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2012/08/05

[Platten] The Hirsch Effekt - Holon:Anamemnesis

The Hirsch Effekt. Eine Band, die 2010 mit ihrem Album Holon:Hiberno für eine ziemliche Überraschung sorgte. Eine derartige Musikmixtur kam mir bis dato (ok, wenn man mal von ihrer 2009 erschienen EP absieht) nicht zu Ohren. Ein sperriger Brocken Musik, den man sicherlich auf keiner Party, sondern eher daheim mit Kopfhörern hört, um ja kein Detail zu verpassen. 2012 schieben die drei Jungs ihren Zweitling Holon:Anamnesis nach. Und schon der Blick auf die Titellänge spricht Bände. Songs, deren Durchschnittslänge so um die sieben Minuten Marke pendelt, versprechen mal wieder einiges an Abwechslung.

Und ohja, The Hirsch Effekt erweitern ihren Soundkosmos um einige musikalische Milchstraßen. Wieder wechseln sich getragene Parts mit wahnsinnigen Gitarrengeballer ab. Wieder grunzen, schreien, weinen, leiden sich Nils Wittrock und Ilja Lappin durch die Songs, die sich hakenschlagend ereifern und immer monströser werden. Was hat sich also geändert?

Was der Vorgänger bereits ankündigte, wird auf Holon:Amamnesis kultiviert. Obwohl sich die Lieder in neun Titel unterteilen hat man es hier mit einem atmosphärischen Gesamtwerk zu tun. Eine Konzeptplatte verpackt in Bombast und Schwermetall.

Polarisierende Musik der Extraklasse. Hört rein und lasst dem Teil Zeit zu wachsen. The Hirsch Effekt haben es verdient gehört zu werden.

www.thehirscheffekt.com

VÖ: 31.08.2012 auf Midsummer Records /

2010/12/18

[Platten] The Hirsch Effekt - Holon:Hiberno

ImageDa sind sie ja wieder. Die Jungs vom The Hirsch Effekt, denen vor einem knappen Jahr mit ihrer EP ein (viel)leicht gestörter aber definitiv überraschender Mix aus diversen Stilrichtungen, wie Hardcore und Emo plus Elektro plus Klassik, gelang. Ja, und dieses Jahr liegt ein komplettes Album im Briefkasten. Holon:Hiberno.

Die Vorfreude war groß. Die ersten beiden Tracks, die der/die/das Epistel bilden kenne ich bereits von der EP. Der erste "neue" Song NEX entspringt direkt aus dem Alptraum eines Psychopathen. Extreme Tempiwechsel, gedoppelter Gesang, der in unmenschliches Quieken übergeht, mieses Schlagzeuggetacker. Keinen Bock auf Konventionen haben viele, nur wenige bringen es musikalisch und textlich so rüber wie diese Band.

  Zoetrop klingt dagegen schon fast schon at the drive in radiotauglich, zumindest so wie es eben at the drive in vermochten. Zumindest zwei Minuten lang, dann hat der Psycho von nebenan dem guten Radio - DJ gehörig eins übergebraten und nimmt das Studio auseinander.

Lentevelt introniert mit kratzigem Elektroschlagzeug und ufert in einer Gitarrenbreitwand. Sänger Nils Wittock erinnert nicht nur hier sehr stark an den guten Herrn Rodriguez.

Das drei Teile umfassende Laxamentum mischt Pinballgeklacker mit Streichern, übergeschnappte Soli mit Kreischgesang. Klassischer Chorgesang gepaart mit Aggroshouts.

Auf Holon:Hiberno kommen viele Stile zusammen, rocken sich gegenseitig die Hose runter und verquicken sich zu einem Gesamtkunstwerk, das gerahmt im Musikerlouvre hängen müsste. Darüber hinaus ist Wittock ein intelligenter Texter, der über menschliche Schwächen und Ausreden sinniert.

The Hirsch Effekt nennen es "Art-Core". Ich nenne es ganz großes Kino. Kino mit zerrissener Leinwand, gekreuzigten Platzanweisern und einer Horde sabbernder Psychoclowns. Garantiert kein Ort zum bequemen Glotzen, eher einer der Nervös macht und zum denken anregt.

www.myspace.com/thehirscheffekt

VÖ: 19.03.2010 auf Midsummer / Cargo Records

2010/12/17

[Platten] The Hirsch Effekt - dto.

ImageMan lernt ja nie aus. Jetzt habe ich das nützliche Wissen, dass der sogenannte Hirsch Effekt, die Durchlässigkeit der Schleimhaut des Dünndarms für großkorpuskuläre Partikel in die Nierenkörperchen und die anschließende Ausscheidung mit dem Harn ist.

Für alle, einschließlich mir, denen das zu Kompliziert ist, für die ist besagter Hirsch Effekt auch noch eine Post - Hardcore Band aus Hannover.  Ist leichter zu verstehen und das Resultat klingt auch viel besser.

Die Band, die aus der DIY - Band On Canvas entstanden ist, klingt zunächst auch erst einmal wie diese. Einziger Unterschied. Man singt deutsch. Die atmosphärische Postrockatmosphäre hält sich allerdings nur eine knappe Minute, dann explodiert Calmo und orientiert sich stark an At the drive in, schließlich bremst die Band und Streicher bauen Spannung auf um im zweiten Song Vigoroso im totalen Chaos unterzugehen.

Holla, was in den fünf Songs an Abwechslung geboten wird, sucht seinesgleichen. Unvermutete Tempiwechsel, gemischter Gesang, der in Maestoso in einem orchestralen Finale, samt dem komplette Hannoveraner Kammerchor, gipfelt.

Hardcore, Streicher, leichte Synthieanleihen. Ganz grosses Kino. Fast so vertrackt, wie die eigentliche Definition des Hirsch Effekts.

Bei der Fülle an Details, muss man der knappen Viertelstunde dieser CD, mehr als nur fünfzehn Minuten widmen. Würde mich doch mal interessieren, wie die drei Herren, das ganze Live umsetzen.

Starkes Stück.
Myspace

VÖ: Dezember 2008 in Eigenvertrieb