein oder anderen Kritik üben. Aber die dargebotene Perfektion, Enthusiasmus und Spielfreude kompensieren alles. Und wieder ein Abend an dem sie mehrere tausend Menschen glücklich nachhause gehen lassen.
Jimmy Eat World betraten dann um Punkt Neun unter begeisterndem Jubel die Bühne und legten gleich mit „Big Casino“ los. Der Opener von „Chase This Light“ ist live noch eine Spur besser als die Albumversion. Denn es gibt keine zugemischten Effekte und keine Backgroundchöre. Es klingt natürlicher. Und genau das ist es, was dem neuen Album gefehlt hat. Natürlichkeit. Live machen sie das jedoch allemal wieder wett. Get Up, Get Up...
Das wunderbare „Sweetness“ wird gleich danach verfeuert und sorgt natürlich für Gänsehaut als Jim Adkins mit einem „Sing It Back…“ den Saal zum Mitsingen auffordert und ihm eine Wand von dreitausend Zuhörern ein „Oooooh“ zurückwirft. Die Setlist zieht sich durch die ganze Schaffensphase der Band. Aber leider wird die geniale „Static Prevails“ vollkommen außer Acht gelassen, obwohl diese doch so herrliche Rohdiamanten beherbergt. „Episode IV“ oder „Thinking That´s All“ gehören einfach dazu um auch die Fans der ersten Stunde zu befriedigen. Aber irgendwann gibt es einfach nun mal zu viele Tracks zur Auswahl, um alle Anwesenden zu befriedigen. Traurig, aber wahr.Die Band spielte sich jedoch wie immer wortkarg aber voller Euphorie und Enthusiasmus durch ihr Set. Die spielen ihre Songs nicht einfach runter. Sie zelebrieren sie. In Perfektion. Mit dem epischen und ebenso genialen „23“ und „Pain“ wurde das reguläre Set beendet. Der obligatorische Zugabenblock ließ dann auch nicht lange auf sich warten und wurde mit der neuen Version von „Your House“ begonnen. Diese Neuinterpretation ist ein Hauptgewinn und lässt viele im Saal dahinschmelzen. Zwei Konzertbesucher, die vor mir standen schüttelten ob der vorgetragenen Darbietung nur ungläubig den Kopf und lächelten. Ist das nicht was jede Band bei einem Besucher erreichen will? Das traurige „Hear You Me“ und der beste Songs des neuen Albums „Dizzy“ versetzten das Publikum nochmals in Verzückung bevor "The Middle" einen schönen endgültigen Schlusspunkt setzte.
Natürlich wurden Perlen wie „Lucky Denver Mint“ und „A Praise Chorus“ vermisst und auch die kurze Spielzeit ließ den ein oder anderen Kritik üben. Aber die dargebotene Perfektion, Enthusiasmus und Spielfreude kompensieren alles. Und wieder ein Abend an dem sie mehrere tausend Menschen glücklich nachhause gehen lassen.
[Konzerte] Jimmy Eat World - 14.02.2008 - Support: Sparkadia - Schlachthof/Wiesbaden
Keine andere Band ist so beliebt in unserer Redaktion wie Jimmy Eat World. Nicht endend wollende Lobeshymnen auf Jim Adkins und seine Jungs. Dies eben auch völlig zu Recht. Gefühlvoller kann man die Welt nicht verspeisen. Daß das Konzert im Wiesbadener Schlachthof dann eben noch auf den unsäglichen Valentinstag fallen sollte, schreibe ich weniger großen Gefühlen, denn dem Zufall zu. Wieselflink füllt sich die Halle mit einem überwiegend weiblichen und recht jungen Publikum. Scheint eine Konzertkarte für eben jene Band doch ein gelungenes Valentinsgeschenk zu sein. Wie dem auch sei.
Sparkadia. Was nach der neuesten trendy Kreditkarte aus dem örtlichen Kreditinstitut klingt, ist lediglich der Name der Vorgruppe an diesem geschätzten Konzertabend. Die Band aus Sydney liefert mit ihren zwar eher durchschnittlichen bzw. wenig überraschenden Pop-Rock dennoch eine solide Show ab und schafft es das Publikum anzufeuern. Mir bleibt jedoch außer der nett aussehenden Gitarristin nichts Erwähnenswertes im Gedächtnis.
Nun die obligatorische Umbaupause. Und endlich geht es mit dem wohl besten Song los, den das für JEW-Standards eher mässigen Album „Chase this lights“ zu bieten hat. „Big Casino“ ist einfach der Knaller. Es folgen Hits wie „Praise Chorus“, „Lucky Denver Mint“, „Futures“, „Work“, “Bleed American“ und „Blister“ um nur einige der besseren zu nennen. Licht und Nebel werden effektvoll eingesetzt. Alles in allem ist die Show die perfekte Mischung zwischen ganz großen Gefühlen und tanzbarer Rockmusik. Also genau die Mixtur die Jimmy Eat World so symphatisch macht. Mit „Pain“ verlässt die Band schließlich die Bühne. Kurze Zeit später gibt es mit „Your house“ und „Hear you me“ zwei unbeschreiblich schöne Zugaben. „The Middle“ beschließt das Set endgültig.
Klar endet auch dieser Konzertbericht wieder mit einer Lobeshymne auf JEW, dennoch gibt es einen kleinen Wermutstropfen, so haben die vielen Songs vom neuen Album alte Hits aus dem Programm gedrängt. Unterm Strich bleiben aber noch genug Perlen übrig um einen gelungenes Konzert zu attestieren.
Sparkadia. Was nach der neuesten trendy Kreditkarte aus dem örtlichen Kreditinstitut klingt, ist lediglich der Name der Vorgruppe an diesem geschätzten Konzertabend. Die Band aus Sydney liefert mit ihren zwar eher durchschnittlichen bzw. wenig überraschenden Pop-Rock dennoch eine solide Show ab und schafft es das Publikum anzufeuern. Mir bleibt jedoch außer der nett aussehenden Gitarristin nichts Erwähnenswertes im Gedächtnis.
Nun die obligatorische Umbaupause. Und endlich geht es mit dem wohl besten Song los, den das für JEW-Standards eher mässigen Album „Chase this lights“ zu bieten hat. „Big Casino“ ist einfach der Knaller. Es folgen Hits wie „Praise Chorus“, „Lucky Denver Mint“, „Futures“, „Work“, “Bleed American“ und „Blister“ um nur einige der besseren zu nennen. Licht und Nebel werden effektvoll eingesetzt. Alles in allem ist die Show die perfekte Mischung zwischen ganz großen Gefühlen und tanzbarer Rockmusik. Also genau die Mixtur die Jimmy Eat World so symphatisch macht. Mit „Pain“ verlässt die Band schließlich die Bühne. Kurze Zeit später gibt es mit „Your house“ und „Hear you me“ zwei unbeschreiblich schöne Zugaben. „The Middle“ beschließt das Set endgültig.
Klar endet auch dieser Konzertbericht wieder mit einer Lobeshymne auf JEW, dennoch gibt es einen kleinen Wermutstropfen, so haben die vielen Songs vom neuen Album alte Hits aus dem Programm gedrängt. Unterm Strich bleiben aber noch genug Perlen übrig um einen gelungenes Konzert zu attestieren.
[Konzerte] Jimmy Eat World - 21.08.2007 - Support: Jonas Goldbaum - Bürgerhaus Stollwerck/Köln
Sie könnten das Palladium füllen. Immerhin die zweitgrößte Konzerthalle von Köln. Aber nein. Sie suchen sich für einen exklusiven Clubgig das kleine Gebäude 9 in Köln aus. Da war die Begeisterung, wie auch die Kartennachfrage riesig, so dass das Konzert in das etwas größere Bürgerhaus Stollwerck verlegt wurde. Das heißt jedoch nicht, dass das Konzert dadurch auch nur etwas an Intimität eingebüßt hätte. Denn auch dieser Konzertsaal wusste mit Empore und gemütlicher Größe zu überzeugen.
Und wann hat man schon mal die Möglichkeit die Helden der Zunft Jimmy Eat World in einem solch kleinen Rahmen zu erleben. Die Zeiten gab es mal, sind aber nach ihrem Bleed American-Durchbruch unlängst vorbei. Umso größer die Freude als die Ankündigung dieses Konzerts auf deren Homepage zu lesen war.
Grund des Konzerts war die Erscheinung ihres neuen Albums Chase This Light, welches im Oktober das Licht der Plattenläden erblicken wird. Vor Beginn des Konzerts stellte sich jedoch eine Frage. Bei der vorangehenden Amerika-Tour des Quartetts wurde der Fokus eher auf die ruhigeren Stücke der Band gelegt. Songs, die bei Konzerten sonst eher stiefmütterlich behandelt wurden. Von einer Mellow-Tour war daher die Rede. Also was gab es zu erwarten? Ein Konzert mit „A Praise Chorus“ und Konsorten oder eher mit „23“ und seinen Freunden.
Nachdem die Vorband Jonas Goldblum (ein sympathischer österreichischer Mix von Tocotronic und Sportfreunden Stillern) ihre Instrumente wieder eingepackt hatte wurde diese Frage schnell beantwortet. Mit einem riesigen Jimmy Eat World Banner im Hintergrund betraten die Vier dann schließlich die Bühne und legten mit „A Praise Chorus“ kräftig los. Also erstmal nichts mit mellow und ruhige Kugel schieben. Der Opener ist natürlich ein Klassiker mit dem man nichts falsch machen kann. „Crimson and Clover / Over And Over“. Zeitlos. Ohne viel Zeit zu verlieren ging es weiter mit „Authority Song“, „Work“, „Polaris“ und „Disintegration“. Bei letzterem handelt es sich um einen dieser ruhigeren Songs, die auf Konzerten sonst nicht zu hören sind. Aber live ist dieses Stück an Pathos und Emotionen kaum zu toppen.
Was weiter folgte war eine Mixtur entnommen aus ihren Longplayern „Clarity“, „Bleed American“ und „Futures“. „Lucky Denver Mint“, „If You Don´t Don´t, „Futures“, „Ten“. Wenn diese Band wollen würde könnte sie auch drei Stunden am Stück spielen, weil ihre Hitdichte anscheinend unausschöpfbar ist. Der Hörer fragt sich immer: Was kommt als nächstes? Und dann kommt ein Song wie „Get It Faster“ und man denkt sich: Klar, den gab es ja auch noch. Aber was könnte jetzt noch kommen? Ach. Na klar. „Goodbye Sky Harbour“. Und so geschieht es die ganze Zeit.
Bei „Blister“ kommt es wie immer zu Gänsehautmomenten wenn der ganze Saal mit Tom Linton „And How Long Would It Take Me To Walk Across The United States All Alone?“ anstimmt. Momente, die hängen bleiben. Auf „Blister“ folgt „Sweetness“, welches natürlich nochmal für einen fröhlichen, tanzenden, singenden, hüpfenden Saal sorgt. Enthusiasmus bei Band und Publikum.
Danach verabschiedeten sich Jimmy Eat World erst einmal von der Bühne um für einen grandiosen Zugabenblock wiederzukommen. Jim Adkins erscheint zuerst alleine mit einer Akustikgitarre, um damit den größten Hit der Band in neuem Gewand vorzutragen. Das vielleicht schon etwas verbrauchte „The Middle“ bekam dadurch wieder frischen Wind in die Segel und begeisterte alle. Dann folgt „Hear You Me“ und damit der eigentliche Höhepunkt des Konzerts. Das vielleicht emotionalste und traurigste Lied aller Zeiten hat bestimmt bei dem einen oder anderen eine Träne ins Auge gezaubert. „May Angels Lead You In“. Ein einziger Traum. Mit „Bleed American“ und „Pain“ wurde das Konzert dann beendet.
Eine Stunde und vierzig Minuten Emotionen auf höchstem Niveau mit einer Setlist vom Feinsten. Der ein oder andere wird natürlich sagen, dass die Band auf der Bühne zu wenige geredet hat und nicht viel Konversation mit dem Publikum betreibt. Aber was interessiert das? Ich will keine politischen Statements von Menschen hören, die vielleicht überhaupt gar keine Ahnung davon haben. Ich gehe auf ein Konzert der Musik wegen. Und wenn man der Band während des Konzerts in die Gesichter schaut, dann weiß man ganz genau, dass sie es schätzen, dass so viele Menschen ihrer Musik wegen weite Wege hinter sich gebracht haben. Was braucht es da an vielen Worten?
Besser geht es nicht.
[Konzerte] Powerfest - 21.04.2007 - Melkweg/Amsterdam
Jimmy Eat World. Motion City Soundtrack. Sparta. Vla. Wochenende. Grachten. Kroketten. Das sind viele gute Gründe um sich auf die Reise nach Amsterdam zu machen. Nachdem in das gute alte Etap-Hotel eingecheckt wurde ging es gleich Richtung Veranstaltungshalle.
Nachdem die Besichtigung des Amsterdamer Rotlichtviertels abgeschlossen war, wurde MXPX als erste Band in Angriff genommen. Diese amerikanische Punkband, die schon seit über einem Jahrzehnt im Geschäft ist, erinnerte stark an Green Day und konnte mit solidem Punkrock bestimmt einige Fans gewinnen. Außergewöhnlich herausragend war der Auftritt jedoch nicht.
Da Petrus es ziemlich gut meinte, brannte die Sonne nur so vom Himmel herab und nach MXPX musste ein Bier im Hard Rock Cafe, direkt an einem der vielen schönen Flüsschen gelegen, getrunken werden. Nach dieser gelungenen Abwechslung ging es zum Auftritt von Motion City Soundtrack.
Durch myspace und Konsorten vorgewarnt stellte ich mich auf Pop-Punk mit Keyboardeinschlag ein. Der auffälligste Akteur war der Herr an den Tasten, da dieser den ganzen Auftritt über mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Und wenn dies mal nicht der Fall war turnte er auf (!) seinem Keyboard umher. Mit „Everything Is Alright“ und „LG FUAD“ spielten sie ihre größten Hits und auch das Publikum wurde langsam warm. Guter Auftritt.
Ein Abstecher in den kleinen Konzertsaal wurde mit einem Auftritt der Voodoo Glow Skulls belohnt. Nur kurz gesehen, aber für guten Ska-Punk befunden. Und wieder rüber in den großen Saal, denn hier wartete Sparta auf. Diese Band mit Überbleibseln von At The Drive In brachte das Kunststück fertig mit „Threes“ auf Platz 1 der Visions-Jahrescharts zu kommen, ohne dass das Album, aufgrund schlechter Labelpolitik, überhaupt in Deutschland erschienen war. Grund genug sich diese Band einmal näher zu Gemüte zu führen. Und es sollte sich lohnen. Der Sänger Jim Ward brachte mit seiner Stimme das ein oder andere Mal eine Gänsehaut, weil der schreien und einen Druck hinter seine Stimme bringen kann ohne nur irgendwie übertrieben zu klingen. Auch wenn die neuen Songs von „Threes“ teilweise etwas poppiger sind, können sie vollends überzeugen. Vor allem „Taking Back Control“ mit seinem doppelstimmigen Refrain wird ein Tanzflächenfüller werden. Konsequenz des Auftritts: Amazon.de – Album kaufen. Exzellent.
Als Headliner und letzter Gig des Abends warteten Jimmy Eat World auf. Und auf die wartete das bis dahin sehr unterkühlte Publikum sehnlichst. Mit „Bleed American“ wurde losgelegt und die Band spielte sich durch die ganze Bandgeschichte. Vor allem das epische „Goodbye Sky Harbour“ und „A Praise Chorus“ sind hervorzuheben. Und auch die neuen Tracks, von dem hoffentlich bald erscheinenden neuen Longplayer, namens „Big Casino“ und „Electable“ gefielen. Da bin ich mal sehr auf die Studioaufnahmen gespannt. Alles in allem ein exzellenter Auftritt mit einem gut aufgelegten Jim Adkins. Aber das ist von dieser Ausnahmeband auch nicht anders zu erwarten.
Dann war es auch schon vorbei. Noch ein paar Bier in der Kneipe und ab ins Hotel. Sehr gelungen war das Ganze. Ärgerlich ist nur, dass Sonntags kein Vla verkauft wird…
[Platten] Jimmy Eat World - Futures
Clarity, das mit wunderschönen Melodien zu überzeugen wusste und Bleed American, auf der jeder Song an sich der perfekte Popsong war. Was sollte also nach solch zwei brillanten Alben noch kommen? Jim Adkins, Kopf der Band, wollte dass auf Futures jeder Song in sich selbst perfekt sein soll. Dieses Vorhaben hat er in die Tat umgesetzt. Futures wird keinen enttäuschen, der auch schon die vorherigen Alben ins Herz geschlossen hat.
Das Erfolgsrezept von Clarity und Bleed American wurde konsequent weitergeführt. Es ist also eine gute Mischung aus dem was Jimmy Eat World auszeichnet. Dass diese Platte wieder einschlagen wird, liegt aber auch sehr wahrscheinlich daran, dass die Band den Producer wechselte, mit dem sie schon seit Jahren zusammenarbeitete. Mark Trombino wurde durch Gil Norton, der auch schon die Foo Fighters und Pixies produzierte ersetzt. Nach eigenen Aussagen der Band wurde somit ein Festfahren in einer Sackgasse verhindert und man konnte sich weiterentwickeln.
Auf dem Album geht es mit dem Opener "Futures" schon recht explosiv los. Hier äußern sich Jimmy Eat World auch das erste Mal politisch ("I hope for better in November"), was natürlich auf die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten im November bezogen ist. Mir persönlich sind Jimmy Eat World ohne politische Aussagen lieber, aber das ist Geschmackssache. Danach folgen mit "Just Tonight..." und "Work" zwei "Dancing-Songs", wie Adkins sagen würde. Dabei überzeugt vor allem "Work". Aufgrund solcher Lieder werden Jimmy Eat World geliebt: "Can we take a ride? / Get out of this place while we still have time." Hier riecht es nach Freiheit. Geh raus und und genieß dein Leben solange du es noch kannst wollen sie uns damit sagen. 3 Minuten und 26 Sekunden Gitarrenpop vom Feinsten beim dem keiner seine Füße stillhalten kann. Weiter geht es mit einem Highlight der Platte: "Kill". Ein etwas langsameres Stück in typischer Jimmy Eat World Manier.
Da weiß der Hörer gar nicht ob er fröhlich oder traurig sein soll. Solche Gefühlsregungen kann dieses Lied auslösen. Wie schon erwähnt: Einfach Typisch. Mit dem folgenden sehr positiven "The World You Love" und dem kompakt bestechenden "Pain" haben Jimmy Eat World wieder zwei Tanzflächenfüller mehr auf ihrem Konto. Auf der zweiten Albumhälfte geht es dann mit nur einer Ausnahme etwas ruhiger und langsamer zu. Aber das können sie schließlich auch. Mit "Drugs Or Me" hat Jim Adkins eine wunderschöne Ballade geschrieben und es ist mitunter der traurigste Song der Platte. "Stay with me / You're the one I need / You make the hardest things / Seem easy." Einfach schön. Fast schon herzerweichend. Mit "Polaris", ein toller Midtempo-Song, und dem aggressiven "Nothing Wrong" geht es weiter. "Night Drive" und "23" runden die Platte ab. "23" ist das für Futures, was "Goodbye Sky Harbour" für Clarity war. Ein siebenminütiger furioser Schlussspurt und die beste Ballade seit "Just Watch The Fireworks". Der Bonussong "Shame", der etwas ungeschliffen und roh daherkommt, erinnert dann wieder rum an alte Zeiten.
Futures kommt nicht ganz an die vorherigen Veröffentlichungen heran, aber das war auch nicht zu erwarten, da "Clarity" und "Bleed American" meines Erachtens nach gar nicht mehr übertroffen werden können. Alles in allem ein sehr gelungenes Album. Für jeden Jimmy Eat World Fan ein Muss, für jeden anderen ist dieses Album der perfekte Einstieg um diese Band kennen und lieben zu lernen....
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Futures kommt nicht ganz an die vorherigen Veröffentlichungen heran, aber das war auch nicht zu erwarten, da "Clarity" und "Bleed American" meines Erachtens nach gar nicht mehr übertroffen werden können. Alles in allem ein sehr gelungenes Album. Für jeden Jimmy Eat World Fan ein Muss, für jeden anderen ist dieses Album der perfekte Einstieg um diese Band kennen und lieben zu lernen....
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2010/12/14
[Konzerte] Jimmy Eat World - 27.02.2005, Support: Appartment - Palladium/Köln
Köln ist eine symphatische Stadt, zwar gleichen die dortigen Temperaturen zu unserer Ankunft denen des nördlichen Polarkreises und lädt auch das alte, aus Backsteinen zusammengezimmerte, Mülheimer Industriegebiet nicht gerade dazu ein, seinen Urlaub hier zu verbringen. Dennoch scheinen die Menschen hier um einiges netter als in Frankfurter Raum zu sein.
Schon bei der Parkplatzsuche hilft uns „Officer Friendly“ so gut er kann und kaum sind wir die ersten hundert Meter gelaufen, werden wir von einem älteren Herr darauf angesprochen, welches Konzert wir denn besuchen wollten. Auf unsere Antwort folgt ein fünfminütiger Monolog, darüber welche Stars er fotografiert und was er für ein bewegtes Leben hat. Wie um seine Aussagen zu unterstreichen, läuft dem Kerl ununterbrochen die Nase. Der Kerl hätte für BAP’s „Jupp“ verantwortlich sein können. Interessant.
Kurz vor sieben bildet sich auf beiden Seiten der Schanzen-Str. eine lange Schlange, auf der einen Seite stehen die Normalos, Typen wie du und ich, um sich Jimmy Eat World anzuschauen, auf der anderen Strassenseite frieren sich schwarzgekleideten Fans von „Within Temptation“ die in Leder gepackten Nüsse ab. Trotz der Menschenmenge geht der Einlass dank eher laschen Kontrollen recht zügig vonstatten und schon steht man in der Halle, die den Eindruck eines alten Eisenbahndepots macht. Da das Konzert von der wesentlich kleineren „Live Music Hall“ hier ins „Paladium“ verlegt wurde, ist die Halle auch bei Beginn der Londoner Vorgruppe Apartement nicht vollständig gefüllt. Die Vorband selbst machte Rockmusik im Hives Stil, das dämliche Gepose des Frontmanns erinnert ebenfalls an die Schweden. 45 Minuten später ist der Spuk zu Ende und um viertel nach neun betreten Jimmy Eat World die Bühne und gehen mit ihrem Überhit „Bleed American“ auch gleich in die vollen. Jim Atkins jetzt mit relativ langen Haaren ausgestattet, geht um knappe Zehn-Abgeh-Punkte steiler als auf dem 2002er Strasburg-Konzert. Von wildem Rumgehüpfe, über Freudenschreie, bis hin zu Improvisationen reicht das Repertoire des Sängers, ohne, dass es wie bei der Vorgruppe deplaziert wirken würde.
Die Jungs freuen sich offensichtlich in Köln zu sein, und verbinden laut Atkins auch ein besonderes Event mit dieser Stadt. Der erste Gig ausserhalb den USA. Ansonsten halten sich die vier Amis mit ihren Ansagen dezent zurück und konzentrieren sich auf das wesentliche. Blister, Sweetness, Futures, If you don’t don’t, Get it faster, Lucky Denver Mint. Egal welches Album angespielt wird, Hit reiht sich an Hit. Das Publikum, das zu weiten Teilen aus Frauen besteht geht tierisch ab, singt jeden Song fehlerfrei mit und gerade bei den „wohoo“ –Passagen, die ja wirklich jeder kennt und textsicher (höhö) mitsingen kann, geht die Band im allgemeinen Trubel soundtechnisch unter. Dummerweise ist auch das schönste und intensivste Konzert nach relativ kurzer Zeit zu Ende und man fragt sich was denn überhaupt noch an Zugaben kommen kann. „Eigentlich ham se doch alle Hits gespielt“.
Und kaum sind die Jungs nach frenetischen "Zugabe" Rufen nahezu auf die Bühne gezerrt worden, wird man eines besseren belehrt. „Praise Chorus“, „The Middle“ und „Pain“ runden den Auftritt ab. Herrlich.
Was fällt also auf im Jimmy Eat World Vergleich von 2002 zu 2005. Die vier Buben sind definitiv Bühnensicherer geworden, haben meiner Meinung nach noch mehr Spass an der Sache und einen schlechteren Geschmack was Vorgruppen angeht. Eins haben die Amis aber nicht verlernt, den Sinn und das Händchen nette Lieder zu schreiben, die ganz tief reingehen.
Schon bei der Parkplatzsuche hilft uns „Officer Friendly“ so gut er kann und kaum sind wir die ersten hundert Meter gelaufen, werden wir von einem älteren Herr darauf angesprochen, welches Konzert wir denn besuchen wollten. Auf unsere Antwort folgt ein fünfminütiger Monolog, darüber welche Stars er fotografiert und was er für ein bewegtes Leben hat. Wie um seine Aussagen zu unterstreichen, läuft dem Kerl ununterbrochen die Nase. Der Kerl hätte für BAP’s „Jupp“ verantwortlich sein können. Interessant.
Kurz vor sieben bildet sich auf beiden Seiten der Schanzen-Str. eine lange Schlange, auf der einen Seite stehen die Normalos, Typen wie du und ich, um sich Jimmy Eat World anzuschauen, auf der anderen Strassenseite frieren sich schwarzgekleideten Fans von „Within Temptation“ die in Leder gepackten Nüsse ab. Trotz der Menschenmenge geht der Einlass dank eher laschen Kontrollen recht zügig vonstatten und schon steht man in der Halle, die den Eindruck eines alten Eisenbahndepots macht. Da das Konzert von der wesentlich kleineren „Live Music Hall“ hier ins „Paladium“ verlegt wurde, ist die Halle auch bei Beginn der Londoner Vorgruppe Apartement nicht vollständig gefüllt. Die Vorband selbst machte Rockmusik im Hives Stil, das dämliche Gepose des Frontmanns erinnert ebenfalls an die Schweden. 45 Minuten später ist der Spuk zu Ende und um viertel nach neun betreten Jimmy Eat World die Bühne und gehen mit ihrem Überhit „Bleed American“ auch gleich in die vollen. Jim Atkins jetzt mit relativ langen Haaren ausgestattet, geht um knappe Zehn-Abgeh-Punkte steiler als auf dem 2002er Strasburg-Konzert. Von wildem Rumgehüpfe, über Freudenschreie, bis hin zu Improvisationen reicht das Repertoire des Sängers, ohne, dass es wie bei der Vorgruppe deplaziert wirken würde.
Die Jungs freuen sich offensichtlich in Köln zu sein, und verbinden laut Atkins auch ein besonderes Event mit dieser Stadt. Der erste Gig ausserhalb den USA. Ansonsten halten sich die vier Amis mit ihren Ansagen dezent zurück und konzentrieren sich auf das wesentliche. Blister, Sweetness, Futures, If you don’t don’t, Get it faster, Lucky Denver Mint. Egal welches Album angespielt wird, Hit reiht sich an Hit. Das Publikum, das zu weiten Teilen aus Frauen besteht geht tierisch ab, singt jeden Song fehlerfrei mit und gerade bei den „wohoo“ –Passagen, die ja wirklich jeder kennt und textsicher (höhö) mitsingen kann, geht die Band im allgemeinen Trubel soundtechnisch unter. Dummerweise ist auch das schönste und intensivste Konzert nach relativ kurzer Zeit zu Ende und man fragt sich was denn überhaupt noch an Zugaben kommen kann. „Eigentlich ham se doch alle Hits gespielt“.
Und kaum sind die Jungs nach frenetischen "Zugabe" Rufen nahezu auf die Bühne gezerrt worden, wird man eines besseren belehrt. „Praise Chorus“, „The Middle“ und „Pain“ runden den Auftritt ab. Herrlich.
Was fällt also auf im Jimmy Eat World Vergleich von 2002 zu 2005. Die vier Buben sind definitiv Bühnensicherer geworden, haben meiner Meinung nach noch mehr Spass an der Sache und einen schlechteren Geschmack was Vorgruppen angeht. Eins haben die Amis aber nicht verlernt, den Sinn und das Händchen nette Lieder zu schreiben, die ganz tief reingehen.
[Konzerte] Jimmy Eat World - 27.02.2005, Support: Appartment - Palladium/Köln
Die Rückkehr der Helden. Endlich war es soweit. Nach über dreijähriger Bühnenabstinenz sind Jimmy Eat World zurück in Deutschland und ihre erste Station auf deutschem Boden ist Köln. Das Konzert war zuerst für die Live Music Hall angesetzt, wurde dann aber aufgrund der großen Nachfrage in das Palladium, die zweitgrößte Konzerthalle Kölns verlegt.
Aber das war von Anfang an zu erwarten. Denn ihr vierter Geniestreich in Folge "Futures" ließ die Popularität der Band nocheinmal ansteigen, so dass das Palladium mit letztendlich 2500 Besuchern mehr als nur gut gefüllt war. Das Palladium an sich ist eine wirklich beeindruckende Konzerthalle. Die umgebaute ehemalige Industriehalle besteht aus einer Empore und einer großen ebenerdigen Haupthalle. Sehr schön anzuschauen. Um halb neun betrat dann die Vorgruppe mit dem Namen Appartment aus England die Bühne. Diese stellten ihr neues Album "Everyone thinks i´m paranoid" vor. Sie wussten jedoch nicht immer zu überzeugen und konnten nur wenige Besucher des Palladiums mitreißen. Zugegebenermaßen hat man als Support von Jimmy Eat World auch einfach einen schweren Stand.
Nachdem Appartment ihr Set absolviert hatten, wartete die ganze Halle sehnsüchtig darauf, dass das Licht ausging und Jim Adkins, Tom Linton, Rick Burch und Zach Lind die Bühne betreten würden. Dann war es auch soweit. Im Dunkeln betraten die Jungs die Bühne und legten sofort mit "Bleed American" los. Einen perfekteren Einstieg kann man sich doch gar nicht wünschen. Der Titelsong des erfolgreichsten Albums des Quartetts kommt live immer noch eine Spur aggressiver und brachialer rüber, was vor der Bühne gleich zu einem Massengeschiebe führte. Ohne großes Gerede ging es danach gleich mit dem "Authority Song" weiter. "Want something else?" heißt es in einer Zeile dieses Songs. Und ob die Zuschauer nochwas wollten. Mehr solcher großartiger Lieder. Gesagt, getan. Es ist unglaublich welches Songpotential Jimmy Eat World mittlerweile aufbieten können. Bei "Lucky Denver Mint" verwandelt sich die Halle in eine riesige Hüpfburg. Und vor allem hat die Band riesigen Spass am Experimentieren gewonnen. Bei "Drugs or Me" wird das Lied nach einer Weile unterbrochen und mündet nach einem perfekten Übergang in "The World You Love". Die Band ist selbstbewusst geworden und zu einer extrem guten Liveband gereift. Früher stand Jim Adkins mit seinen Mannen immer noch recht schüchtern auf der Bühne und jetzt legt er das ein oder andere Solo ein und wirbelt über die Bühne. Ist mit den Haaren wohl auch das Selbstbewusstsein gewachsen.
Zwischendurch spricht Jim Adkins zu den Zuschauern und erzählt, dass Köln die erste Stadt war, in der sie außerhalb der Vereinigten Staaten gespielt haben und deshalb ein ganz besonderes Verhältnis zu dieser Stadt haben. Und das Ding ist, dass man das diesem Mann auch abkauft. Er verneigt sich vor dem Publikum und bedankt sich dafür, dass ihnen nur durch die Hilfe der Anhänger die Möglichkeit zum Musik machen gegeben wurde. Selten eine so sympathische, bodenständige Band erlebt. Bitte so bleiben. "How long would it take me to walk across the United States all alone?" fragt Tom Linton dann beim wunderbaren "Blister" und auch die nächste Singleauskopplung aus "Futures" namens "Work", ist live noch einen Tick besser, als auf dem Album. Mit "Kill", "Goodbye Sky Harbour", "Polaris", "Get It Faster", "Nothing Wrong" und "Futures" geben Jimmy Eat World weitere Beweise ihres exzellenten Könnens ab. Mit "Seventeen" wird sogar noch ein Lied von der etwas älteren Platte "Static Prevails" gespielt.
Nach "Sweetness", dass das Palladium endgültig in ein Tollhaus mit vielen singenden, fröhlichen Menschen verwandelt hatte, gingen Jimmy Eat World von der Bühne, um nochmal für drei Zugaben wiederzukommen. "This is a dancing song" kündigte Adkins an. Oh ja, und was für einer. Mit "A Praise Chorus" wurde da weitergemacht, wo sie vor den Zugaben aufgehört hatten. Zu guter letzt wurden dem Publikum noch "The Middle" und die letzte Single "Pain" vor den Latz geknallt. Danach verließen sie unter tosendem Applaus die Bühne. Was soll man da noch sagen? Ein perfekter Konzertabend mit einer perfekten Songauswahl und einer perfekten Band. Jimmy Eat World haben ihren Ruf einer begeisternden und mitreißenden Band, deren Lieder Perlen für die Ewigkeit sind, bestätigt. Einfach faszinierend.
Aber das war von Anfang an zu erwarten. Denn ihr vierter Geniestreich in Folge "Futures" ließ die Popularität der Band nocheinmal ansteigen, so dass das Palladium mit letztendlich 2500 Besuchern mehr als nur gut gefüllt war. Das Palladium an sich ist eine wirklich beeindruckende Konzerthalle. Die umgebaute ehemalige Industriehalle besteht aus einer Empore und einer großen ebenerdigen Haupthalle. Sehr schön anzuschauen. Um halb neun betrat dann die Vorgruppe mit dem Namen Appartment aus England die Bühne. Diese stellten ihr neues Album "Everyone thinks i´m paranoid" vor. Sie wussten jedoch nicht immer zu überzeugen und konnten nur wenige Besucher des Palladiums mitreißen. Zugegebenermaßen hat man als Support von Jimmy Eat World auch einfach einen schweren Stand.
Nachdem Appartment ihr Set absolviert hatten, wartete die ganze Halle sehnsüchtig darauf, dass das Licht ausging und Jim Adkins, Tom Linton, Rick Burch und Zach Lind die Bühne betreten würden. Dann war es auch soweit. Im Dunkeln betraten die Jungs die Bühne und legten sofort mit "Bleed American" los. Einen perfekteren Einstieg kann man sich doch gar nicht wünschen. Der Titelsong des erfolgreichsten Albums des Quartetts kommt live immer noch eine Spur aggressiver und brachialer rüber, was vor der Bühne gleich zu einem Massengeschiebe führte. Ohne großes Gerede ging es danach gleich mit dem "Authority Song" weiter. "Want something else?" heißt es in einer Zeile dieses Songs. Und ob die Zuschauer nochwas wollten. Mehr solcher großartiger Lieder. Gesagt, getan. Es ist unglaublich welches Songpotential Jimmy Eat World mittlerweile aufbieten können. Bei "Lucky Denver Mint" verwandelt sich die Halle in eine riesige Hüpfburg. Und vor allem hat die Band riesigen Spass am Experimentieren gewonnen. Bei "Drugs or Me" wird das Lied nach einer Weile unterbrochen und mündet nach einem perfekten Übergang in "The World You Love". Die Band ist selbstbewusst geworden und zu einer extrem guten Liveband gereift. Früher stand Jim Adkins mit seinen Mannen immer noch recht schüchtern auf der Bühne und jetzt legt er das ein oder andere Solo ein und wirbelt über die Bühne. Ist mit den Haaren wohl auch das Selbstbewusstsein gewachsen.
Zwischendurch spricht Jim Adkins zu den Zuschauern und erzählt, dass Köln die erste Stadt war, in der sie außerhalb der Vereinigten Staaten gespielt haben und deshalb ein ganz besonderes Verhältnis zu dieser Stadt haben. Und das Ding ist, dass man das diesem Mann auch abkauft. Er verneigt sich vor dem Publikum und bedankt sich dafür, dass ihnen nur durch die Hilfe der Anhänger die Möglichkeit zum Musik machen gegeben wurde. Selten eine so sympathische, bodenständige Band erlebt. Bitte so bleiben. "How long would it take me to walk across the United States all alone?" fragt Tom Linton dann beim wunderbaren "Blister" und auch die nächste Singleauskopplung aus "Futures" namens "Work", ist live noch einen Tick besser, als auf dem Album. Mit "Kill", "Goodbye Sky Harbour", "Polaris", "Get It Faster", "Nothing Wrong" und "Futures" geben Jimmy Eat World weitere Beweise ihres exzellenten Könnens ab. Mit "Seventeen" wird sogar noch ein Lied von der etwas älteren Platte "Static Prevails" gespielt.
Nach "Sweetness", dass das Palladium endgültig in ein Tollhaus mit vielen singenden, fröhlichen Menschen verwandelt hatte, gingen Jimmy Eat World von der Bühne, um nochmal für drei Zugaben wiederzukommen. "This is a dancing song" kündigte Adkins an. Oh ja, und was für einer. Mit "A Praise Chorus" wurde da weitergemacht, wo sie vor den Zugaben aufgehört hatten. Zu guter letzt wurden dem Publikum noch "The Middle" und die letzte Single "Pain" vor den Latz geknallt. Danach verließen sie unter tosendem Applaus die Bühne. Was soll man da noch sagen? Ein perfekter Konzertabend mit einer perfekten Songauswahl und einer perfekten Band. Jimmy Eat World haben ihren Ruf einer begeisternden und mitreißenden Band, deren Lieder Perlen für die Ewigkeit sind, bestätigt. Einfach faszinierend.
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