2010/12/16

[Platten] Boris Gott - Bukowski Land

ImageDer Dortmunder Liedermacher Boris Gott präsentiert sein Album "Bukowski Land" und der Name ist Programm. 

Locker und beschwingt die Melodien, dazu im krassen Gegensatz ironische und enttäuschte Texte über gescheiterte Existenzen, Hartz IV und zerstörten Illusionen. So lässt sich die Musik von Meister Gott kurz und prägnant erklären. Songwriter und Popmusiker ist er und fängt die Atmosphäre der Dortmunder Nordstadt treffend ein, und wenn man mal kurz nachdenkt, dann projeziert der gute Mann es auch auf den Riederwald (das Frankfurter Viertel in dem der Verfasser dieser Zeilen lebt) oder jede x-beliebige Siedlung im schönen Teutonien. 

Morgens um neun tummeln sich graue Gestalten vor der örtlichen Trinkhalle. "Gib mir Schnaps und Kokain, das Leben stinkt ich brauch Parfum". Er wettert sympathisch gegen den Ikea-Wahnsinn, scheisst dort ins Bällebad, sinniert über das "Mädel of my dreams" oder über eine mögliche Rockstarkarriere in Aserbaidschan. 

Lieder, die andere Menschen auf ihren Gitarren nachspielen können , sollen es sein. Eine Art neue Volksmusik. In jedem Bewusstsein, mit hohem Wiedererkennungswert. Catchy und kritisch. Eine unter Umständen tödliche Dosis fürs System.

Auf alle Fälle der Soundtrack für die Leute von der Strasse, Leser von Welsh oder aber eben Bukowski. Gut gemacht.

VÖ: 19.10.2007 auf Langstrumpf Records/Cargo

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