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2010/12/18

[Interviews] The Gaslight Anthem

Der Dienstagabend steht ganz im Zeichen von The Gaslight Anthem. Die Durchstarter aus New Jersey lassen den letzten Tag ihrer langen Europatournee in der Bankenmetropole Frankfurt ausklingen, und wählen als Location des Grand Finales das Nachtleben an der Konstabler Wache. Bevor die Bühnenfähigkeiten der Band begutachtet werden konnten, hatten wir im Vorfeld die Möglichkeit mit Sänger Brian ein wenig über die Tour, musikalische Einflüsse und Vergleiche mit anderen Musikern zu reden. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

[Interviews] The Gaslight Anthem

Die Frage, ob es Sinn macht mit ein und derselben Band innerhalb eines halben Jahres zwei Interviews zu führen, ist sicherlich berechtigt. Allerdings haben The Gaslight Anthem aus New Jersey in den letzten 6 Monaten mehr erlebt als die meisten anderen Bands auf diesem Planeten jemals nachempfinden werden. Eine ausverkaufte Tour ist da noch die Spitze des Eisberges, aber für mich Grund genug ein weiteres Mal nachzubohren.

2010/12/16

[Platten] The Gaslight Anthem - The `59 Sound

ImageWie sagte The Gaslight Anthem -Sänger Brian Fallon einmal in einem Interview mit dem großen deutschen Musikmagazin Visions: „Wenn es einen Trend gibt, dann den zur Ehrlichkeit.“ Auch wenn der Begriff der Ehrlichkeit in der Musiklandschaft heutzutage eine gern verwendete Floskel ist, mit der sich die meisten Bands gerne einmal in die eigene Tasche lügen, so kauft man der Band aus New Jersey diesen Satz auf Anhieb ab. Grund dazu gibt allein das neu erscheinende Werk „The ´59Sound“

Den Anfang macht das Kratzen einer Schallplattennadel, welches quasi den Einstieg in den Opener „Great Expectations“ liefert. Große Erwartungen, die durchweg erfüllt werden. Ohne großen Aufbau entfaltet sich der Song ab dem ersten Moment der erklingenden Instrumente in seiner voller Pracht. Die wunderbare – an Bruce Springsteen erinnernde – Stimme von Sänger Brian gepaart mit den gut abgestimmten Instrumenten seiner drei Bandmitglieder schnüren ein wundervolles Musikpaket aus Punk und Blues, welches einen gemütlich die Füße hochlegen und den Kopf mitnicken lässt.

Dass Flogging Molly-Gitarrist Ted Hutt im Studio als Produzent die Fäden gezogen hat (was er ganz nebenbei auch schon für namenswerte Szenegrößen wie Chuck Ragan oder The Bouncing Souls tat), nach dem dritten Höreindruck schließlich nicht mehr verwundern.
Während sich das großartige „Old white Lincoln“ zum potentiellen Ohrwurmkandidat mausert und der Titeltrack „The ´59 Sound“ die punkrockigen Adern der Jungs hervortreten lässt, zeigen Songs wie „Film Noir“ und „Even cowgirls get the blues“ eindrucksvoll die ruhigen und souligen Seiten der Band auf. Dass diese Truppe erst seit etwa zweieinhalb Jahren zusammen Musik machen soll, fällt beim Durchhören von „The ´59 Sound“ schwer zu glauben. Zu gut scheinen die vier Musiker zu harmonieren.

Es ist nicht leicht die Musik von The Gaslight Anthem in eigenen Worten wiederzugeben. Am Besten ist es, ihr findet am 29.08. diesen Jahres den Weg in den (gut sortierten) Plattenladen eures Vertrauens und macht euch selbst ein Bild von dieser Band. Ein Bild, welches  - wie Frontmann Brian Fallon einmal erwähnte – durch seine Texte geschaffen werden solle. Ein schönes, wie ich finde.

The Gaslight Anthem sind übrigens zur Zeit auf einer ausgedehnten Europatour und machen auch einige Male halt in deutschen Clubs. Die Tourdaten findet ihr hier .

 
VÖ: 29.08.2008 auf Sideonedummy Records / Vertrieb: Cargo

2010/12/15

[Konzerte] The Gaslight Anthem - 01.07.2008 - Support: Driving Range - Nachtleben/Frankfurt

Manchmal erlebt man einfach diese magischen Abende: Eine aufstrebende Band spielt in einem kleinen Club und man hat im Anschluss das Gefühl, den Beginn einer großen Musikkarriere miterlebt zu haben. Eben so ein Gefühl kam gestern Abend in Frankfurt auf. Grund dafür waren The Gaslight Anthem aus New Jersey.
Als wir deren Sänger Brian gestern kurz vor Konzertbeginn vor dem Nachtleben für ein Interview trafen, klagte er uns zuerst sein Leid. Das ewige Touren (29 Konzerte in 30 Tagen) hatten seinen Tribut gezollt und der Gedanke, dass dies die letzte Show der Tour werden sollte, stimmte ihn selig. Auch eine Band die das Touren liebt, hat irgendwann einfach die Schnauze voll. Von Müdigkeit sollte jedoch wenig später auf der Bühne nicht mehr viel zu sehen sein.

Den Anfang an diesem Abend machten jedoch Driving Range aus Hanau. Diese waren kurzerhand für Empty Vision – ebenfalls aus Hanau – ins Boot gesprungen, da diese den Termin scheinbar nicht wahrnehmen konnten. Solide Show der Truppe, die nach einer halben Stunde ihr Ende fand.

Als The Gaslight Anthem um viertel vor 10 schließlich die kleine Bühne des Nachtlebens betrat und mit „Drive“ den ersten Knaller in Richtung Publikum jagte, war ich ein wenig enttäuscht. Hatte ich doch erhofft, den Song im Zugabeset zu hören. Nun ja, meckern bringt auch nichts und genug geniale Lieder hatten die 4 Jungs sowieso noch in Petto. Was folgte waren fast durchweg Lieder von der „Sink or swim“-Platte und der „Senor and the Queen“-EP. In den ersten Reihen zahlreiche textsichere Fans und im restlichen Raum des Nachtlebens zufriedene und staunende Gesichter. Was auf Platte schon energiegeladen klingt, entfaltet erst auf der Bühne seine völlige Kraft. Songs wie „Wooderson”, “The navesink banks”, “I´da called you Woody, Joe”, “Angry Johnny and the radio”, “We´re getting a divorce, you keep the dinner”, “Red at night”, “Senor and the queen” und “Blue Jeans and white T-Shirts” wurden wundervoll und sympatisch vorgetragen. Zur Freude knapp 150 Zuschauer. Vom Ende August erscheinenden Longplayer „The 59 Sound“ spielten sie auch eben nur diesen Titeltrack. Dieser ist zwar erst seit einigen Tagen auf ihrer Myspace-Seite zu finden, der Textsicherheit mancher Damen und Herren in den ersten Reihen schien dies jedoch keinen Abbruch zu tun.
Während sie in anderen Clubs ihrer Tour Berichten zu Folge etwa 50 Minuten absolvierten, legten The Gaslight Anthem an diesem Abend ein 75-minütiges Set hin. Drei Zugabesets inklusive. Tracks wie „Say I won´t (Recognize)“ und „We came to dance“ wurden zu Titeltracks des Abends und da irgendwann einfach die Lieder ausgingen, griff man auf altbewährte Cover zurück. 

Das Nachtleben hatte sich mittlerweile in eine finnische Sauna verwandelt. Als schließlich der letzte Ton aus der Gitarre von Sänger Brian den Weg durch die Amps fand, und er sich mit einem „See you next year“ von dem geplätteten Publikum verabschiedet hatte, suchte die Menge umgehend den Weg an die frische Luft. Mit Gänsehaut auf Kopf und Armen. Und dem Wissen, sie vielleicht nie wieder in einem so kleinen Rahmen sehen zu können.