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2010/12/16

[Platten] Cloudberry - Graceful & Light

ImageMarco Pleil und seine Band "Cloudberry" ist zurück und bringt mit "Graceful & Light" das mittlerweile dritte Album innerhalb vier Jahren an den Start.

Während der Vorgänger "Destroyer" noch eine (keinewegs schlechte) Eigenproduktion Pleils gewesen ist, durfte nun kein geringerer als Donots-Produzent Kurt Ebelshäuser an den Reglern drehen.
Im ersten Moment fällt dies jedoch kaum auf, "Anything goes" und "Ripcord" hätten auch schon Anno 2005 auf "Destroyer" veröffentlicht werden können. Da regt sich der Wurm der Verwunderung in den hinteren Hirnecken und weckt seinen Kollegen, nämlich den, der für die Zweifel zuständig ist. Steht doch auf der Referenzliste unter anderem "Sebadoh" und "Ash" eingetragen.

Doch klingen besagte Songs alles andere als nach Lou Barlow. Kaum beginnt jedoch "The Paingarden" oder "Not my idea" schimmern genannte Vorbilder durch. Schrammelgitarren regieren die musikalische Landschaft. Es wird wieder stark nach England geschielt.

Erstmals knacken einige Lieder deutlich die 2 Minuten Marke und offenbaren die  große Schwäche des Albums. Es passiert einfach zu wenig. Positive Ausnahmen wie etwa "Hits and Hugs" finden sich zu wenig. Oftmals beginnen die Songs wie sie enden und zwischendrin klingt im Grunde auch alles gleich. In der Summe einfach zu langweilig und austauschbar. Das ging in der Vergangenheit schon mal besser. Auch im Hause Cloudberry


VÖ: 26.10.2007 auf Fastballmusic/Neo/SonyBMG

2010/12/15

[Platten] Cloudberry - Destroyer

ImageDas Songwriting Marco Pleils, Chef von Cloudberry auf "Destroyer" spiegelt das durchschnittliche Sexleben in Deutschlands Schlafzimmern wieder. Kurzes Vorspiel, schneller Höhepunkt und schlagartiges Ende. Fertig. 

Doch Cloudberry reduziert sich nicht auf pure Lustbefriedigung, denn erkennbar echte Liebe zur Sache zeichnet die Band aus Obertshausen bei Offenbach aus. Hier paaren sich die Foo Fighters ("Us bedlam") mit Oasis ("Wit", "Dirty") und laden Placebo zur fröhlichen Orgie. Insgesamt wird schwer in Richtung England-Pop geschielt, was sich nur beim teilweise stark gekünstelten Akzent des Sängers negativ niederschlägt.

Den Rest des knapp 30 minütigen Albums (mit 16 Titeln erwartet man hier ein fast Punk-ähnliches Tempo) kann man gefühlsmässig am besten an einem sonnigen Sonntag (hoho) bei nem Kaffee auf dem Balkon geniessen. Schaukelstuhl nicht vergessen.

Mein Tip an alle die Anhänger benannter Musikstile sind, surft mal auf der Bandpage vorbei und kauft euch gleich noch den elektronisch angehauchten Erstling "Elijah" im Doppelpack mit und freut euch an gutem Indie-Noise, der trotz des rabiaten Titel, niemanden was böses will.

2010/12/14

[Konzerte] Verlen - 04.02.2006 - Support: Cloudberry/Myiris - Schanz/Mühlheim

Das Schanz in Mühlheim war mir bisher immer als ein Ort bekannt, den man am Besten an Montagen zum dortigen "Weizenabend" aufsucht. Nun begab es sich eben, dass wir uns eines traurigen Samstags in Dreier-Formation per Fährfahrt ans andere Mainufer begaben, um Verlen geniessen zu können. Die Tatsache, das die Band hierbei von Cloudberry und den mir unbekannten Myris unterstützt werden sollte, machte die Sache auch nicht schlechter. 

Nachdem wir dann erstmal die für lokale Kreise recht happigen 7 € gelöhnt hatten, verzogen wir uns erstmal ganz hinten ins Eck und lungerten auf der passenden Bank (sprich Eckbank) rum. Schliesslich tauchten Myris auf der Bühne auf und gaben ihren Pop-Rock zum Besten. Richtig begeistern konnte mich die Band um Frontfrau Alex auch nicht wirklich. Nicht schlecht, aber belanglos. Und die mehrmals erzählte Story die zum Inhalt hatte, auf einem Contest innerhalb von fünf Minuten aufzubauen und ein Lied zu spielen, sorgte auch nur beim ersten Hören für ein leichtes Schmunzeln auf des Schreibers Wangen.

Die letzten Lieder verbrachten wir am Kicker und verpassten dadurch fast den letzten Song, der mit einem sehr coolen Solo durchaus zu überzeugen wusste.

Als Nächstes mussten dann Cloudberry ran. Sänger Marco steht samt Akkustikgitarre auf der verwaisten Bühne und melancholiert vor sich hin. Für eine Nanosekunde flackert die gesamte Band auf um den ersten Song nach vielleicht zwei Minuten zu beenden. Überwältigend. Songs wie "Frankenstein" oder das überragende "Superdead" bewegen sich zwischen Oasis, Placebo und dank den eingestreuten Samples Depeche Mode. Minimalistisch, sehr gut.

Schliesslich stand jetzt nur noch der Hauptact an, Verlen aus dem Taunuser Vorgebirge, schickten sich an ihren unterhaltsamsten Gig zu spielen, den ich bei dieser Band bisher (dies war Nr.7) erleben durfte. Zunächst spielten Verlen gewohnt aktiv und insbrünstig ihre Lieder runter. "45 Flamingos", "In Hell" und "Down" um einige zu nennen. Mittendrin fiel dann plötzlich Schlagzeuger Simon Rauland aus unerfindlichen Gründen von seinem Hocker und prompt war der ohnehin schon heiter gestimmte Verlen-Mob ausser Rand und Band. Da wurden kurzerhand die Instrumente vertauscht und munter drauf los gespielt, auch wenns textlich und musikalisch eher wirr wurde. Schliesslich neigte sich der Gig mit einer Psychoversion von "Vertigo" dem Ende zu und hinterliess den Betrachter mit der Frage im Kopf, ob 7 Euro nun gerechtfertigt waren oder nicht.