2012/02/14

[Platten] Hello Piedpiper - Birdsongs = Warsounds

Schon allein für das tolle Cover und den Titel zu "Birdsongs = Warsounds" gehört der Kölner Songwriter Fabio alias "Hello Piedpiper" beglückwünscht. Kaum hat man die vierzehn Stücke des Albums gehört, will man wieder in wildes Händeschütteln verfallen, denn die Musik steht der optischen Aufmachung in nichts hinterher.

Feinste Folkperlen, die sich allzugern mit Countryelementen verquicken, ergeben eine feine Mischung, die man sich gerne auf seinen MP3 - Player, für den bevorstehenden Roadtrip, zieht. Vorbei an sonnendurchfluteten Getreidefeldern hält man an der nächste Tankstelle und holt sich seinen Kaffee im pappigen Becher, um den neuen Tag zu begrüßen. Dazu hat man "Birdsongs = Warsounds" im Ohr und fühlt sich wohl.

Americana aus Köln. Daumen hoch.


http://www.hellopiedpiper.com/

VÖ: Frühjahr 2012(?)

2012/02/06

[Platten] Anti-Flag - The General Strike

Im noch jungen 2012 sind sie also wieder zurück. Anti-Flag. Mit ihrem achten Studioalbum rufen sie offiziell zum "General Strike" auf. Ein Titel der gleich mal klarstellt, dass die Jungs um Justin Sane immernoch nicht müde geworden sind, mit dem erhobenen Zeigefinger unterwegs zu sein und auf fette Politiker und Wirtschaftsbosse zu zeigen.

Verpackt ist die Message in zeitgemäßen Punk, der ordentlich nach vorne geht und auch nicht davor zurückschreckt teilweise auch ein bisschen in Richtung Schwermetall zu schielen. Geschickt, jede Menge Themen wie soziale Ungerechtigkeit in eingängige Melodien zu verpacken und so seine Attitude auf "spielerische" Art und Weise an den Mann zu bringen. Da sind sich die Amis auch für den ein oder anderen Bierzelt Ohoho-Chor nicht zu schade. Aber egal.

" The General Strike" knallt und macht verdammt viel Spass. Wenn man sich dann noch Gedanken über die Lyrics macht, umso besser. Peta-Supporter, Anti-Nazi-Aktivisten. Und obwohl Anti-Flag auch mittlerweile Promo und Produktion einem fetten Label überlassen könnten, wurde das Teil in bester DIY-Manier selbst produziert und vermarktet. Ein Album einer symphatischen Band mit einer Menge Engagement. Sehr gut. 

Anti-Flag gehen übrigens bald auf Deutschland-Tournee und mit so einem Album im Gepäck lohnt sich der Besuch des ein oder anderen Konzerts auf alle Fälle.

www.anti-flag.com

VÖ: 20.03.2012 auf SideOneDummy / Cargo

2012/01/30

[Platten] Noise Capital - Ghost Army

Das Plattencover und der Titel von "Ghost Army" versprühen eher den Charme einer Metalcoreplatte. Dunkle Landschaftsszenerie und ein eher düsterer Titel erinnern an Geknüppel und Weltschmerz.
Doch die vier Tiroler von Noise Capital und deren Musik ist meilenweit entfernt von böse und innerlich zerrissen.

Sie selbst beschreiben ihre Mucke als "modernen, alternativen Rock, kompromisslos arrangiert und gespielt". Hmm, ja, das sagt dem geneigten Hörer genausoviel wie eine komplette Klasse Taubstummer. Nämlich garnichts.

Und langweiligerweise ist die Musik der Österreicher ebenso nichtssagend. "Everything's a game" und "We hunt you down" meinen es gut, verarbeiten aber auch nur bereits Bekanntes in insgesamt sechs Minuten Musik. "Limousines" rettet die Motivation, die zwischenzeitlich darüber nachgedacht hat flöten zu gehen, mit einem ohrwurmigen Refrain.

Der Rest des Albums versinkt dann aber leider wieder in einen Zustand zwischen nettem Schulterzucken und genervter Unruhe.

Versteht mich nicht falsch. Schlechte Musik klingt anders. Interessante aber leider eben auch.


VÖ: 30.01.2012 auf Finest Noise / Rebeat

2012/01/23

[Platten] Teletextile - Glass

Hier liegt es also vor mir. "Glass", das aktuelle Album von Teletextile. Nie gehört. Also die Band. Das Album schon. Und das ist auch gut so. Denn wer das nicht macht, dem entgeht durchaus die ein oder andere musikalische Perle.

Der Opener "I don't know how to act here" eröffnet mit einem nervösen Drum and Bass -artigen Schlagzeug über den Sängerin Pamela Martinez mit reizender Stimme, die entfernt an KT Tunstall und PJ Harvey erinnert, singt. Der Song schlurft sich durch Handclaps bis er schließlich in "Nelly-Furtado-zu-Folklore-Zeiten" artige Gefühlsausbrüche mündet. Klingt gut.

"What If I" wartet mit Harfe und Minimalinstrumentierung auf, um dann auf einem späteren Track als "What if you" in getragener Atmosphäre wieder aufzutauchen und nebenbei als Single-Auskopplung eines Massive Attack Albums durchgehen zu können. Unüberhörbar unterstützt die über weiten Strecken eher spärliche Instrumentierung, die eigentliche Sensation des Albums und das ist nun mal die Stimme von Martinez. Variantenreich eingesetzt formt sie ein durchaus abwechslungsreiches "Glass". Gerade in höheren Tonlagen ist das Ganze vielleicht ein Spur zu anstrengend, insgesamt kann man sich ohne Reue in dieses Album und die dazugehörige Band aus New York verlieben.   

www.teletextile.com 

VÖ: 14.10.2011 auf Lilli is Pi / Broken Silence