2010/12/14

[Konzerte] Jimmy Eat World - 27.02.2005, Support: Appartment - Palladium/Köln

Die Rückkehr der Helden. Endlich war es soweit. Nach über dreijähriger Bühnenabstinenz sind Jimmy Eat World zurück in Deutschland und ihre erste Station auf deutschem Boden ist Köln. Das Konzert war zuerst für die Live Music Hall angesetzt, wurde dann aber aufgrund der großen Nachfrage in das Palladium, die zweitgrößte Konzerthalle Kölns verlegt.
Aber das war von Anfang an zu erwarten. Denn ihr vierter Geniestreich in Folge "Futures" ließ die Popularität der Band nocheinmal ansteigen, so dass das Palladium mit letztendlich 2500 Besuchern mehr als nur gut gefüllt war. Das Palladium an sich ist eine wirklich beeindruckende Konzerthalle. Die umgebaute ehemalige Industriehalle besteht aus einer Empore und einer großen ebenerdigen Haupthalle. Sehr schön anzuschauen. Um halb neun betrat dann die Vorgruppe mit dem Namen Appartment aus England die Bühne. Diese stellten ihr neues Album "Everyone thinks i´m paranoid" vor. Sie wussten jedoch nicht immer zu überzeugen und konnten nur wenige Besucher des Palladiums mitreißen. Zugegebenermaßen hat man als Support von Jimmy Eat World auch einfach einen schweren Stand.

Nachdem Appartment ihr Set absolviert hatten, wartete die ganze Halle sehnsüchtig darauf, dass das Licht ausging und Jim Adkins, Tom Linton, Rick Burch und Zach Lind die Bühne betreten würden. Dann war es auch soweit. Im Dunkeln betraten die Jungs die Bühne und legten sofort mit "Bleed American" los. Einen perfekteren Einstieg kann man sich doch gar nicht wünschen. Der Titelsong des erfolgreichsten Albums des Quartetts kommt live immer noch eine Spur aggressiver und brachialer rüber, was vor der Bühne gleich zu einem Massengeschiebe führte. Ohne großes Gerede ging es danach gleich mit dem "Authority Song" weiter. "Want something else?" heißt es in einer Zeile dieses Songs. Und ob die Zuschauer nochwas wollten. Mehr solcher großartiger Lieder. Gesagt, getan. Es ist unglaublich welches Songpotential Jimmy Eat World mittlerweile aufbieten können. Bei "Lucky Denver Mint" verwandelt sich die Halle in eine riesige Hüpfburg. Und vor allem hat die Band riesigen Spass am Experimentieren gewonnen. Bei "Drugs or Me" wird das Lied nach einer Weile unterbrochen und mündet nach einem perfekten Übergang in "The World You Love". Die Band ist selbstbewusst geworden und zu einer extrem guten Liveband gereift. Früher stand Jim Adkins mit seinen Mannen immer noch recht schüchtern auf der Bühne und jetzt legt er das ein oder andere Solo ein und wirbelt über die Bühne. Ist mit den Haaren wohl auch das Selbstbewusstsein gewachsen.

Zwischendurch spricht Jim Adkins zu den Zuschauern und erzählt, dass Köln die erste Stadt war, in der sie außerhalb der Vereinigten Staaten gespielt haben und deshalb ein ganz besonderes Verhältnis zu dieser Stadt haben. Und das Ding ist, dass man das diesem Mann auch abkauft. Er verneigt sich vor dem Publikum und bedankt sich dafür, dass ihnen nur durch die Hilfe der Anhänger die Möglichkeit zum Musik machen gegeben wurde. Selten eine so sympathische, bodenständige Band erlebt. Bitte so bleiben. "How long would it take me to walk across the United States all alone?" fragt Tom Linton dann beim wunderbaren "Blister" und auch die nächste Singleauskopplung aus "Futures" namens "Work", ist live noch einen Tick besser, als auf dem Album. Mit "Kill", "Goodbye Sky Harbour", "Polaris", "Get It Faster", "Nothing Wrong" und "Futures" geben Jimmy Eat World weitere Beweise ihres exzellenten Könnens ab. Mit "Seventeen" wird sogar noch ein Lied von der etwas älteren Platte "Static Prevails" gespielt.

Nach "Sweetness", dass das Palladium endgültig in ein Tollhaus mit vielen singenden, fröhlichen Menschen verwandelt hatte, gingen Jimmy Eat World von der Bühne, um nochmal für drei Zugaben wiederzukommen. "This is a dancing song" kündigte Adkins an. Oh ja, und was für einer. Mit "A Praise Chorus" wurde da weitergemacht, wo sie vor den Zugaben aufgehört hatten. Zu guter letzt wurden dem Publikum noch "The Middle" und die letzte Single "Pain" vor den Latz geknallt. Danach verließen sie unter tosendem Applaus die Bühne. Was soll man da noch sagen? Ein perfekter Konzertabend mit einer perfekten Songauswahl und einer perfekten Band. Jimmy Eat World haben ihren Ruf einer begeisternden und mitreißenden Band, deren Lieder Perlen für die Ewigkeit sind, bestätigt. Einfach faszinierend.

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