2010/12/15

[Konzerte] Turbonegra - 04.10.2008 - Support: The Go Faster Nuns - Sonic Ballroom/Köln

Ganze 20 Jahre hat es gedauert, ehe den Deathpunks von Turbonegro eine ganz besondere Ehre zuteil wurde: Sie standen Pate für eine Coverband. Jedoch handelt es sich bei TurbonegrA keinesfalls um eine männliche Truppe aus Skandinavien, sondern um ein Lady-Allstar-Team aus den Vereinigten Staaten. Am 4. Oktober diesen Jahres waren die 6 Mädels zu Gast im Sonic Ballroom in Köln und Benzol hat sich erwartungsvoll auf den Weg in die Rheinstadt gemacht.

Rund um den Sonic Ballroom war bei unserem Eintreffen bereits einiges los. Im „Underground“ machte eine Metaltour halt, während einige Meter weiter etliche (kleine und junge) Leute an der berüchtigten Live Music Hall für die Wombats anstanden, die ebenfalls an diesem Abend in Köln gastierten Der Ballroom an sich war zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen und jegliche Lebenszeichen aus dem Inneren der Kneipe ließen ebenfalls auf sich warten.

 Gegen kurz vor 21 Uhr trafen die ersten Kuttenträger vor dem Ort des Geschehens ein und nach einigen lustigen und gepflegten Unterhaltungen wurde um kurz vor halb 11 der Eingang geöffnet. Aufgrund der immens begrenzten Kapazität des Konzertraums war der Laden auch in Kürze rappelvoll und ausverkauft, was die Stimmung logischer Weise zusätzlich anheizte. Als schließlich die Go Faster Nuns mit „To yr world“ ihr Set begannen, war ein Großteil der Anwesenden jedoch lediglich mit Unterhaltungen und dem Festkrallen an der Theke beschäftigt. An sich aber ein sehr solider Auftritt der sympathischen Jungs aus Bamberg, die als Support trotzdem behaupten konnten vor ausverkaufter Hütte gespielt zu haben. Dies gelingt wohl den wenigsten „Einheizern“. Mit dem „Sunshine Song“ und „Yeah yeah“ wurde das Set letztendlich beschlossen und die vier Herren machten Platz für das Hauptgericht des Abends. 

 Als dieses gegen kurz vor 23 Uhr in Form von TurbonegrA zu den Intro-Klängen von „ The Age of Pamparius“ die Bühne betrat, gab es in den ersten Reihen so gut wie kein Halten mehr. Die Mädels sorgten auf der winzigen Bühne mächtig für Dampf und oftmals fand sich der ein oder andere Konzertbesucher aufgrund des hohen Bewegungsdranges der Masse zu Füssen der Musikerinnen aus San Francisco wieder. Die nahmen es äußerst gelassen, machten einen verdammt netten Eindruck und waren nicht zuletzt aufgrund der mehr als positiven Resonanz immer wieder zu Späßen aufgelegt. So fand sich die Bandeigene Keyboarderin zwischenzeitlich auf den Schultern eines Konzertbesuchers wieder, der sich jedoch resultierend aus der extremen Kompaktheit der Konzertbesucher kaum vom Fleck rühren konnte. Auf jeden Fall ein mehr als amüsanter Anblick, der sich einem da bot.

 Neben absolut sicheren Hits wie „Get it on“, „All my friends are dead“ oder auch „Denim Demon“ gaben die Mädels unter anderem Schinken wie „Just Flesh“, „Prince of the Rodeo“, „Do you dig destruction“, „Don´t say motherfucker, motherfucker“ oder „Zillion dollar sadist“ zum Besten. Mit dem großartigen „Sailor Man“ kamen sie schließlich nach einer kurzen Pause wieder auf die Bühne und rissen im Anschluss mit „Good Head“ den Rest der Hütte ab. Mittlerweile fiel ein Großteil des Publikums nur noch übereinander her und vor der Bühne herrschte das totale Chaos. Kollektiver Totalausfall bei allen Beteiligten.
 Zum großen „I got erection“-Finale  durfte ein Turbojugendler ans Mikro treten und seine eigene Version des Liedes in Richtung Masse schmettern. Er machte seine Sache - trotz seines scheinbar exorbitanten Alkoholpegels - jedoch äußerst gut. Das Publikum dankte und mit dem Schlusspfiff lag sich ein Großteil der Anwesenden einfach nur noch in den Armen.

 Dass Cover(-bands) oftmals mehr als peinlich sein können wurde schon zu Genüge bewiesen. Auch wenn TurbonegrA natürlich an die (alten) Zeiten des Originals nicht herankommen, war der Spaß doch wirklich mehr als gegeben. Jubelnde und strahlende Zuschauer mit katschnassen Jacken, Hosen und Häuptern können da nicht irren.

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