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2013/05/12

[Platten] The Prosecution - At The Edge Of The End

Es ist immer wieder eine Freude diverse Bands über mehrere Jahre aus der Ferne zu supporten und wachsen zu sehen. So etwa die achtköpfige Skacore - Truppe von The Prosecution. So begann meine persönliche Geschichte mit der Band im Jahre 2007. Da wurde mal locker-flockig eine EP rausgehauen, die es qualitativ mit den Größen des Genres aufnehmen konnte. 2010 folgte dann das erste Album namens Droll Stories , das die Stärken der "Move on" - EP aufgriff und rundum professionell entlang des Weges kam.

2013 erscheint nun der zweite Longplayer namens "At the edge of the end". Die Jungs sind mittlerweile bei Long Beach Records Europe untergekommen und dort auch gut aufgehoben.

Und so verwundert es nicht, dass nun auch die Szene aus Übersee auf die Jungspunde aufmerksam wird, was sich etwa in "Learning Life" mit einem Feature von Dicky Barret (The Mighty Mighty Bosstones) wiederspiegelt. Einem Song, der durch das Mitwirken des Sängers zur einer Mischung aus Hommage und Original mutiert.

Doch auch der Rest des Albums muss sich nicht verstecken. Songs wie "Sofa Spuds" und die Videoauskopplung "Ironic Phases" geben kräftig Gas und zeigen den Skacore von seiner schönsten Seite. Insgesamt geht es härter ("Falling" mutiert für ein paar Sekunden zu einem echten Hardcore-Song") und einen Ticken weniger abwechslungsreich als auf dem Vorgänger zu. Nichtsdestotrotz merkt man "At the edge of the end" eine gewisse (wohltuende) Routine an.

Wie auch beim Vorgänger gilt, wer die Kombination von harten Gitarren und Trompeten mag, der kommt nicht um "The Prosecution" herum.

www.the-prosecution.com

VÖ: 24.05.2013 auf Long Beach Records / Broken Silence


2013/04/18

[Platten] Yen - Into the Sun

                                   
 Kennengelernt habe ich Yen im Sommer 2012 in Frankfurt bei ihrem Auftritt bei der Sommerwerft. Dieser Auftritt war bereits so beeindruckend das ich das zweite Album der Band erstand, was bei mir nicht all zu oft vorkommt.  Nachdem die erste Begeisterung langsam abklang, drängte sich mir die Band mit dem Erscheinen des dritten Albums wieder ins Gedächtnis. 

Nach ihrem Debütalbum „Deep Inside“ von 2008 und dem Akustikalbum „Sofa – so good“ aus dem Jahr 2009 meldet sich das Quartett aus Heidelberg, rund um Sängerin Yen-Hwei, mit dem dritten Album „Into the sun“ wieder zurück. Die Band die bereits bei Stefan Raab zu Gast war und sich seit Jahren mit Akustikauftritten in deutschen Fußgängerzonen nicht nur viele Bußgelder, sondern auch eine Fangemeinde erspielt hat, präsentiert ein gelungenes Studioalbum.  

Auf dem Album zeigt die Band die gesamte Bandbreite ihres Könnens. Von starken Rock nummern wie „Tonight“ ,On A Mission“ oder „Black Waterfalls“ bis hin zu relativ ruhigen und stimmungsvollen Liedern wie „Fear“ und „We are One“ ist auf der Platte alles zu finden. Dabei zeigt gerade Sängerin Yen ihre Vielseitigkeit, die sie mit ihrer Stimme hat. Doch auch die Melodien und die Arrangements der Lieder sind sehr gelungen. So kann man zum Beilspiel bei „L.O.V.E.“ gezielt eingesetzte Streicher  oder ein Cello bei „Fear“ hören, die für die nötige Stimmung und Dramatik sorgen. 

Diese Mischung aus Stimme und Musik ist definitiv das Markenzeichen der Band und verleiht ihr einen eigenen Klang. An zwei Stellen auf dem Album gibt es eine Überleitungen zwischen den Songs, die zeigen dass es sich bei „Into the sun“ insgesamt nicht um Stückwerk, sondern um ein ausgefeiltes Album handelt, das mit bedacht produziert wurde. 

Neben den vielen neuen Liedern dürfte etwas eingefleischteren Yen Fans auffallen, das auch „Nobody loves you (like i do)" auf dem Album ist, das bereits auf dem Akustikalbum zu finden war. Jedoch auch dies in einer Version die wohl kaum jemanden still sitzen lässt. Man ertappt sich schnell beim mitwippen und taktklopfen, wie man es immer wieder tut bei dieser Platte. 
 Into the Sun“ kann man getrost einlegen und durchlaufen lassen, ohne dass es langweilig, monoton oder nervig wird. Für Freunde von ausgewogener gitarrenlastiger Musik ist das neue Yen Album absolut empfehlenswert und das die Band live zu überzeugen weiß, kann ich aus persönlicher Erfahrung nur bestätigen. 


25. Januar 2013 auf mx-records

2013/03/26

[Platten] Restorations - LP2

Die Zeiten ändern sich. So auch der Online-Musikjournalismus. Anstatt aufwendiger Digi-Packs machen die Label und Vertriebe oftmals nur dröge Downloadlinks locker. Das ist praktisch und spart in Zeiten der Streubombenpromo Zeit, Geld und schließlich auch eine Menge Platz auf Schreibtisch und Plattenregal. Für einen Schreiber wie mich ist es natürlich wesentlich langweiliger und unaufgeregter.

Positiver Effekt, es trudeln täglich neue Alben ein, die um die Gunst der Benzoliten ringen. Negativer Effekt, bei der schieren Masse muss ein Album von Anfang an gefallen um irgendwie im Hinterkopf zu bleiben.

Und genau so eins fordert hier seinen Platz ein Ein Album, das schlicht auf den Namen "LP2" hört.

Und zwar handelt es sich um eine Band namens Restorations, die seit letztem Jahr auf Sideonedummy untergekommen ist. Shoegaze, Post-Rock und Postmetal. Die Musik der Jungs hat offensichtlich viele Namen. Eins lässt sich jedoch platt und simpel feststellen. Die Mucke hat Eier.

 So legt der Opener "D" auf  in klassischer Post-Rock Manier mit hochgezogenen Gitarrenwänden los, um dann schließlich nach einer knappen Minute zum Mid-Tempo Rocker zu mutieren. Gesanglich gut aufgestellt sind die Buben ebenfalls. Zwar hängen die restlichen Songs dem Opener ein bisschen hinterher, dennoch offenbaren Restorations echte Klasse.

Neun Songs grooven sich in die Gehörgänge und machen Bock auf mehr. Lehnen sich an genannte Genres an, ohne anbiedernd zu sein.

Eine tolle Überraschung in der oftmals grauen und durchschnittlichen Mailbox. Hört mal rein und macht euch euer eigenes (akustisches) Bild.

http://restorations.tumblr.com/


VÖ: 02.04.2013 auf Sideonedummy


2013/03/22

[Platten] Neil Halstead - Palindrome Hunches



Neil Halstead war mir bis vor wenigen Wochen noch gänzlich unbekannt. Und das obwohl mir die Szene der Singer-Songwriter durchaus bekannt ist. Dies änderte sich wenige Tage nach Weihnachten. "Palindrome Hunches" landete in meinem Briefkasten und ich lernte Neil Halstead kennen. 

Nur wer ist Neil Halstead? Er ist 42 Jahre alt und kommt aus England. 1989 begründete er mit einigen Freunden die Band Slowdive, die dem altnerative Rock zuzuschreiben ist. Die Band bestand nur für wenige Jahre. Halstead gründete mit einigen der ehemaligen Slowdive Mitgliedern die Band Mojave 3, die Musikalisch eher Folk spielte und ihr erstes Album 1995 veröffentlichte. Seit 2002 ist Neil Halstead auch Solo unterwegs. Beim aktuellen Album handelt es sich um sein drittes Soloalbum. Aufgenommen wurde das Album in einer Grundschule, da Halstead die Atmosphäre in dem für die Aufnahme gemieteten Studio zu steril war. 

Ich habe das Album zum ersten mal Abends bei Kerzenlicht gehört, als es draußen schneite und hatte keine Chance mehr dem Album zu entkommen. Bereits die ersten tiefen Akkorde überzeugen. Das minimalistische Arrangement der Instrumente und Neils Stimme, die ganz nah zu sein scheint, ziehen den Hörer sofort in ihren Bann. 

Gitarre, Bass, Klavier, einige Streicher und eine Stimme, mehr braucht ein gutes Lied nicht um Stimmung und Gänsehaut zu erzeugen. Das stellt Halstead bereits mit dem ersten Titel, „Digging Shelter“, unter Beweis. Das gesamte Lied ist ruhig gehalten nur im Refrain kommen einige Streicher zum Einsatz. Nachdem man sich auf diesen Stil eingelassen hat beginnt die 45 minütige Reise durch ein sehr gutes Album.

Dabei werden diverse Stimmungen bedient. Von nachdenklich melancholischen Stücken wie „Digging Shelter“, „Tied to you“ und „Fullmoon Rising“ bis hin zu heiter schönen Melodien wie bei „Hey Daydreamer“ ist auf dieser Platte alles zu finden. Teilweise sind die Melodien sogar so eingängig, dass man beinahe mitsummen möchte, wie bei „Spin the Bottle“.Dabei bleiben die Lieder stets einfach und minimalistisch, sind gerade deshalb sehr warm und werden nur an einzelnen Punkten durch die sehr gut eingesetzten Instrumente akzentuiert. Halstead schafft es die Stimmung, die er mit dem ersten Lied erweckt über das gesamte Album zu erhalten, ohne dass dabei ein Lied wie das andere klingt. Textlich geht es um Gefühle und Stimmungen. Bei dem Lied „Wittgenstein’s Arm“ geht es zum Beispiel um den Pianisten Paul Wittgenstein, der seinen rechten Arm im Ersten Weltkrieg verloren hatte und trotzdem weiter Klavier spielt. 

Neil Halstead schafft es jedem Lied seine eigene Stimmung zu geben und macht aus "Palindrome Hunches" ein hörenswertes Album, das auf meiner persönlichen Liste mit zu den besten Alben des Jahres 2012 zählt.



VÖ: 11. September 2012 auf Republic


2013/02/11

[Platten] Tim Neuhaus & The Cabinet - Now

Da ist er ja wieder, der Tim Neuhaus. Der sympathische Songwriter aus Hagen. 2011 machte er mit The Cabinet und tollen Liedern, wie etwa "Troubled Minds" oder "As life found you" auf sich aufmerksam. Reduzierte Kleinode, die es in sich haben.

Anno 2013 kommt er nun mit dreizehn neuen Songs und dem Album "Now" aus der Versenkung. Und oh ja, man erkennt auf Anhieb wen man vor sich hat. Zwar hat er sich auch die ein oder andere Entwicklung gegönnt, so dudelt es jetzt auch hin und wieder elektronisch, im Stile von Phoenix, angehaucht aus den Boxen.

Tim hat trotz schlimmer Kehlkopferkrankung nichts von seiner Stimme eingebüst und haucht sich durch seine Lieder als wäre er nie krank gewesen. Im absoluten Highlight von "Now" ("Easy or not") holt er sich Unterstützung von der australischen Sängerin Kat Frankie, die perfekt ins Soundgewand Tim & The Cabinet passt.

Alle die Tims vorherigen Output kennen, müssen sich stellenweise erst einmal umgewöhnen. Dann erwartet sie aber, wie schließlich alle anderen auch, ein tolles Album.   

www.tim-neuhaus.de

VÖ: 15.02.2013 auf Grand Hotel van Cleef





2013/02/07

[Platten] Loxiran - Loxibang

Einige Bands muss es nicht lange geben, um bleibenden Eindruck in der Szene zu hinterlassen. Eine dieser Bands ist Loxiran, die sich 1996 gründete und bereits schon wieder 1998 auflöste. Anschliessend verstreute sich die Band in alle Winde und machen heute noch als Mitglieder von Tomte oder Bratze auf sich aufmerksam. Demo,  Single und ein Album, dann war schon wieder Schluß.

Im Jahre 2012 wird nun ihr Komplettwerk veröffentlicht. Passenderweise mit dem Titel "Loxibang". So war doch die Band maßgeblich für die Gründung der sogenannten North-Core-Bewegung verantwortlich. Aus dem etwa Bands wie Escapado und später Grand Griffon hervorgingen.

26 Songs deutschsprachiger Hardcore, der sich inhaltlich mit Tierrechten und eher links-politischen Themen befasst. Das knallt schon mal ganz ordentlich wie etwa bei "Wa(h)re Wesen", "Nur zusammen" und "Mutter Erde", während es etwa beim 20 sekündigen "Arbeit" eher um Vollständigkeit der Diskografie geht.

Auch fünfzehn Jahre nach Band-Exitus ist die Mucke der Rendsburger mehr als beliebt, was die eindrucksvolle Klickzahl ihrer Myspace-Seite beweist. Wer auf ein ordentliches Brett Hardcore mit intelligenten Texten steht, der darf hier gerne mal reinhören. Bleibt nur zu hoffen, dass es irgendwann mal zur Reunion kommt.

www.myspace.com/wahrewesen


VÖ: 07.09.2012 als Mp3 - Edition



2013/01/22

[Platten] Two Hours Traffic - Foolish Blood

Bei Two Hours Traffic handelt es sich um eine kanadische Band, die in ihrer Heimat einige beachtliche Erfolge erzielt hat. So konnten sie diverse Music Awards abstauben und ihre Songs immerhin 25 mal in amerikanischen TV-Shows unterbringen. Ihre Musik gefällt. Und dies wird sich mit ihrem neuen Album "Foolish Blood" wahrscheinlich nicht ändern.

Die mediale Ausschlachtung der Songs kommt nicht von ungefähr. Two Hours Traffic tun niemanden weh. Sie spielen ihre Musik und fallen nicht weiter auf. Das liest sich jetzt böser als es soll, doch bleibt kein einziger Song wirklich hängen. Das kriegen Bands wie The Shins wesentlich spannender hin.

Dudelnder Pop-Rock aus Übersee. Sicherlich nicht schlecht, aber doch irgendwie belanglos.

www.twohourstraffic.com

VÖ: 22.02.2013 auf Pop-Up Records / Cargo / Believe


[Platten] Dance With Dirt - We Are Dance With Dirt

"We're here to take it all" trompetet der Pressezettel, "We are dance with dirt" nennt sich das Album. Sehr ICH-bezogen sind sie, die Jungs von Dance with dirt. Eine Band, die nach drei veröffentlichten EPs nun ein Album raushaut.

Live in irgendeinem Studio in Nord-Dänemark eingespielt, klingen die Songs...hm, ja wie klingen sie eigentlich. Der Opener Flush pendelt zwischen Billy Talent und Kasabian. Eine interessante Mischung und durchaus vorzeigbare Referenzen.

Songs wie "In the city" oder "One of these" sind schön aufgeregte Krachmacher, "Girls" überzeugt durch schleppende Riffs und Wahwah-Solo. Hier wird ganz schön aufs Gas getreten.

Merkt euch den 22.Februar, denn da wird das Album veröffentlicht und reinhören schadet sicher nicht. Ein gutes Debut, mit dem ein oder anderem Ausfall insgesamt aber ein toller Soundtrack für die freie Autobahn.


www.dancewithdirt.com

VÖ: 22.02.2013 auf Pop-Up Records / Cargo / Believe




2012/12/28

[Platten] Bouncin B.C. - Circus of Life

Bouncin B.C. Mal gucken. 11 Hörer auf Last.fm. Bekannt scheinen die Jungs aus Hallertau nicht wirklich zu sein. Wenn ich mir ihr Debutalbum "Circus of life" anhöre, dann frage ich mich, wieso denn eigentlich nicht?

Innovationspreise werden sie mit ihrer Mucke zwar nicht einheimsen. Klassischer Streetpunk, der ordentlich auf die Nuss haut, nicht mehr aber auch verdammt noch mal nicht weniger. Gute Musik muss nicht immer das Rad neu erfinden um einen Stammplatz in der Playlist zu ergattern. Gerade das mit Bläsern daherkommende "Holy Father" oder "Sojabarbey" bleiben im Gedächtnis.

Auch das Cover, Booklet und sogar das Pressekit müssen sich nicht hinter der Musik verstecken. Hier steckt eine Menge Herzblut drin.

Fans der Dropkick Murphys, Bouncing Souls und ähnlichen Krawallos sollten hier zugreifen. Ein ordentliches Debut. Mal gucken, was wir noch so von Bouncin B.C. in Zukunft hören werden.


www.bbc-rocks.de


VÖ: 11.01.2013  in Eigenproduktion und Selbstvertrieb



2012/12/10

[Platten] Supermutant - FRVR


Es herrscht ein buntes Treiben im Grand Hotel van Cleef. Ständig kommen und gehen illustre Gäste. So zahlreich und vielschichtig, dass das Management in diverse, nicht minder komfortable, Ausweichquartiere umbuchen muss. So steht dem geneigten Besucher etwa eine Suite bei den Labelmotels Zeitstrafe und Comude zur Verfügung. Ein neuer Mieter ist ein gewisser Supermutant. Ja, der ist auch Musiker, besteht genau genommen aus vier Personen und nennt sich Band.

Und genau diese Band haut ihren neuesten Output raus, der auf den Namen "FRVR" hört. Zehn Songs garniert mit deutschen Texten und einer Mischung aus Pop und Rock. Pop/Rock...zwei Begriffe, die so ziemlich alles und zugleich nichts bedeuten. In Falle von Supermutant steht es nicht für Beliebigkeit. Der Opener "1930" und "Diamant" gehen auf eine Art nach vorne, die man nur selten im Radio hört. Songs wie "Brady Cardia" oder "Sopor" bedienen sich am Math-Rock. Standard geht anders.

In der Summe legen die Jungs aus Mönchengladbach mit "FRVR" ein interessantes Stück Musik ins Musikregal, da ist die ein oder andere Länge durchaus verziehen. Solche Untermieter hat man gern.

www.supermutant.net

VÖ: 14.12.2012 auf Comude/Zeitstrafe


2012/11/25

[Platten] Hemlock Smith - Everything has changed

Als vor drei Jahren, dass großartige "Keep the devil out of Hillboro" erschien, hatte Hemlock Smith einen Fan mehr in Form eines überraschten Benzol-Redakteur gewonnen. Ein Album, dass sich in varianten- und ideenreichtum mit bekannten Größen durchaus messen kann.

Nun erscheint der Nachfolger "Everything has changed" und der Name ist Programm. Während der Vorgänger im Bombast zu Hause war und dem Mastermind hinter Hemlock Smith, Michael Frei, eine Menge Gäste zur Seite standen, kommt der aktuelle Output stark reduziert aus den Boxen geschlichen.

Ob Jazz, Chanson, Folk. In den zwölf Songs auf "Everything has changed" regieren die leisen und getragenen Töne. Klaviere und Geigen begleiten Freis Stimme, die definitiv Chef auf der Platte ist. Und singen kann er.

Dunkel und düster kommt Hemlock Smith im Jahre 2012 daher. Nicht schlechter als 2009, nur ganz anders. "Everything has changed" eben.


www.hemlocksmith.ch

VÖ: 27.10.2012 auf Phenix / New Music Distribution




2012/11/24

[Platten] The Beatdown - Walkin' Proud

Walkin' Proud der Titel und eine majestätische Elefantenhorde auf dem Cover. The Beatdown geben sich selbstbewusst und mit ihrem aktuellen Album haben sie auch allen Grund dazu.

Kanada im Allgemeinen, Montreal im Besonderen, ist nicht wirklich für seine Reggaeroots bekannt. Aber gerade aus eben genannter Stadt kommen die Jungs von The Beatdown und dennoch bekommen sie hier ein amtliches Reggae/Ska-Album zustande, dass sich nicht hinter den "originalen" aus der Karibik verstecken muss.

Live im Studio eingespielt, klingen die Songs dreckig, rauh und animieren dazu sich mal schnell auf der nächsten Tanzfläche die Beine auszuschlenkern. Für diejenigen die mit den genannten Genres nicht viel anfangen können, klingen die Songs zwar recht gleich, aber für einen Tag am See (oder zumindest der Vorfreude darauf) ist das Album ein echter Bringer.

Allen Anhängern von Ska, Reggae und ähnlichem Gebläse sei die Platte dringend ans Herz gelegt. Duftes Teil.

http://www.myspace.com/jointhebeatdown

VÖ: 12.09.2012 auf Destiny Records / Broken Silence


2012/11/19

[Platten] Nora Yeux - dto.

Da tingelt immernoch das großartige Hirsch Effekt durch meine Playlist und schon legen Midsummer Records nach. Nämlich mit einer ganz neuen Band. Einer Band aus Essen. Einer Band namens Nora Yeux. Und die präsentieren ihre 6 - Track - EP, die netterweise auf den gleichen Namen hört.

Mit "Oberhausenzeit" starten die vier Jungs reichlich wortbildnerisch aber nicht wirklich originell in die knapp 21 Minuten ihrer EP. Der Emo-Ausbruch am Ende des Songs lässt aufhorchen. Nanu. Na mal gucken was da noch kommt.

"Leergefegt" glänzt mit guten Songstrukturen und tollen Lyrics. Ha, jetzt nimmt das Teil an Fahrt auf. "Zwischenbild", einminütig und instrumental öffnet dann das Tor zu drei der besten deutschsprachigen Songs im Jahr 2012. Captain Planet oder unkryptische Turbostaat stehen hier durchaus Pate. Um die Aussagen zu verstehen, muss man hier nicht um die Ecke denken. Traurig, melanolisch und dennoch "positiv, lautet das Wunschgefühl".

Man, man. Wenn Nora Yeux mit einem Album in dieser Qualität nachlegen können, dann steht da was großes in Haus. Bis dahin erfreut euch einfach an der EP.

Da ist ein Bild, dass an euch klebt...es trägt den Namen grandios.






www.norayeux.de

VÖ: 07.12.2012 auf Midsummer Records



2012/10/10

[Platten] Guns Of Brixton - Inlandsis

Post-Rock. Dieser Begriff wird genauso inflationär benutzt wie Vertreter dieser Spezies aus dem Boden wachsen. Durch grandiose Bands wie Mogwai, Explosions in the Sky und nicht zuletzt Godspeed You Black Emperor auch einem großem Publikum zugänglich gemacht worden. Bombastische Soundgebilde in Überlänge.

Wer die einschlägige Suchmaschine bemüht findet Blogs in denen Post-Rock Bands ihre Mp3s haufenweise zum (kostenlosen) Download anbieten. Ein wahre Schwemme an Musik, bei der man schnell den Überblick verliert. Eine dieser Bands im grossen Pool sind Guns of Brixton aus Frankreich, die seit ihrem letzten Album "Cap Adare" auch dem deutschen Publikum nicht mehr unbekannt, aber definitiv ein Geheimtipp geblieben, sind.

Seit September ist nun ihr bereits viertes Album "Inlandsis" für den geneigten Hörer erhältlich. Diesmal setzen die Jungs weniger auf Samples und Sänger als auf reine Instrumentalmusik. Beides findet man hier und da zwar noch ("Alger", "071104"), die Oberhand haben allerdings die klassischen Rockinstrumente. Bass, Gitarre und Schlagzeug.

Hier und da ein Effekt. Das wars.

Wer bei Songs bis zu 13 Minuten (die letzten Minuten des überlangen "Terraform" bestehen sowieso nur aus Windgeräuschen) Angst vor Langeweile hat, der darf sich zurücklehnen und auf eine entspanntes Album hoffen. Ein Album, dass das Genre nicht neu erfindet, aber sicherlich ein würdiger Vertreter seiner Zunft ist.

http://gunsofbrixton.bandcamp.com/


VÖ: 28.09.2012 auf Aentitainment / New Music Distribution

2012/10/09

[Platten] Elfmorgen - Wenn wir nicht zwei sind

Das Thema Elfmorgen hatte ich längst abgehakt. Eine, durchaus gute und motivierte, Band, die seit einem knappen Jahrzehnt vor Allem das Rhein-Main Gebiet unsicher macht und sich eine ziemlich große Fanbase erspielt hat. Ja, Elfmorgen bildeten das Grundgerüst meiner Jugend.

Fast fünf Jahre verschwanden sie von meinem musikalischen Radar und durch Zufall kam ich dann mal wieder auf einen Gig der Jungs und war, wie damals, begeistert von ihrer Energie. Auch bekam ich das erste Mal ein paar Songs von ihrem, bereits 2011 erschienen Album "Wenn wir nicht zwei sind". Eben jene Platte um die es hier gehen soll.

Was hört man also, wenn man "Wenn wir nicht zwei sind" lauscht? Anders als bei ihrem "Konsequent hinterm Trend" - Output, haben sich die Jungs mal wieder an professionelle Technik gewagt, was den Liedern sehr gut tut. Musikalisch wechseln sich, wie gewohnt, Halbballaden mit schnellen, punkigen Nummern ab.

Textlich sind die Elfen stark gereift. So sind etwa der Titeltrack und "Laute Gitarren" ungewohnt politisch. "Sanduhr" gibt sich nachdenklich. Gute Songs. Die typische Elfmorgenlässigkeit blitzt durchaus auch noch auf ("Benehmen", "Kopf hoch").

Mit "Hab ich erwähnt" und "Es geht vorbei" haben es übrigens auch zwei Live-Klassiker auf das Album geschafft.

Elfmorgen 2011/2012. Neue Ideen, viel Energie und vor allem live immernoch eine ziemliche Granate.


www.elfmorgen.de

VÖ: 25.11.2011 auf Analoghaus / New Music Distribution